Kindersitz Test
Mario Müller
Artikel von
Veröffentlicht: 06.06.2014
Aktualisiert: 08.05.2019

Kindersitz Test 2014 – welcher ist der Beste?

Erblickt das Neugeborene das Licht der Welt stehen einige Anschaffungen an, wie beispielsweise die Babyausstattung oder der Kauf einer Familienkarosse. Obwohl ein derartiges Ereignis große Veränderungen mit sich bringt, möchten viele Eltern trotz Baby nicht auf ihren wohlverdienten Urlaub im Ausland verzichten. Da die Fernreise im Flugzeug samt Kleinkind, durch unzureichende Sicherheitsvorkehrungen, sehr mühsam und für das Baby erhebliche Strapazen bedeuten kann, entscheiden sich viele Eltern für Destinationen, die sie gut mit dem Auto erreichen. Gerade lange Strecken, die mit dem Auto zurückgelassen werden, sind mit einem größeren Unfallrisiko behaftet. Da eine Vielzahl der Verkehrsteilnehmer berufsbedingt unterwegs ist, die ihre Verpflichtung so schnell wie möglich erledigen will, kommt ihnen jedes Mittel recht diese zu bewältigen, auch wenn es ein rasendes Überholen der anderen Autofahrer bedeutet. Dahingehend ist es für Personen, die mit Kindern unterwegs sind, wichtig sie ausreichend mit einem Kindersitz auszustatten. Denn es kann schnell passieren, dass man in das Visier eines Autobahnrasers gerät und prompt in einem Autounfall verwickelt ist. Mit der Reise in den Urlaub möchte man sowohl dem Alltagstrott entfliehen als auch entspannen und diese nicht gleich sofort mit dem Rücktransport in die Heimat beenden. Aus diesem Grund kann die Anschaffung eines Kindersitzes für den Autotransport sehr sinnvoll sein. Kindersitze im Test 2014.

Ist jeder Kindersitz geeignet für ein Kind?

Die Antwort ist ganz klar Nein. Die Wahl eines Kindersitzes richtet sich nach dem Alter und Gewicht des Kindes. Dabei können unterschiedliche Typen für die Anschaffung in frage kommen:

i Size Sitz

Der i Size Sitz richtet sich nicht wie bei vielen anderen nach dem Gewicht des Kindes sondern nach der Größe des Kindes. Dahingehend sitzen Kinder bis 15 Monate in rückwärtsgerichteter Lage. Er unterscheidet sich im Wesentlichen nicht sehr viel von der Babyschale. Jedoch sind diese auch nur für zugelassene Fahrzeuge geeignet, die bei dem jeweiligen Fachhändler hinterfragt werden können.

Babyschale

Beabsichtigt man das Baby im Auto mitzunehmen muss dafür gesorgt werden, dass es in rückwärtsgerichteten Sitzvorrichtungen hinter dem Beifahrer chauffiert wird. Babyschalen sind für alle Babys bis zu einem Alter von 18 Monaten und einem Gewicht von 13 kg geeignet. Vor dem Hintergrund, dass sie die Rücken-, Hals- und Kopfpartien ganzheitlich abdecken, besitzen sie bei Unfällen, die in Frontalkollisionen ausarten einen sehr guten Schutz. Zudem sind Babyschalen universal einsetzbar und können den Lebensalltag der Eltern sichtlich erleichtern, sofern sie diese als Sitzmöglichkeit ausnutzen um ihren kleinen Racker selbst bei zu erledigenden Arbeiten im Blick zu haben. Jedoch hat sich unter den Babyschalen ein weitaus anderes System präsentiert, dessen Sicherheit hoch angepriesen wird, der Reboard-Sitz. Er eignet sich besonders für Babys von null bis drei Jahren bis zu einem Gewicht von 15 kg. Der Reboard-Sitz kennzeichnet sich durch eine hohe Sicherheit, weist aber den Nachteil auf, dass sie sehr viel Platz benötigen und dadurch den Einbau im Auto mit Hindernissen prägen.

Kindersitze

Sobald Kinder das vierte Lebensjahr erreichen, sie aus dem gegenwärtigem Modell des Kindersitzes herausgewachsen sind aber dennoch keinen Erwachsenengurt tragen können, müssen sie sich an Sitzerhöhungen während der Autofahrt gewöhnen. Die Sitzerhöhungen bieten nicht nur Schutz sondern sind auch sehr funktional zu einer Schlafgelegenheit umzubauen. Dabei lassen sich verschiedene Modelle eines Kindersitzes differenzieren:

Fünfpunktgurt-Systeme: dabei handelt es sich um ein Hosenträgersystem, welches das Kind mit Gurten sichert und mit dem Beckengurt am Fahrzeug fest schnallt. Aufgrund der aufrechten Stellung bietet das System tadellosen Schutz selbst wenn das Kind ein Nickerchen macht. Nichtsdestotrotz weisen sie den Nachteil auf, dass sie relativ viel Platz in Anspruch nehmen und sehr kompliziert in der Handhabung und Einbau sind.

Dreipunktgurt-Systeme: bei dieser Konstruktion handelt es sich nicht um ein komplettes System sondern um eine Sitzschale, welches inklusive Kind mit dem Erwachsenengurt festgeschnallt wird. Damit unterlaufen weniger Fehler beim Einbau und sie lässt sich ganz leicht in verschiedenen Fahrzeugen einsetzen. Jedoch gibt sie dem Kind nicht den Komfort des Schlafens, sodass es sich ausschließlich um eine Sitzstellung handelt. Zudem hat man keine Möglichkeit für einen Beckengurteinsatz.

Fangkörper-Systeme: dieses System besteht ebenfalls aus einer Sitzschale, das mit einem Fangkörper ausgestattet ist. Die Befestigung des Kindes erfolgt einzig und allein über den Fangkörper und Fahrzeuggurt. Mit ihr wird die Quote eines fehlerhaften Einbaus verringert und durch den Einsatz des Autogurts ein universeller Einsatz gewährleistet. Zudem ist sie selbst auf Sitzen mit Beckengurt einsetzbar. Jedoch bieten diese auch keinen hohen Grad an Bequemlichkeit und ermöglichen dem Kind auch nicht eine Schlafstellung einzunehmen.

Sitzerhöhungen: eine derartige Sitzvorrichtung ist insbesondere für ältere Kiddis bis 12 Jahre geeignet und erforderlich, damit der Gurt nicht am Unterbauch und am Hals zu hoch angesiedelt ist. Die Bequemlichkeit einer Sitzerhöhung kann dadurch erhöht werden, wenn diese mit Schlafstützen und einer Schultergurtführung ausgerüstet sind.

Integriertes Kinderschutzsystem: sie sind eine gute Alternative zu den herkömmlichen Sitzerhöhungen. Zudem können kaum Einbaufehler begangen werden und der Kindersitz ist immer on Tour. Jedoch ist das Sitzen nicht so sehr von Bequemlichkeit geprägt wie bei Sitzerhöhungen mit Schlafstützen.

ARD Ratgeber zum Thema Kindersitze

Was hat es mit Isofix Kindersitzen auf sich?

Bei Isofix handelt es sich um eine Art der Schnellbefestigung, die aus stabilen Haken und genormten Ösen besteht, die fest mit der Karosserie verschweißt sind. Dies hat den Vorteil, dass das Kind im Kindersitz fest angeschnallt ist. Jedoch ist dieses Extra an Sicherheit mit einem deutlichen Kostenfaktor verbunden und auch nicht für jedes Auto geeignet. Dies hat zur Folge, dass nicht jedes Auto einen solchen Kindersitz einsetzen kann. Nichtsdestotrotz ist eine solche Konstruktion sehr sinnvoll, da Kind und Sitz vom Autogurt gehalten werden. Auch wenn das Kind nicht dabei ist, hält Isofix auch bei der Leerfahrt.

Autokindersitz Test Ergebnisse Mai 2014

Beabsichtigt man den Kauf eines Autokindersitzes sollte diese Anschaffung gut überlegt sein und der Fokus speziell auf die Sicherheit und Handlichkeit des Sitzes gelegt werden. Aus diesem Grund hat die Stiftung Warentest in Zusammenarbeit mit dem ADAC und den Verbraucherorganisationen aus Belgien, Dänemark, Frankreich, England, Italien, Portugal, Schweden, Spanien und den Niederlanden die 28 verschiedenen Autokindersitze hinsichtlich ihrer Unfallsicherheit, Handhabung sowie Ergonomie einer näheren Betrachtung unterzogen.

Um bei der Beurteilung der verschiedenen Autokindersitze ein repräsentatives Resultat zu erhalten, hat man die zu untersuchenden Bereiche unterschiedlichen Faktorgewichtungen zugeordnet:

  • Unfallsicherheit: 50 %
  • Handhabung: 50 %
  • Schadstoffe: 0 % (hohe Anzahl an gefundenen Schadstoffen führt zu einer Abwertung)

Damit fehlerhafte Mängel erkennbar gemacht und ausgemerzt werden konnten, hat man sich dem Tool der Abwertungen bedient, die diese Schwächen letztendlich auch in den Testergebnissen widerspiegeln. Dazu sind folgende Annahmen getroffen worden:

Weist das getestete Produkt eine befriedigende oder schlechtere Unfallsicherheit und Ergonomie auf, kann das Testergebnis nicht besser sein. Das Urteil „sehr gut“ können auch nur diejenigen erzielen, die in beiden Bereichen mit hervorragenden Resultaten punkten.

Unfallsicherheit

Die Unfallsicherheit wurde anhand eines simulierten Unfalls mit einer Golf VI Karosserie geprüft. Gemäß dem Eurostandard ECE-R 44-04 untersuchte man bei dem Aufprall mit mitwachsenden Sitzen die Vorverlagerung und Verzögerung des Kopfes, genauso wie die Verzögerung der Brust und das Verletzungsrisiko in Regionen des Bauches. Dabei wurden zwei verschiedene Konstellationen getestet:

  • Frontaufprall: das Fahrzeug erhöht das Tempo auf 64 km/h und fährt geradewegs auf das Hindernis zu
  • Seitenaufprall: quermontiertes Fahrzeug fährt mit 25 km/h gegen eine feststehende Tür

Handhabung

Hierbei haben drei Experten und vier Testpersonen die Sitze hinsichtlich ihrer Bedienbarkeit unter folgenden Gesichtspunkten betrachtet:

  • Schutz vor Fehlbedienung: wie hoch das Risiko ist, dass die Sitze falsch bedient werden
  • Einbauen, Anschnallen, Sitzumbau und Größenanpassung: Prüfung der Gegebenheiten anhand von drei Autos: Ford Galaxy, VW Golf VI und Fiat 500 C
  • Platzbedarf im Auto: wie viel Platz nimmt der Kindersitz im Auto ein
  • Platz für das Kind: wie viel Platz hat das Kind im Sitz und wie ist der Kopf abgestützt Komfort für das Kind: Prüfung der Beinauflage, Polsterung und Kindessicht
  • Sitzposition: Bewertung des Sitzlehnenwinkels und Platzes für die Beine
  • Gebrauchsanweisung: enthält die Anleitung umfassende Informationen und klärt über die Warnungen auf
  • Reinigung und Verarbeitung: Bewertung der Reinigung und Abnahme des Bezugs, Verarbeitung der Sitzschale insbesondere Naht und Kante.

Schadstoffe

Dahingehend wurde der Fokus darauf gesetzt ob die Kindersitze Schadstoffe enthalten. Demzufolge wurde untersucht ob Sitzbezug, Gurte und Gurtpolster Substanzen enthalten wie PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), Phthalate (Weichmacher), Organophospor-Flammschutzmittel, bromierte Flammschutzmittel, Organozinnverbindungen, phenolische Verbindungen, kritische Farbstoffe, Formaldehyd und Metalle.

Betrachtet man die verschiedenen Testergebnisse genauer konnte von den 28 Kindersitzen lediglich nur einer das Urteil „sehr gut“ für sich entscheiden, 18 der geprüften erhielten eine gute Bewertung, die eine große Auswahl an Sitzen für jede Altersgruppe bieten. In den verschiedenen Kategorien konnten folgende Sitze gute Ergebnisse erzielen:

Babyschalen bis 18 Kilogramm (bis 4 Jahre)

  1. Bébé Confort Pebble & 2wayFix – Isofix (1,6)
  2. Concord Air Safe (1,6)
  3. Concord Air Safe & Airfix – Isofix (1,6)
  4. Cybex Aton (1,6)
  5. Cybex Aton & Aton Q Base-fix – Isofix (1,6)
  6. BeSafe iZi Go X1 Isofix – Isofix (1,8)
  7. Kiddy Evolution Pro 2 & Isofix Base 2 (1,9)
  8. Kiddy Evolution Pro 2 (1,9)
  9. Recaro Privia (1,9)
  10. Concord Ultimax. 2 – Isofix (2,0)
  11. Römer Kidfix XP – Isofix (2,0)
  12. Chicco Oasys 1 Isofix (2,0)
  13. Römer Max-Fix II – Isofix (2,1)
  14. Migo Saturn & Solar – Isofix (2,1)
  15. Bébé Confort Pebble (2,3)
  16. Migo Saturn (2,4)

Zum ersten Mal in die Erhebung von Testergebnissen floss auch der i Size Sitz, der sich nach der Körpergröße des Kindes bemisst. Dabei konnte vor allem das Modell „Maxi Cosi 2wayPearl & 2wayFix“ mit guten Ergebnissen überzeugen.

Jedoch gab es unter allen Testergebnissen auch Ausreißer, die sich eher in den Schatten manövrierten. In dem Fall handelt es sich um das Modell ABC Design Risus & Risus Isofix. Er ist mit seinen 200,00 € einer der günstigsten Varianten eines Kindersitzes, jedoch versagt er kläglich bei den Tests des Frontalaufpralls sowie Seitenaufprall.

Legt man die Sichtweise auf die Schadstoffbelastung der Kindersitze war zu erkennen, dass diese bei allen getesteten Modellen sehr viel weniger geworden ist. Aufgrund dieser Tatsache konnten 23 Produkte hervorragende Bewertungen erzielen.

Testsieger

Unter all den geprüften Kindersitzen konnte sich die Babyschale „Recaro Privia & Recaro Fix“ den Titel „Testsieger“ auf die Stirn schreiben. Gerade im Bereich der Sicherheit liegen ihre Charakteristiken erkennbar über den Voraussetzungen, die der Gesetzgeber an einen Kindersitz stellt.

ADAC Test von Kindersitzen aus dem Jahr 2013

Was ist beim Kauf zu beachten?

Geht es um die Anschaffung eines Kindersitzes, ist der Wunsch natürlich groß ein Modell zu erwerben, das sowohl die größtmögliche Sicherheit für den Sprössling bietet als auch Komfort. Damit der Kauf eines Kindersitzes allseitige Zufriedenheit bei den Eltern auslöst, sollten folgende Kriterien beachtet werden:

Ausprobieren: das Kind sollte auf dem ausgewählten Modell Probe sitzen. Dabei sollte man die Passform und den Komfort genauer unter die Lupe nehmen. Um sicher zu gehen, dass das ausgewählte Modell auch ins Auto passt, bieten Fachhändler an, diesen zur Probe im familieneigenen Auto einzubauen.

Prüfsiegel: damit am Ende wirklich ein TÜV zertifiziertes Produkt gekauft wird, sollte der Kindersitz mit dem Prüfsiegel ECE 44 mit der Prüfnummer 03 oder 04 versehen sein. Dieses orangene Siegel versichert, dass der Sitz getestet und auch zugelassen ist.

Dekor: Kindersitze kann man heutzutage in allen möglichen Variationen kaufen. So unterscheiden sie sich häufig durch ihre Farbe, Bezugsstoff und Dekor. Aber genau diese verschiedenen Modelle haben großen Einfluss auf den Preis, deren Sicherheit aber in keinster Weise von den anderen differiert. Möchte man beim Erwerb eines Kindersitzes nicht so viel Geld ausgeben sollte auf jeglichen Schnickschnack verzichtet werden und zu einem Basic Modell gegriffen werden.

Zweite Hand: grundsätzlich ist vom Kauf von gebrauchten Kindersitzen abzuraten. Entscheidet man sich trotzdem für den Kauf eines gebrauchten Modells, sollte man sich vorher genauestens über die Herkunft und die Vorgeschichte des Modells erkundigen. Zudem ist darauf zu achten, dass alle Gurte und Polster da sind.

Sparen: möchte man mit dem Kauf des Kindersitzes keine weiteren Investitionen für die Autosicherheit des Kindes tätigen, besteht die Möglichkeit einen mitwachsenden Kindersitz zu kaufen. Modelle der Gruppe 0/I bündeln die Babyschale und den Kindersitz für kleine Kinder in einem. Es gibt sogar mitwachsende Sitze der Normengruppe I/II/III die eine All in One Lösung darstellen und das Kind von ein bis 12 Jahren Sicherheit im Auto gibt.

Fazit

Beabsichtigt man den Kauf eines Kindersitzes ist es wichtig, diesen gemäß der Kindesmaße auszuwählen und auch hinsichtlich ihrer Passform auf das zutreffende Auto abzustimmen. Darüber hinaus sollte beim Kauf darauf achten, dass der Kindersitz eine TÜV geprüfte Zertifizierung besitzt. Um aus der Vielzahl der am Markt gehandelten Kindersitze den auswählen zu können, der auf lange Sicht die Bedürfnisse einer Familie erfüllt, ist es zu empfehlen sich die verschiedenen Modelle anzuschauen und dabei auf Testergebnisse zu vertrauen. Somit besteht die Möglichkeit ein Modell zu finden, welches zu den Bedürfnissen des Kindes passt und an dem man sich noch mehrere Jahre erfreuen kann.

Quellen und weitere Informationen: