Mario Müller
Artikel von
Aktualisiert: 14.11.2019

Unfallversicherung im Test & Tarifvergleich

Aktuelle Tests 2019, Tipps für den Vergleich & kostenloser Tarifrechner

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Test der Unfallversicherung 2019 des Handelsblatts gehen u.a. GVO, Waldenburger, Domcura und Stuttgarter als Testsieger hervor.
  • Im Franke und Bornberg-Rating 2019 wurden Tarife in vier Kategorien getestet. Eine Vielzahl an Anbietern der Unfallversicherung konnten die Bestwertung „hervorragend“ erzielen.
  • Als besonders faire Unfallversicherer gelten 2019 u. a. AachenMünchener, Allianz und Zurich.
  • Die Schadens- und Leistungsregulierung wird 2019 von ihren Kunden ebenfalls bei der AachenMünchener, Allianz und Zurich sowie bei Ergo und Signal Iduna als „sehr gut“ bewertet.
  • Beim Vergleich von Unfallversicherungen sollte man auf bestimmte Punkte besonders achten. Dazu gehören die Versicherungssumme, die Gliedertaxe, die Progression und die Auslegung des Unfallbegriffs des Versicherers.

Unfallversicherung im Test beim Handelsblatt 2019

Das Handelsblatt hat Anfang 2019 35 aktuelle Tarife der Unfallversicherung geprüft. Untersucht wurden jene Tarife, die mit ihrem Leistungsumfang über den Grundschutz hinaus gehen. Im Fokus stand das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Studie fand in Zusammenarbeit mit Franke und Bornberg statt (Quelle).

Die besten Unfallversicherungen 2019

Folgende Anbieter von Unfallversicherungen erhielten das Testurteil „hervorragend“ (FFF):

  • GVO: Top-Vit
  • Waldenburger: Premium Plus
  • LBN: LBN-Besser+
  • Domcura: Top-Schutz
  • Die Haftpflichtkasse: Vario Vollschutz
  • VHV: Klassik-Garant Exklusiv
  • Volkswohl Bund: Easy Komfortplus/Gliedertaxe XXL
  • Alte Leipziger: Comfort
  • Interlloyd: Premium Plus
  • De Bayerische: Optimal Prestige Assistance
  • Stuttgarter: Unfallvorsorge aktiv Premium

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Testsieger Unfallversicherung 2019 im Kosten-Vergleich

Modell-Kunde:

  • Alter bei Versicherungsbeginn: 28 Jahre
  • Beruf: Abteilungsleiter
  • Progression: 300-350 %
  • Invaliditätsgrundsumme: 100.000 Euro
  • Todesfallsumme: 10.000 Euro
  • Krankenhaustagegeld: 50 Euro

Anbieter im Kosten-Vergleich

Versicherer Tarif Jährlicher Beitrag
GVO Top-Vit 119 Euro
Waldenburger Premium Plus 171 Euro
Domcura Top-Schutz 186 Euro
Die Haftpflichtkasse Einfach Komplett 199 Euro
VHV Klassik-Garant Exklusiv 196 Euro
Interlloyd Premium Plus 200 Euro
Die Bayerische Optimal Prestige Assistance 216 Euro
Stuttgarter Unfallvorsorge aktiv Premium 120 Euro

Franke und Bornberg 2019: Unfallversicherungen im Test

Die Ratingagentur Franke und Bornberg erstellt regelmäßig Unfallversicherung-Ratings. Nun hat sie ihre Standards überarbeitet und damit den aktuellen Produkttrends angepasst. Unfallversicherungen werden immer leistungsstärker. Neben Einmalzahlung und Rente kommen zunehmend sog. Assistanceleistungen hinzu. Eine Kapitalzahlung im Todesfall sowie ein Krankenhaustagegeld können meist gegen Mehrbetrag mit in den Versicherungsschutz aufgenommen werden. Um bei Franke und Bornberg die Höchstwertung zu erhalten, muss der Schutz lückenlos sein. Das heißt, Tarife, die Ausschlüsse vorsehen oder Bedingungen an den Versicherungsschutz stellen, werden abgewertet (Quelle).

Das Testergebnis von Franke und Bornberg 2019

Die bewerteten Tarife der Unfallversicherung wurden in vier Kategorien unterteilt:

  • Topschutz mit Gesundheitsfragen
  • Topschutz ohne Gesundheitsfragen
  • Grundschutz mit Gesundheitsfragen
  • Grundschutz ohne Gesundheitsfragen

In der Kategorie Top-Schutz mit Gesundheitsfragen erhält gut ein Viertel der Tarife die Bestwertung FFF (hervorragend). Die Tarife ohne Gesundheitsfragen schneiden sehr viel schlechter ab. Nur 3 von knapp 30 Tarifen erhalten hier die Höchstwertung.

Bei den Grundschutz-Tarifen mit Gesundheitsfragen sind die meisten sehr gut. Doch nur 9 und damit knapp 7 Prozent sind hervorragend. Im Grundschutz sind die Tarife ohne Gesundheitsfragen etwas besser aufgestellt. Knapp 40 Prozent der Tarife sind nach Ansicht der Analysten hervorragend.

Die Testsieger nach Leistungskategorien (Auswahl)

Topschutz mit Gesundheitsfragen

  • Adcuri
  • Arag
  • Basler
  • HanseMerkur
  • Interlloyd
  • InterRisk
  • Janitos
  • Volkswohl Bund

Topschutz ohne Gesundheitsfragen

  • AachenMünchener
  • Allianz
  • Basler

Grundschutz mit Gesundheitsfragen

  • Arag
  • Ammerländer
  • Continentale
  • R+V

Grundschutz ohne Gesundheitsfragen (einziger Testsieger)

  • Stuttgarter

Das Rating unterscheidet nicht nach besonderen Ansprüchen verschiedener Zielgruppen, sondern bewertet in erster Linie Leistungen, die für die Mehrzahl der Versicherten wichtig sind.

So wurde getestet

Kriterien, die ein Tarif erfüllen muss, um in die Kategorie Topschutz zu fallen:

  • Die Frist zur Geltendmachung der Invalidität nach dem Unfall beträgt 18 Monate oder mehr.
  • Der leistungsschädliche Mitwirkungsanteil von Krankheiten und Gebrechen liegt bei 40% oder mehr.
  • Versicherungsschutz für mindestens eine Strahlenart, auch wenn die Gesundheitsschädigung nicht infolge einer Heilmaßnahme auftritt.
  • Tod durch Ertrinken und/oder Ersticken ist versichert.
  • Versicherungsschutz für Zeckenstiche bzw. wenige definierte Infektionen durch Insektenstiche/-bisse oder sonstige Verletzungen durch Tiere
  • Leistung für kosmetische Operationen

Die Beitragshöhe wird in der Kategorie Topschutz nicht bewertet. Im Gegensatz dazu, handelt es sich bei Tarifen des Grundschutzes um günstigen Versicherungsschutz, bei dem es keine Mindestanforderungen an die Leistungen gibt.

ServiceValue: Fairness von Unfallversicherern im Test

33 Unfallversicherer standen im Juni 2019 auf dem Prüfstand. ServiceValue führte eine Umfrage unter Versicherungskunden durch und befragte diese nach der Fairness der Unternehmen in den Bereichen Produktangebot, Versicherungsbedingungen, Kundenberatung, Kundenservice, Schadensregulierung und Preis-Leistungs-Verhältnis. Mehr als 2.500 Versicherte beteiligten sich an der Umfrage und bewerteten jeweils ein bis zwei Unternehmen. Voraussetzung war, dass die Teilnehmer in den letzten 24 Monaten Kunden bei den jeweiligen Unternehmen waren bzw. noch sind (Quelle).

Die fairsten Unfallversicherer 2019 (Auswahl)

  • AachenMünchener
  • ADAC Unfallversicherung
  • Allianz
  • R+V
  • Zurich

Gut die Hälfte der bewerteten Unternehmen wird insgesamt als überdurchschnittlich fair bewertet. Vor allem in den Bereichen Produktangebot, Kundenberatung und Kundenservice sind die Teilnehmer der Online-Umfrage zufrieden.

Schadens- und Leistungsregulierung der Unfallversicherer im Test 2019

ServiceValue führte 2019 eine groß angesetzte Untersuchung durch. Im Fokus stand, wie fair Versicherer im Bereich der Schadens- und Leistungsregulierung handeln. Untersucht wurde diese Frage in verschiedenen Versicherungssparten. Gerade für die Unfallversicherung ist dies ein wichtiger Punkt (Quelle).

Das Testergebnis: Diese Versicherer sind „sehr gut“ (Auswahl)

  • AachenMünchener
  • ADAC
  • Allianz
  • Arag
  • Axa
  • Ergo
  • Die Haftpflichtkasse
  • Signal Iduna
  • Zurich

Stiftung Warentest prüft Unfallversicherungen 2018

Die Stiftung Warentest hat zuletzt 2018 einen Test zur Unfallversicherung durchgeführt. Dabei wurden insgesamt 117 Tarife für eine private Unfallversicherung für Berufstätige und Kinder untersucht. Die Stiftung Warentest bzw. Finanztest holte von den Versicherern jeweils das günstigste Angebot ein, welches folgende Vorgaben erfüllte:

  • Leistung bereits ab 1 Prozent Invalidität
  • Kapitalleistung von mind. 25.000 Euro bei 25-prozentiger Invalidität, mind. 100.000 Euro bei 50-prozentiger Invalidität, mind. 500.000 Euro bei Vollinvalidität
  • Todesfallsumme 10.000 Euro

Finanztest hat für die Bewertung folgende Teilbereiche aufgestellt:

  • Kapitalzahlung (50 %)
  • Bedingungen (40 %), dazu zählen u. a. Gliedertaxe, Vorerkrankungen, Schlaganfall, Eigenbewegungen, Zeckenbiss
  • Anträge (10 %)

Die kompletten Testergebnisse sind nur im Bezahlbereich von test.de einsehbar (Quelle).

Bei Fragen zur Unfallversicherung, nehmen Sie Kontakt mit unseren unabhängigen Versicherungsmaklern auf. Wir unterstützen Sie gerne bei der Suche nach der passenden Versicherung. Telefonisch unter 030 – 120 82 82 8 oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de. Nutzen Sie auch gern unseren kostenfreien Tarifrechner. Mit diesem können Sie Tarife und ihre Leistungen direkt miteinander vergleichen und online abschließen.

Unfallversicherungen im Vergleich: Diese Faktoren sind wichtig

In Deutschland sind etwa 28 Millionen Unfallpolicen im Umlauf. Im Ernstfall zahlen eine Vielzahl der Versicherungen allerdings entweder zu wenig oder gar nicht. Und hier liegt auch schon das größte Problem vor. Je nach Invaliditätsgrad erbringen die Unfallversicherungen bestimmte Leistungen. Bei einer Vollinvalidität sollte diese Leistung mindestens eine halbe Million Euro betragen. Empfehlenswert sind Policen mit festgelegter Progression. Worauf Sie sonst noch beim Vergleich von Tarifen der Unfallversicherung achten sollten, lesen Sie in den nächsten Abschnitten.

Diese Merkmale sollte eine gute Unfallversicherung haben

  • Versicherungsschutz weltweit und 24 Stunden am Tag
  • Todesfallleistung sollte mindestens bei 10.000 Euro liegen
  • Die Versicherungssumme sollte ausreichend hoch gewählt werden.
  • Progression vereinbaren
  • Todesfallsumme vereinbaren

Auf die Gliedertaxen achten

Wie viel Sie im Falle eines Unfalls pro Körperteil erstattet bekommen, kann sich von Versicherer zu Versicherer unterscheiden. Daher sollten Sie beim Vergleich von Unfallversicherungen auf die Gliedertaxe achten. Folgende Werte bieten eine Orientierung.

Gliedertaxen im Überblick

Körperteil Gliedertaxe
Auge 40 Prozent
Gehör auf einem Ohr 35 Prozent
Arm 70 Prozent
Daumen 25 Prozent
Zeigefinger 15 Prozent
Bein unterhalb des Knies 55 Prozent
Fuß im Fußgelenk 50 Prozent
Bein oberhalb des Knies 70 Prozent
Hand im Handgelenk 70 Prozent

Progression vereinbaren

Mit der Progression vereinbaren die Versicherten einen Anstieg der Versicherungssumme im Invaliditätsfall. In der Regel bieten Tarife eine Progression von mindestens:

  • Leistung bei 25%: 25.000 Euro
  • Leistung bei 50%: 100.000 Euro
  • Leistung bei 100%: 500.000 Euro

Auslegung der Unfalldefinition

Damit ein Unfall auch als solcher von der Versicherung anerkannt wird, muss er dem Wortlaut der Unfalldefinition entsprechen. Dahingehend wird ein Unfall erst als Unfall deklariert, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper einwirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet

Plötzliches Eintreten: Gewöhnlich geschieht ein Unfall wider Erwarten und sehr plötzlich. Zieht sich ein Bergsteiger bei einer Tour Erfrierungen zu, die zur Amputation seiner Zehen führen, ist dies nach Ansicht der Versicherung kein Unfall, da das Ereignis nicht plötzlich eintraf.

Äußere Einwirkung: Knickt ein Passant beim Gehen um, wird dieses Ereignis nicht als Unfall gewertet. Anders sieht es aus, wenn ein Spaziergänger über einen Kanaldeckel stolpert. In dem Fall erkennen die Versicherer eine äußere Einwirkung.

Unfreiwilliges Ereignis: Damit ein Unfall per Definition akzeptiert wird, muss er unfreiwillig eintreten. Somit wird jeder absichtlich aussehende Unfall von der Unfallversicherung abgewiesen.

Auf den Körper: Trägt sich ein schreckliches Ereignis zu und es kommt zu einem Herzinfarktleiden, wird dieser Tatbestand nicht als Unfall gewertet. Denn Behinderungen durch den Infarkt wirken sich auf die Psyche aus, nicht aber auf den Körper.

Ausschlüsse

Neben der genauen Unfalldefinition wird der Versicherungsschutz auch wegen einiger ausgeschlossenen Unfallursachen nicht aktiv. Auf diese sollten man daher unbedingt vor Vertragsabschluss achten.

Bewusstseinsstörung: Ist der Unfall auf eine Bewusstseinsstörung zurückzuführen, gewährt die Unfallversicherung keinen Leistungsanspruch. Wird bei dem Unfallopfer ein erhöhter Alkoholgenuss festgestellt, riskiert er seinen Versicherungsschutz. Neben Trunkenheit gehören auch die Einflüsse von Medikamenten, Ohnmacht, Herzinfarkt, Schlaganfall, Übermüdung sowie epileptische Anfälle zu den Bewusstseinsstörungen.

Infektionen: Hinterlassen Infektionen bleibende Schäden bei dem Geschädigten, sind diese genauso wenig versichert wie Vergiftungen. Demgegenüber gibt es Unfallversicherungen, die die Folgen von zeckenübertragenden Krankheiten wie Borreliose absichern.

Psychische Folgen: Wer aufgrund psychischer Folgen Leistungen der Unfallversicherung erwirken möchte, hat kaum eine Chance. Auch wenn der Unfall eine Schwerbehinderung zur Folge hat. Geht die psychische Einschränkung einer körperlichen Schädigung voraus, wie zum Beispiel einem Schädel-Hirn-Trauma, erhalten Versicherungsnehmer in Ausnahmefällen Leistungen aus der Unfallversicherung.

Fristen

Die Versicherer sind nur dann zur Zahlung der Versicherungsleistung verpflichtet, wenn die Invalidität innerhalb von 12 Monaten nach dem Unfall eingetreten ist und 15 Monate danach durch einen Arzt festgestellt wurde. Neben der ärztlichen Feststellung muss der Versicherungsnehmer innerhalb der 15 Monate auch seinen Leistungsanspruch erwirken.

Vorerkrankungen

Hat der Unfall eine weitere Beeinträchtigung des Gelenks hervorgerufen, dass bereits mit einer Einschränkung vorbelastet war, wird der Grad der Invalidität um einen Teil vermindert. Dies wird üblicherweise getan, wenn der Anteil der Krankheit mindestens 25 Prozent beträgt. Beispielsweise erhält ein Versicherungsnehmer nur 30 Prozent statt der 55 Prozent für den Verlust seiner Hand, wenn im Vorfeld Gicht bei ihm diagnostiziert wurde.

Fazit

Eine Unfallversicherung ist eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung, da die Beiträge hier geringer ausfallen. Zustande kommen die Beitragsunterschiede daher, weil Unfälle statistisch gesehen mit 10 Prozent ein seltenes Ereignis darstellen. Diejenigen, die sich nicht gegen die Berufsunfähigkeit absichern können, sollten hier eine Versicherungspolice abschließen.

Vor allem bei der privaten Unfallversicherung gilt, es etliche Besonderheiten zu beachten. So sollte der Versicherungsschutz weltweit und rund um die Uhr gelten. Auch die Progression ist eine wichtige Bedingung bei einem solchen Schutz. Es ist also unabdingbar, vor Vertragsabschluss einen Vergleich der Angebote durchzuführen und genauestens in die jeweiligen Vertragsbedingungen zu schauen. Aus dem Unfallversicherungs-Test geht zudem hervor, dass auch günstigere Tarife einen guten Schutz bieten können.

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