Maria Capobianco
Artikel von
Aktualisiert: 17.01.2020

Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung im Test & Tarifvergleich

Aktuelle Tests 2020 Tipps für den Vergleich & kostenloser Tarifvergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Test der Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung von Stiftung Warentest 2014 gehen Basler und WGV als Testsieger hervor. Die Absicherung der Basler wurde allerdings eingestellt.
  • Barmenia bietet aktuell als einziger Anbieter auf dem Markt eine explizite Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung an. Bei anderen Versicherern ist diese als Zusatzbaustein zur Kinder­unfall­versicherung erhältlich.
  • ServiceValue prüfte 2014 die Fairness von Kinder-Versicherern. U. a. wurden Allianz, Baden Badener und Badische mit „sehr gut“ bewertet.
  • Beim Vergleich von Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung sollten Eltern auf einige wichtige Punkte achten, u. a. auf die maximale Rentenhöhe, das Um­stellungs­recht und die versicherten Krankheiten.

Hinweis: Da es sich bei der Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung um ein sehr spezielles Versicherungsprodukt handelt, gibt es generell nicht so viele Anbieter. Dementsprechend wird die Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung sehr selten in unabhängigen Tests untersucht. Der jüngste Test stammt von 2014. Sobald es aktuelle Testergebnisse gibt, finden Sie diese an dieser Stelle.

Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung im Test bei Stiftung Warentest 2014

Das Versicherungskonzept der Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung wurde zuletzt von Stiftung Warentest im Jahr 2014 untersucht. Dabei wurden zehn Angebote im Hinblick auf ihre Versicherungsbedingungen auf den Prüfstand gestellt (Quelle).

So testete Stiftung Warentest

Die Experten setzten folgende Bedingungen für den Test:

  • Zahlung einer lebenslangen Monatsrente von 1.000 Euro oder einmalig 100.000 Euro oder eine Kombination aus beidem bei Behinderungs­grad 50 oder bei einer 50 prozentigen Invalidität
  • Mindest-Versicherungszeitraum vom 1. bis 15. Lebensjahr des Kindes
  • Überschussbeteiligung
  • Was für Leistungsausschlüsse werden vereinbart?
  • Kann die Rente bzw. Kapitalleistung vom Kunden variiert werden?
  • Verständlichkeit der Antragsformulare (30 Prozent Gewichtung)
  • Vertragsbedingungen (70 Prozent)

Vorsatz und psychische Erkrankungen werden nicht versichert

Nach Auswertung der unterschiedlichen Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung rücken verschiedene Ausnahme­regelungen zu Tage. In dem Zusammenhang zeigt der Versicherer keinerlei Leistungsbereitschaft, wenn Erkrankungen vorsätzlich oder durch Unfälle eingetreten sind. Weiterhin sind Unfälle oder Erkrankungen durch die Einnahme von Suchtmitteln nur dann im Versicherungs­schutz der Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung enthalten, wenn das Kind nicht älter als zehn Jahre ist. Hingegen gewährt die Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung keinerlei Leistungsanspruch, wenn sich Krankheitsbilder wie zum Beispiel Neurosen, Psychosen, Persönlichkeits- und Verhaltens­störungen herauskristallisieren.

Krankheiten, die zur Schwerbehinderung führen können
 – Epilepsie (selten)
 – Rückenmarkschäden
 – Multiple Sklerose
 – komplette Erblindung
 – Taubheit
 – Diabetes mellitus
 – Krebs
 – Mukoviszidose (mittelschwer)
 – Cushing Syndrom
 – Bronchialasthma

Testsieger 2014

Im Bereich der Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rungen haben sich die Basler Versicherung und die WGV Versicherung mit einem guten Testergebnis durchsetzen können. Der Tarif “JuniorSchutzPlus” der Basler Versicherung erhält von Finanztest das Testurteil gut (2,5). Besonders hervorzuheben ist hierbei ihr gut übersichtliches Antragsformular. Hingegen offenbarte die Auswertung ihrer Versicherungsbedingungen ein deutliches Verbesserungs­potenzial und kam lediglich auf ein Gesamtergebnis von 2,7. Neben der Zahlung einer monatlichen Rente in Höhe von 1.000 Euro inkludiert die Basler Versicherung auch eine kleine Kapitalzahlung in ihrer Versicherungs­police.

Hinweis: Laut Stiftung Warentest stellt die Basler Versicherung zum Herbst 2019 die Kinder­invali­ditäts-Police ein.

Versicherungs­bedingungen erhalten befriedigendes Urteil

Ebenso gut abgeschnitten hat die WGV Versicherung mit einer Note von 2,4. Dabei kommen ihre Versicherungs­bedingungen nicht über ein Gesamtergebnis von 3,1. Genauso wie die Basler Versicherung erstattet die WGV Versicherung auch eine monatliche Rente von 1.000 Euro. Der Versicherer Barmenia erhält für den “KISS”-Tarif lediglich das Qualitätsurteil „befriedigend“, wobei ihre Versicherungs­bedingungen im Vergleich zu den anderen Policen am besten bewertet wurden.

Anbieter der Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung

  • Barmenia – Kinder-Invaliditäts-Sorglos-Schutz (KISS)
  • Allianz – Kinder Unfallschutz mit Zusatzbaustein Kinder­invalidi­täts-Schutz
  • Ergo – Unfallschutz für Kinder
  • DEVK – Junior Plus (erweiterte Kinder­unfall­versicherung)
  • Provinzial – Kinderunfallversicherung
  • WGV – Kinderunfallversicherung mit Zusatzbaustein Invaliditäts-Zusatzversicherung von Kindern (KIZ)
  • Württembergische – Kinderunfallversicherung
  • Münchener Verein – Grund­fähig­keits­zusatz­versicherung für Kinder
  • Gothaer – Perikon Junior mit Schwere Krankheiten Absicherung
  • Zurich – Grund­fähigkeits-Schutz­brief für Kinder

ServiceValue 2016: Fairness von Kinder-Versicherern

Die Analyse­gesellschaft ServiceValue hat zuletzt 2016 Anbieter von Kinder­versicherungen getestet. Die Versicherungsgesellschaften bieten neben der Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung auch Unfallversicherungen, Krankenversicherungen und Rundum-Pakete an. Insgesamt haben sich 20 Versicherer der Kundenumfrage gestellt (Quelle).

Die fairsten Kinder-Versicherer 2016

  • Allianz – sehr gut
  • Baden Badener – sehr gut
  • Badische (BGV) – sehr gut
  • Cosmos Direkt – sehr gut
  • Alte Leipziger/Hallesche – Gut
  • Axa – Gut
  • DEVK – Gut
  • Hanse Merkur – Gut
  • Zurich – Gut

Fragen zur Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung?

Wenn Sie Ihr Kind mit einer Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung absichern möchten, dann kontaktieren Sie uns. Unsere Versicherungs­experten kennen den Markt und können mit Ihnen gemeinsam eine passende Versicherungslösung finden. Sie erreichen uns telefonisch unter 030 120 82 82 8 oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de.

Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung oder Unfallversicherung?

Definition Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung

Bei dem Versicherungskonzept der Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung handelt es sich um eine erweiterte, kombinierte Unfallversicherung. Sie tritt in Leistung, sobald Kinder unter schweren Erkrankungen, wie zum Beispiel Leukämie, Krebs oder Diabetes zu leiden haben. Im eintretenden Versicherungsfall können die jeweiligen Leistungen über eine monatliche Rente oder Einmalzahlung bezogen werden. Gute Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie bereits bei Vorlage eines Schwerbehinderten­ausweises die Versicherbarkeit sicherstellen.

Ergänzung zur Unfallversicherung für Kinder

Die Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung stellt keine Alternative zur Unfallversicherung dar, sondern vielmehr eine Ergänzung. In dem Zusammenhang hinterfragt die Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung nicht die Ursache. Stattdessen konzentriert sie sich auf die Absicherung eintretender Unfälle oder Krankheiten. Eltern müssen sich nicht mit der Beantwortung ausführlicher Gesundheitsfragen beschäftigen. Im Vergleich zu anderen Vorsorgeabsicherung, wie etwa der privaten Kranken­versicherung oder der Berufs­unfähig­keits­versicherung, fällt die Gesundheitsprüfung i. d. R. vereinfacht aus.

Die Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung wird auch oftmals in Kombination mit einer Unfallversicherung für Kinder angeboten. Viele Versicherer bieten den Schutz bei Invalidität als Zusatzbaustein an. Interessierte können sich daher auch an Ergebnissen der Unfallversicherung im Test orientieren.

Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung im Vergleich: Darauf ist zu achten

Checkliste: Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung

  • Alter des Kindes: Je früher Sie die Versicherung abschließen, desto günstiger die Konditionen.
  • Maximale Renten­höhe: Bei Vereinbarung einer monatlichen Rente erstattet die Versicherung einen Betrag, der zwischen 250 und 1.500 Euro liegt. Experten empfehlen eine monatliche Rente von mindestens 1.000 Euro. Wer sich hingegen für eine Kapital­auszahlung entscheidet, sollte darauf achten, dass sie eine Höhe von mindestens 200.000 Euro aufweist.
  • Leistungsfall: Die Versicherung sollte leisten, sobald das Kind infolge einer Krankheit oder eines Unfalls fortan mit einer chronischen und dauerhaften Erkrankung zu kämpfen hat, i. d. R. ab einer Invalidität von 50 Prozent. Hierbei können Eltern entweder eine einmalige Kapitalzahlung, lebenslange Rente oder eine Kombination aus beidem vereinbaren.
  • Versicherte Krankheiten: Am besten sollten so viele Krankheiten wie möglich in den Versicherungsbedingungen als versichert gelten. Achten Sie daher auch auf die Leistungsausschlüsse, die im Vertrag festgehalten sind.
  • Umstellungs­recht: Prüfen Sie, wann der Vertrag enden soll und ob spätestens dann ein Umstellungsrecht auf einen Erwachsenen­tarif möglich ist. Einige Tarife bieten auch die Möglichkeit, eine Umstellung auf eine Berufs­unfähig­keits­versicherung vorzunehmen. In jedem Fall sollte eine Umstellung in einen anderen Tarif ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich sein.
  • Zusatz­leistungen: Welche Zusatzleistungen werden angeboten (z. B. Reha-Management)?

Flexibilität bietet die einmalige Kapital­zahlung

Versicherungsverträge, die eine Einmalzahlung vorsehen, sind sehr viel günstiger und erstatten ab einer Invalidität von einem Prozent. Darüber hinaus ist der zur Verfügung stehende Gesamtbetrag mit einer weitaus höheren Flexibilität gekennzeichnet. Im Gegensatz dazu sind Rentenleistungen an das Vorhandensein eines Invaliditätsgrads gebunden, der oftmals bei 50 Prozent liegt. In dem Zusammenhang besteht nur so lange ein Leistungsanspruch, wie der Beeinträchtigungsgrad nachgewiesen werden kann.

Möglichkeit einer Berufs­unfähig­keits­versicherung ohne Gesundheits­prüfung

Abhängig vom jeweiligen Versicherer endet die Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung zwischen dem 25. und 30 Lebensjahr. Danach haben damals versicherte Kinder u. U. die Möglichkeit, eine Berufs­unfähig­keits­versicherung abzuschließen. Diese weist in der Regel dieselbe Höhe auf wie die Rente der Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung. Dabei erfolgt der Abschluss auf Grundlage der Gesundheitsprüfung bei Antragsstellung einer Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung – folglich ohne Beantwortung etwaiger Gesundheitsfragen.

Sinnvoll aber teuer

So sinnvoll der Abschluss einer Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung erscheint, so kostspielig gestaltet sich dieser im Hinblick auf die Versicherungs­beiträge. Dahingehend ist es nicht verwunderlich, dass für die Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rungen Jahresbeiträge zwischen 300 und 500 Euro veranschlagt werden.

Spar­möglich­keiten bei der Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rung

Im Bereich der Kinder­inva­lidi­täts­ver­siche­rungen lassen sich Versicherungs­beiträge einsparen, wenn der Abschluss einer Police mit Einmal­zahlung in Erwägung gezogen wird. In diesem Fall verringern sich die Beiträge auf jährlich 230 Euro. Nichtsdesto­trotz sollte darauf geachtet werden, dass die Einmal­zahlung eine Höhe von mindestens 200.000 Euro aufweist. Schließlich kann ein Pflegefall durch eventuelle Hausumbauten oder ein behinderten­gerechtes Auto sehr teuer werden. Darüber hinaus muss die Einmalzahlung sämtliche Finanzen des Lebens­unterhalts abdecken. Nur wenige Versicherer bieten Kombinationen aus Rente und Einmalzahlung an, die wiederum sehr viel teurer ausfallen.

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