Maria Capobianco
Artikel von
Aktualisiert: 11.01.2017

Kinderinvaliditätsversicherung Test

Die Vorstellung, dass dem Kind etwas Schlimmes passieren könnte, zerrt an jedem Elternteil. Umso wichtiger ist es, die Augen nicht vor eventuellen Gefahren zu verschließen. Damit man im Krankheitsfall nicht mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat, kann der Abschluss einer Kinderinvaliditätsversicherung sinnvoll sein. Der Kinderinvalitätsversicherung Test zeigt auf, welche Leistungen im Versicherungsfall bezogen werden können.

Gefahren lauern überall

Kinderinvaliditätsversicherung Test - Gefahren lauern überall

Es liegt in der Natur des Kindes Spaß zu haben, herumzutoben und zu spielen. Dass diese Erlebnisfreude nicht immer gefahrenlos über die Bühne geht, ahnen die meisten Eltern. So kann schnell der Fall eintreten, dass das Kind vom Baum oder Spielgerüst gefallen ist. Ebenso kann der Sturz vom Fahrrad (Fahrradversicherung im Test) gravierende Verletzungen nach sich ziehen. So glimpflich die Unfälle ausgehen mögen, sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass sich ebenfalls Unfälle mit Folgeschäden ereignen können.

Absicherung ohne Gesundheitsfragen

Im Falle von Folgeschäden springt die Kinderinvaliditätsversicherung ein. Sie stellt keine Alternative zur unabdingbaren Unfallversicherung (Unfallversicherung im Test) dar, sondern vielmehr eine Ergänzung. In dem Zusammenhang hinterfragt die Kinderinvaliditätsversicherung nicht die Ursache. Stattdessen konzentriert sie sich auf die Absicherung eintretender Unfälle oder Krankheiten. Im Unterschied zu anderen Versicherungsarten, müssen sich die Eltern nicht mit der Beantwortung unzähliger Fragen herumschlagen. Dahingehend findet die Feststellung einer eventuellen Invalidität mithilfe einer medizinischen Feststellung statt.

Definition: Kinderinvaliditätsversicherung

Bei dem Versicherungskonzept der Kinderinvaliditätsversicherung handelt es sich um eine erweiterte, kombinierte Unfallversicherung. Sie tritt in Leistung, sobald Kinder unter schweren Erkrankungen, wie zum Beispiel Leukämie, Krebs oder Diabetes zu leiden haben. Im eintretenden Versicherungsfall können die jeweiligen Leistungen über eine monatliche Rente oder Einmalzahlung bezogen werden. Gute Kinderinvaliditätsversicherungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie bereits bei Vorlage eines Schwerbehindertenausweises die Versicherbarkeit sicherstellen.

Leistungen in der Kinderinvaliditätsversicherung

Die Kinderinvaliditätsversicherung leistet sobald das Kind infolge einer Krankheit oder eines Unfalls fortan mit einer chronischen und dauerhaften Erkrankung zu kämpfen hat. Hierbei können Eltern entweder eine einmalige Kapitalzahlung, lebenslange Rente oder eine Kombination aus beidem vereinbaren. Bei Vereinbarung einer monatlichen Rente erstattet die Versicherung einen Betrag, der zwischen 250 und 1.500 Euro liegt. In ihrem Fall empfehlen Experten eine monatliche Rente von mindestens 1.000 Euro. Wer hingegen mit der Kapitalauszahlung (Kapitalanlage im Test) liebäugelt, sollte darauf achten, dass sie eine Höhe von mindestens 200.000 Euro aufweist.

Einschluss einer Beitragsbefreiung möglich

Kinderinvaliditätsversicherung Test - Einschluss einer Beitragsbefreiung

Je nach Versicherer ist auch eine Beitragsbefreiung beim Tod (Risikolebensversicherung im Test)  des Versicherungsnehmers im Versicherungsschutz enthalten. Dafür muss die Kinderinvaliditätsversicherung vor dem 65. Lebensjahr des Versicherungsnehmers abgeschlossen worden sein. Sofern der Haupternährer der Familie verstirbt, besteht für das Kind ganzheitlicher Versicherungsschutz bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Auch ohne jeden Monat Beiträge zu zahlen.

Flexibilität bietet die einmalige Kapitalzahlung

Versicherungsverträge, die eine Einmalzahlung vorsehen, sind sehr viel günstiger und erstatten ab einer Invalidität von einem Prozent. Darüber hinaus ist der zur Verfügung stehende Gesamtbetrag mit einer weitaus höheren Flexibilität gekennzeichnet. Im Gegensatz dazu sind Rentenleistungen an das Vorhandensein eines Invaliditätsgrads gebunden, der bei 50 Prozent liegt. In dem Zusammenhang besteht nur so lange ein Leistungsanspruch, wie der Beeinträchtigungsgrad nachgewiesen werden kann.

Kinderinvaliditätsversicherung im Test – Finanztest hat getestet – April 2014 (Stand: September 2016)

In ihrem Test hat Finanztest (04/2014) das Versicherungskonzept der Kinderinvaliditätsversicherung einer näheren Betrachtung unterzogen. Im Zuge dessen haben sie zehn Angebote im Hinblick auf ihre Versicherungsbedingungen auf den Prüfstand gestellt.

Vorsatz und psychische Erkrankungen werden nicht versichert

Kinderinvaliditätsversicherung Test - Vorsatz und psychische Erkrankungen

Nach Auswertung der unterschiedlichen Kinderinvaliditätsversicherungen rücken verschiedene Ausnahmeregelungen zu Tage. In dem Zusammenhang zeigt der Versicherer keinerlei Leistungsbereitschaft, wenn Erkrankungen vorsätzlich oder durch Unfälle eingetreten sind. Weiterhin sind Unfälle oder Erkrankungen durch die Einnahme von Suchtmitteln nur dann im Versicherungsschutz der Kinderinvaliditätsversicherung enthalten, wenn das Kind nicht älter als zehn Jahre ist. Hingegen gewährt die Kinderinvaliditätsversicherung keinerlei Leistungsanspruch, wenn sich Krankheitsbilder wie zum Beispiel Neurosen, Psychosen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen herauskristallisieren.

Krankheiten die zur Schwerbehinderung führen
 – Epilepsie (selten)
 – Rückenmarkschäden
 – Multiple Sklerose
 – komplette Erblindung
 – Taubheit
 – Diabetes mellitus
 – Krebs
 – Mukoviszidose (mittelschwer)
 – Cushing Syndrom
 – Bronchialasthma

Testsieger

Im Bereich der Kinderinvaliditätsversicherungen haben sich die Basler Versicherung und die WGV Versicherung mit einem guten Testergebnis durchsetzen können. Der Tarif “JuniorSchutzPlus” der Basler Versicherung erhält von Finanztest das Testurteil gut (2,5). Besonders hervorzuheben ist hierbei ihr gut übersichtliches Antragsformular. Hingegen offenbarte die Auswertung ihrer Versicherungsbedingungen ein deutliches Verbesserungspotenzial und kamen lediglich auf ein Gesamtergebnis von 2,7. Neben der Zahlung einer monatlichen Rente in Höhe von 1.000 Euro inkludiert die Basler Versicherung auch eine kleine Kapitalzahlung in ihrer Versicherungspolice.

Versicherungsbedingungen erhalten befriedigendes Urteil

Ebenso gut abgeschnitten hat die WGV Versicherung mit einer Note von 2,4. Dabei kommen ihre Versicherungsbedingungen nicht über ein Gesamtergebnis von 3,1. Genauso wie die Basler Versicherung, erstattet die WGV Versicherung auch eine monatliche Rente von 1.000 Euro. Der Versicherer Barmenia erhält für ihren “KISS”-Tarif lediglich das Qualitätsurteil befriedigend, wobei ihre Versicherungsbedingungen im Vergleich zu den anderen Policen am besten bewertet wurden.

Kinderinvaliditätsversicherung im Test – Ökotest hat getestet – August 2013

Auch das Magazin Ökotest (07/2013) hat sich dem Thema der Kinderinvaliditätsversicherung angenommen und 21 Versicherungstarife von 17 Versicherern auf den Prüfstand gestellt. Hierbei wurde das Augenmerk auf jene Policen gelegt, die eine Rente bzw. hohe Geldsumme im Falle von Invalidität, Verlust und Funktionsstörung infolge Unfall oder Krankheit erstatten. Weiterhin hängt ihre Leistungsbereitschaft vom jeweiligen Grad der Behinderung ab.

Testsieger

Nach Auswertung der unterschiedlichen Policen konnten im Bereich der Kinderinvaliditätsversicherung folgende Testsieger festgestellt:

Versicherer Punkte
Bayerischer Versicherungsverband 41,0
DEVK 36,5
WGV 36,5

Sie schließen nicht nur angeborene Krankheiten in ihren Versicherungsschutz ein. Vielmehr gewähren sie auch eine Beitragsbefreiung bei Tod des Beitragszahlers. Bei Versterben des beitragszahlenden Elternteils übernimmt die Versicherung künftige Prämienzahlungen. Die Kinderinvaliditätsversicherungen der beiden Erstplazierten, Bayerischer Versicherungsverband und DEVK, charakterisieren sich dadurch, dass sie lebenslange Renten (Private Rentenversicherung im Test) leisten und ab einem Grad der Behinderung von 50 Prozent in Erstattung treten. Im Falle des Bayerischen Versicherungsverbands kann der Versicherungsabschluss bereits zwischen der vierten Lebenswoche und dem 16. Lebensjahr erfolgen. Hingegen sieht die DEVK eine Versicherungsabschluss zwischen dem ersten und 17. Lebensjahr vor.

Sinnvoll aber teuer

So sinnvoll der Abschluss einer Kinderinvaliditätsversicherung erscheint, so kostspielig gestaltet sich dieser im Hinblick auf die Versicherungsbeiträge. Dahingehend ist es nicht verwunderlich, dass für die Kinderinvalidätsversicherungen Jahresbeiträge zwischen 300 und 500 Euro veranschlagt werden.

Sparmöglichkeiten der Kinderinvaliditätsversicherung

Kinderinvaliditätsversicherung Test - Sparmöglichkeiten

Im Bereich der Kinderinvaliditätsversicherungen lassen sich Versicherungsbeiträge einsparen, wenn der Abschluss einer Police mit Einmalzahlung in Erwägung gezogen wird. In diesem Fall verringern sich die Beiträge auf jährlich 230 Euro. Nichtsdestotrotz sollte darauf geachtet werden, dass die Einmalzahlung eine Höhe von mindestens 200.000 Euro aufweist. Schließlich kann ein Pflegefall (Pflegeversicherung im Test) durch eventuelle Hausumbauten oder ein behindertengerechtes Auto (KFZ-Versicherung im Test) sehr teuer werden. Darüber hinaus muss die Einmalzahlung sämtliche Finanzen des Lebensunterhalts abdecken. Nur wenige Versicherer bieten Kombinationen aus Rente und Einmalzahlung an, die wiederum sehr viel teurer ausfallen.

Möglichkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsprüfung

Abhängig vom jeweiligen Versicherer endet die Kinderinvaliditätsversicherung zwischen dem 25. und 30 Lebensjahr. Danach haben damals versicherte Kinder die Möglichkeit, eine Berufsunfähigkeitsversicherung (Berufsunfähigkeitsversicherung im Test)  abzuschließen. Diese weist in der Regel dieselbe Höhe auf, wie die Rente der Kinderinvaliditätsaversicherung. Dabei erfolgt der Abschluss auf Grundlage der Gesundheitsprüfung bei Antragsstellung einer Kinderinvaliditätsversicherung – folglich ohne Beantwortung etwaiger Gesundheitsfragen.