Maria Capobianco
Artikel von
Aktualisiert: 06.12.2019

Wohn-Riester im Test & Tarifvergleich

Aktuelle Tests 2019, Tipps für den Vergleich & kostenloser Tarifvergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Test des Wohn-Riesters von Bausparkassen 2019 konnten u. a. die Bausparkasse Schwäbisch Hall, BHW Bausparkasse und LBS Südwest mit einer sehr guten Fairness überzeugen (ServiceValue, 2019).
  • Laut ServiceAtlas von Filial- und Direktbanken punkten u. a. ING, DKB, comdirekt und Norisbank mit sehr guten Ergebnissen (ServiceValue, 2019).
  • Stiftung Warentest betont, dass sich der Wohn-Riester immer noch lohnen kann, da sich Sparer beim geförderten Bausparen einen günstigen Zins für die Zukunft sichern können.
  • Beim Vergleich des Wohn-Riesters sollten sich Sparer zunächst für eine der Optionen entscheiden: Riester-Bausparvertrag, Riester-Kredit oder Riester-Fondssparplan.

1. Wohn-Riester im Test: Fairness von Bausparkassen 2019

Das Analyseinstitut ServiceValue hat Mitte 2019 eine Kundenumfrage zur Fairness von Bausparkassen durchgeführt. Diese bieten Riester-Bausparverträge an, mit denen ein Eigenheim finanziert werden kann. Insgesamt standen 19 Bausparkassen im Test (Quelle).

Das Ergebnis: Die fairsten Bausparkassen mit Wohn-Riester-Option

Bausparkasse Bewertung
Bausparkasse Schwäbisch Hall Sehr gut
BHW Bausparkasse Sehr gut
LBS Südwest Sehr gut
Signal Iduna Bauspar Sehr gut
Wüstenrot Bausparkasse Sehr gut
Bausparkasse Mainz Gut
Debeka Bausparkasse Gut
LBS Bayern Gut
LBS Nord Gut
LBS West Gut

So wurde getestet

Die Kunden sollten die Bausparkasse in folgenden Kategorien bewerten:

  • Attraktivität der Produkte
  • Beratungsqualität
  • Einhalten von Terminen
  • Erfassung finanzieller Verhältnisse
  • Berücksichtigung persönlicher Verhältnisse
  • Transparenz der Berechnungen
  • Verständlichkeit der Angebots- und Vertragsunterlagen
  • Leichter Mitarbeiterkontakt
  • Reaktion bei Anliegen
  • Angenehmer Service

Insgesamt nahmen über 1.700 Kunden an der Befragung teil.

2. Wohn-Riester-Banken: ServiceAtlas 2019

2019 hat ServiceValue den Service-Atlas zu Banken aufgestellt. Dabei standen 11 Filialbanken und 11 Direktbanken im Test (Quelle).

Über 2.100 Kundenurteile wurden zu folgenden Kategorien eingeholt:

  • Kundenzufriedenheit
  • Kundenservice
  • Leistung
  • Kundenkommunikation
  • Nachhaltige Kundenorientierung
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Direkt-Banking
  • Filial-Banking

Die Testsieger

Folgende Banken schneiden mit „sehr gut“ ab:

  • ING
  • DKB Deutsche Kreditbank
  • Triodos Bank
  • Norisbank
  • comdirect
  • 1822Direkt
  • EthikBank

2. Stiftung Warentest prüft Wohn-Riester

Der jüngste Test der Stiftung Warentest zum Wohn-Riester stammt von 2017. Dabei haben die Experten Angebote der deutschen Bausparkassen bewertet. Nur zehn Bausparkassen reagierten auf die Anfrage von Stiftung Warentest und schickten Angebote zu vorgegebenen Beispielszenarien ein (Quelle).

Drei Musterfälle

  • 7 Jahre Laufzeit, 2.100 Euro jährliche Sparrate
  • 10 Laufzeit, 2.100 Euro jährliche Sparrate
  • 10 Laufzeit, 800 Euro jährliche Sparrate

Ergebnis und Fazit zum Wohn-Riester Test 2017

Die Experten kommen zu dem Ergebnis, dass sich der Wohn-Riester noch immer lohnen kann – trotz meist extrem niedriger Verzinsung des Sparguthabens. Grund ist die Tatsache, dass sich der Sparer mit dem geförderten Bausparen auch sehr günstige Zinsen für das zukünftige Darlehen sichert. Wer 2017 einen Wohn-Riester-Vertrag abgeschlossen hat, erhielt Zinszusagen von 2,0 bis 2,5 Prozent. Diese Zinshöhe ist garantiert. Auch wenn in 10 Jahren der Zinssatz für Darlehen bei 6 oder 8 Prozent liegen sollten. Wichtig ist, dass sich diese Form des Bausparens nur für den Sparer lohnt, der den Vertrag tatsächlich für den Kauf oder Bau einer selbstgenutzten Immobilie nutzen möchte.

Die kompletten Testergebnisse sind nur im Bezahlbereich von Stiftung Warentest einsehbar.

Fragen zum Wohn-Riester?

Bei Fragen zum Wohn-Riester, nehmen Sie Kontakt mit unseren unabhängigen Versicherungsmaklern auf. Wir unterstützen Sie gerne bei der Suche nach der passenden Versicherung. Telefonisch unter 030 – 120 82 82 8 oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de. Nutzen Sie auch gern unser kostenfreies Vergleichsformular.

Wohn-Riester im Vergleich: Tipps & Hinweise

Wer sich für das Wohn-Riestern interessiert, dem stehen unterschiedliche Ansparoptionen zur Verfügung:

Riester-Bausparvertrag

Beim Abschluss eines Riester-Bausparvertrags spart man zunächst Kapital an. Während der Anparphase lässt sich die Höhe der Einzahlung beliebig variieren. Jedoch führt eine etwaige Änderung bzw. Stilllegung der Einzahlung dazu, dass man das Darlehen erst sehr viel später in Anspruch nehmen kann. Wer sieben Jahre konstant in den Bausparvertrag einzahlt, kann anschließend über das angesparte Guthaben inklusive aller Zulagen verfügen. Dieses kann beliebig zur Ablösung eines bestehenden Baukredits oder zum Kauf eines Eigenheims verwendet werden.

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Riester-Kredit

Wird hingegen ein Riester-Kredit vereinbart, erhält man einen riestergeförderten Baukredit, der direkt für den Erwerb eines Eigenheims eingesetzt wird. Anschließend zahlt man das Wohn-Riester-Darlehen in gleich hohen Raten zurück, wobei Sonderzahlungen und Tilgung lediglich 2.100 Euro p.a. ausmachen dürfen.

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Riester-Fondssparplan

Mit jeder Einzahlung und Zulage werden Investmentfonds erworben, die langfristig zu höheren Renditechancen verhelfen sollen. Dabei hat der Sparer die Möglichkeit, die Höhe der Einzahlungen jederzeit anzupassen bzw. auszusetzen. Darüber hinaus kann der Anleger das Fondsguthaben zum Kauf seiner eigenen vier Wände oder Baukreditablöse aufwenden.

Mit einem Riester-Fondssparplan haben die Sparer zwar die Chance auf eine hohe Rendite, allerdings wiegt hier auch das Risiko etwas höher als bei der klassischen Riester-Rente. Der Grund hierfür liegt darin, dass das Ersparte am Kapitalmarkt angelegt wird. Der Wohn-Riester sollte daher eher klassisch angelegt werden.

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Voraussetzungen für den Wohn-Riester

Der Sparer muss das Eigenheim selbst nutzen. Gefördert wird folgender Wohneigentum:

  • Wohnung in einem eigenen Haus
  • Eigentumswohnung
  • Genossenschaftswohnung
  • Eigentumsähnliches oder lebenslanges Dauerwohnrecht

Welcher Kredit wird beim Wohn-Riester gefördert?

Es stehen dem Anleger zwei Bausparkredite zur Auswahl:

1. Annuitätendarlehen bei Banken

Beim Riester-Darlehen mit direkter Tilgung beträgt die Laufzeit bis zu 20 Jahren. Der Unterschied im Vergleich zu einem klassischen Darlehen ist, dass die Tilgung durch die staatliche Förderung erfolgt. Das mindert die Gesamtlaufzeit zum Teil erheblich.

2. Kombikredit

Mit diesem Baukredit wird ein Bausparvertrag in gewünschter Kapitalhöhe abgeschlossen. Die Bausparkassen zahlen einen Vorschuss in Höhe der erforderlichen Bausparsumme. Das Riester-Darlehen wird bis zur Zuteilung und der gezahlte Vorschuss durch das Guthaben abgelöst. Kombikredite sind im Test auf Grund der geringen Zinsen die günstigere Alternative für Wohneigentum.

Prinzip der Zulagen beim Wohn-Riester

Die Riester-Rente ist Vorbild der Förderung und gleichzeitig auch Namensgeber. Bauherren schließen hier einen zertifizierten Riester-Vertrag ab. Wer die maximale Förderung erhalten möchte, der zahlt vier Prozent seines Bruttoeinkommens aus dem Vorjahr abzüglich der Zulagen ein und erhält dabei:

  • Grundzulage: 175 Euro
  • Kinderzulage: Bis zu 300 Euro
  • Garantierte Mindestrendite: 0,9 Prozent

Wie bei der Riester-Rente erhalten auch hier Anleger, die das 25. Lebensjahr nicht überschritten haben, einmalig 200 Euro hinzu.

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Nachgelagerte Besteuerung

Wurde der Bausparer während der Ansparphase noch mit Zulagen und Förderungen begünstigt, wendet sich spätestens in der Rentenphase das Blatt. Dann müssen auf die geförderten Spar- und Tilgungssummen Steuern gezahlt werden. Diese orientieren sich an dem individuellen Steuersatz des Riester-Rentners. Damit der Staat die Steuern auch nach vorheriger Kapitalentnahme erheben kann, hat die Bundesregierung ein sogenanntes Wohnförderkonto eingeführt, das alle Tilgungsleistungen und Zulagen aufzeichnet. Neben der Erfassung werden die Positionen mit jährlich zwei Prozent verzinst.

Im Rahmen der nachgelagerten Besteuerung kann der Anleger zwischen zwei Zahlungsoptionen wählen. Entweder er zahlt die Verbindlichkeiten aus dem Wohnförderkonto in einer Summe und erhält auf den fälligen Betrag einen Rabatt von drei Prozent. Oder aber er entscheidet sich dazu, die Schuld bis zu seinem 85. Lebensjahr in gleich großen Raten abzubezahlen. Verstirbt der Ansparer vor seinem 85. Geburtstag, müssen die Erben die ausstehende Steuerschuld begleichen.

Fazit

Wer sein Eigenheim finanzieren will, der kommt am Wohn-Riester nicht vorbei. Dieser vereint private Altersvorsorge mit der Eigenheimfinanzierung. Ein Abschluss lohnt schon auf Grund der geringen Zinsen und der hohen staatlichen Förderung. Die besten Tarife haben die Bausparkassen im Angebot. Durch die staatliche Zulage ist ein Kredit laut Wohn-Riester-Test bis zu 23 Monaten früher getilgt.

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