Claudia Täubner
Artikel von
Aktualisiert: 06.09.2018

Mobile Abkühlung? Was beim Klimageräte Test zählt

Um der Sommerhitze entgegenzuwirken, entscheiden sich viele Haushalte zur Installation einer teuren Split-Klimaanlage. Doch muss es wirklich so kompliziert sein? Immerhin versprechen mobile Klimageräte neben der angenehmen Abkühlung auch eine flexible Einsetzbarkeit – und das zum vergleichsweise moderaten Preis.

Klimaanlage oder Klimagerät?

Wer sich für den Kauf eines mobilen Klimagerätes entscheidet, steht vor einer unüberschaubaren Menge an Produkten. Zunächst einmal ist es wichtig, die portablen Modelle von den Großgeräten abzugrenzen.

>> Hier geht es zum Klimaanlagen-Test für Großgeräte <<

Zu den Großgeräten gehören fest installierte Split-Geräte mit separatem Innen- und Außenteil, andererseits aber auch sogenannte Monoblöcke, die über einen aus dem Fenster zu hängenden Abluftschlauch verfügen. Wesentliches Merkmal der mobilen Ausführungen im Vergleich zu Großgeräten ist das Nichtvorhandensein dieses Schlauchs, was zu einer deutlich besseren Portabilität führt.

Darüber hinaus sind Klimaanlagen und Klimageräte hinsichtlich ihrer Funktionsweise zu unterscheiden: Während Klimaanlagen mittels eines Kühlmittels betrieben werden und, insbesondere bei Split-Geräten, dank eines Kreislaufs aus warmer und kalter Luft funktionieren, basieren die meisten Klimageräte auf dem deutlich simpleren Prinzip der Verdunstungskälte.

So funktioniert die Verdunstungskälte

Aus einem Wassertank wird das Wasser in einen Filter gegeben, der sich mit der Flüssigkeit vollsaugt. Hinter diesem Filter befindet sich ein Lüfter, der die warme Außenluft ansaugt und durch den nassen Filter schickt. Die vorne ausströmende Luft ist schließlich kälter als die angesaugte.

Für Konsumenten ist dies ein hilfreiches Merkmal zur Unterscheidung von Monoblock-Klimaanlage und Klimagerät, denn das Prinzip der Klimaanlage erfordert unbedingt einen oder zwei Abluftschläuche. Wer sich diese Schläuche aus Gründen der Flexibilität und Mobilität nicht vorstellen kann, ist mit dem Kauf eines Klimagerätes folglich besser beraten.

Beim Klimageräte-Test auf Funktionsumfang achten

Klimageräte TestHinsichtlich der Bauart und Funktionsumfänge variieren die einzelnen Modelle stark voneinander. Das Feld reicht von Mini-Geräten mit USB-Anschluss bis hin zu größeren Anlagen, die mithilfe von Rollen durch den Raum bewegt werden. Letztere sind häufig als sogenanntes 3-in-1-System erhältlich, bieten also neben Kühlung auch einfache Ventilation sowie Luftentfeuchtung. Zusätzliche Funktionen wie eine Fernbedienung, eine Timer-Funktion oder ein Frostschutz erhöhen den Komfort, gehen aber auch mit höheren Anschaffungskosten einher.

Steigender Beliebtheit erfreuen sich zudem Mini-Varianten, die ihren Strom per USB-Anschluss beziehen und einfach auf den Schreibtisch gestellt werden. Sie sind mitunter zu sehr günstigen Preisen von 50 Euro oder weniger erhältlich, erweisen sich in der Praxis aber leider als wenig hilfreich. Sowohl die mangelnde Kühlleistung als auch dürftige Zuverlässigkeit sind große Kritikpunkte, weshalb vom Kauf solcher Billig-Geräte eher abzuraten ist. Wer mehr investiert, bekommt zwar zuverlässigere Modelle, muss aber immer noch mit einer im Vergleich zu größeren Versionen schwachen Kühlleistung leben. Sinnvoller ist hier die Anschaffung eines Klimageräts, das auf dem Boden steht und den ganzen Raum erfasst.

Lautstärke und Kühlleistung elementare Eigenschaften

Im Alltag interessiert vor allem die Frage nach der Leistung: Wie wirksam und schnell kühlt das Gerät? Bereits nach kurzer Zeit des Vergleichens wird man feststellen, dass sich Investitionen in teurere Anlagen vor allem bei der Leistung bemerkbar machen – die Wasser-Luft-Kühlung arbeitet hier effizienter und oftmals auch leiser. Die Lautstärke als Entscheidungsgrund wird ohnehin unterschätzt, obwohl sie von höchster Relevanz ist. Nicht selten erreichen die Ausführungen 65 Dezibel, was mit dem Geräusch einer laufenden Nähmaschine verglichen werden kann. Die Lösung vieler Hersteller ist ein sogenannter Silent-Modus, der die Lautstärke gegenüber dem normalen Betrieb reduziert und insbesondere beim Schlafen von Nutzen ist.

Bezüglich der Kühlleistung sollten Käufer mobiler Klimageräte generell keine Wunder erwarten, da das Prinzip der Verdunstungskälte leistungsschwächer ist als die Verwendung von Kühlmitteln. Somit dauert es vergleichsweise lange, einen ganzen Raum abzukühlen – die punktuelle Erfrischung steht bei mobilen Klimageräten im Vordergrund. Sie sind als „Ventilator Plus“ zu verstehen, die im Gegensatz zur reinen Umluft eine eigene Kühlleistung vollbringen.

Wie teuer sind Klimageräte?

Nicht nur die Anschaffungs-, sondern vor allem die laufenden Kosten sind ein zentrales Thema beim Klimageräte-Test. Anwender sollten wissen, dass selbst sparsame Varianten zu den energieintensivsten Verbrauchern im Haushalt zählen und etwa 20 bis 35 Cent an Stromkosten pro Stunde verursachen. Einen wichtigen Hinweis stellt die Energieeffizienz-Klasse dar, wobei die Bezeichnung „A+++“ die höchste Effizienz bedeutet. Auch wenn die niedrigere Abstufung „A“ immer noch gut klingt, bewegt sich die Effizienz entsprechender Geräte nur noch im akzeptablen Rahmen – es ist also anzuraten, sich für „A+++“ zu entscheiden.

Wer die Anschaffung tätigt, investiert in der Regel zwischen 50 Euro für das Tischgerät und einigen hundert Euro für hochwertige Varianten, die auf dem Boden stehen. Darüber hinaus fällt mit der Entsorgung anfallenden Kondenswassers ein gewisser Wartungsaufwand an. Erstmalige Benutzer solcher Geräte wundern sich häufig, warum nach einigen Betriebsstunden die Leistung nachlässt – die Lösung besteht meist in der Nachfüllung frischen Wassers und der Reinigung des Geräts.

Gesundheit und Umwelt

Aus gesundheitlicher Sicht sind gut gewartete Klimageräte völlig unbedenklich, oft beinhaltet die Raumluft in klimatisierten Räumen sogar weniger Keime als in nicht klimatisierten Zimmern. Dies gilt aber nur bei regelmäßiger Wartung – andernfalls können Keime entstehen, die für unangenehme Gerüche sorgen und ein tatsächliches Gesundheitsrisiko darstellen. Die gute Nachricht: Im Vergleich zu Split-Klimaanlagen oder komplizierten Monoblöcken ist diese Wartung recht simpel, es bedarf also keines Fachmannes zur Durchführung.

Da ein Kühlmittel fehlt, kann dieses auch nicht auslaufen – ein Plus an Sicherheit und Umweltschutz. Denn während auslaufende Kühlmittel ein erhebliches Risiko für Mensch und Umwelt darstellen, kann beim Klimagerät allenfalls etwas Wasser auslaufen. Aus Kosten- und Umweltgründen empfiehlt sich der Dauereinsatz nicht, zumal viele Anlagen gar nicht für das Herunterkühlen ganzer Räume geeignet sind.

Fazit: Augen auf beim Kauf!

Mobile Klimageräte erweisen sich in vielerlei Hinsicht als vorteilhaft gegenüber großen Anlagen. Sie punkten mit Flexibilität, vergleichsweise niedrigen Kosten und bedürfen keiner aufwendigen Installation. Je nach Modell, können Lautstärke und Leistung, aber auch Funktionsumfang und Simplizität der Wartung stark variieren – ein Vergleich ist somit die beste Möglichkeit, um ein gutes Gerät zu finden. Vorsicht ist bei günstigen Tisch-Ausführungen geboten, deren Wirksamkeit und Zuverlässigkeit häufig auf sehr niedrigem Niveau ist.

Die Betriebskosten sollten beim Klimageräte Test nicht unterschätzt werden, weshalb die Wahl einer hohen Energieeffizienzklasse empfehlenswert ist. Solange die Wartung richtig durchgeführt wird, stellen die Modelle keine Gefahr für Gesundheit oder Umwelt dar – ganz im Gegenteil, klimatisierte Luft ist häufig sogar sauberer als unklimatisierte.