Mario Müller
Artikel von
Veröffentlicht: 13.05.2014
Aktualisiert: 10.02.2016

Gasanbieter Test

Gasanbieter im Test. Der Klimawandel stellt uns nicht nur vor versicherungstechnischen Herausforderungen, denen wir, bedingt durch Naturkatastrophen, ausgesetzt sind sondern lässt uns aktiv daran teilhaben, sobald wir vor die Tür gehen. Wir bemerken zweierlei Tendenzen: zum einen werden die Sommermonate angenehm warm und zum anderen haben wir mit ebenso kalten Wintermonaten zu kämpfen. Gerade diese sehr bibbernde Zeit verbringen wir sehr häufig im Warmen, in Decken eingehüllt und mit laufender Heizung. Neigt sich das Jahr dem Ende zu, kommt dann die böse Überraschung unseres großzügigen Heizens: die Energieabrechnung mit inbegriffener Nachzahlung. Bei dem übermäßigen Wärmen der eigenen vier Wände, vergessen wir häufig, dass selbst die Gasversorger ihre Preise durch die starken Wintereinbrüche anpassen. Doch was heißt das genau für uns? Das wir in kalten Wintermonaten frieren müssen um energiebewusst und sparsam zu leben? Die Antwort auf diese Frage liegt viel näher als wir denken, wenn wir uns mit einem Wechsel des Anbieters auseinandersetzen. Infolgedessen hat das Deutsche Institut für Service Qualität die unterschiedlichen Gasanbieter hinsichtlich ihres Preisleistungsverhältnisses untersucht.

Gasanbieter Test – DiSQ hat getestet (aktueller Test 2014)

Im Zuge dessen hat das Deutsche Institut für Service-Qualität 33 regionale sowie überregionale Gas- und Ökogasversorger unter die Lupe genommen. Bei der ausgeführten Erhebung wurden die einzelnen Anbieter hinsichtlich ihres Services einer genaueren Betrachtung unterzogen. Damit aus der Gesamtheit aller Gasanbieter die mit Abstand besten herausgefiltert werden konnten, wurde die Servicequalität mithilfe von 31 Testpersonen unter Einsatz von Telefon, E-Mail und Internet geprüft. Darüber hinaus wurden Preise und Leistungen der Gasanbieter aus Berlin, Hamburg, München und Köln aus nächster Sicht begutachtet. Mit dem Zweck ein repräsentables Ranking aufzustellen, welches gleichzeitig ein hohes Maß an Transparenz und Vergleichbarkeit bietet, ist bei der Studie davon ausgegangen worden, dass bereits festgelegte Verbrauchsangaben bei den günstigsten Angeboten bestanden. Weniger ins Gewicht fielen dabei die Bonuszahlungen, langfristige Vorauszahlungspflichten, Kautionen und Sonderabschläge, aber auch Paket-Tarife und limitierte Tarif-Aktionen.

Tarifvergleich mit dem Testsieger Rechner von Verivox (ausgezeichnet von der Stiftung Warentest zum besten Energie-Vergleichsrechner 2013)

Testergebnisse und Rankings

Geht man im Einzelnen auf die Qualität hinsichtlich der Kundenorientierung und des Services ein, müssen die Gasversorger aktiv werden und sich um Verbesserungen bemühen, damit ihnen keine Kunden abspringen. Insbesondere der E-Mail- Verkehr wies Schwächen auf: jeder fünfte Kunde bekam erst gar nicht eine Antwort von seinem Anbieter. Erhielten diese aber Antworten, so fielen sie sehr spärlich und lückenhaft aus, sodass dies noch weitere Fragen aufwerfen ließ. Ein weiterer Knackpunkt ließ sich auch bei den Gesprächen bemerken, denn dort bekamen die Anfrager auch nicht zufriedenstellende Informationen.

Demnach konnte sich die gesamte Branche mit nur mittelmäßigen Ergebnissen und einem „befriedigend“ im Testurteil zufrieden geben. Nichtsdestotrotz gab es unter der Vielzahl von Anbietern auch Versorger, die besonders kundenorientiert arbeiteten und einen vielversprechenden Service boten.

Betrachtet man die Auswertung der Gasanbieter näher, konnte für den Bereich Gas folgendes Ranking erstellt werden:

  1. Montana
  2. Knauber Erdgas
  3. Envitra Energie
  4. Entega
  5. Scharr Wärme
  6. Extraenergie
  7. Leu Energie
  8. Sauber Energie
  9. Stadtwerke München
  10. Team Energie

Schaut man sich das Urteil der Versorger im Bereich Ökogas an, konnte sich folgende Top 10 festhalten:

  1. Knauber Erdgas
  2. Montana
  3. Extraenergie
  4. Scharr Wärme
  5. Sauber Energie
  6. Leu Energie
  7. Stadtwerke München
  8. Entega
  9. Envitra Energie
  10. Relaxgas

Im Bereich Gas hat vor allem Montana die Auswertung für sich entscheiden können. Sie zeichnet sich nicht nur durch sehr preiswerte Tarife aus, die deutlich unter den zu erwartenden Preisen lagen, sondern war auch hinsichtlich der Kundenbetreuung und beim Service weit vorne. Im Bereich Ökogas hat Knauber Erdgas die Bewertung zu ihren Gunsten entscheiden können, denn sie bekam als einziges Versorgungsunternehmen das Urteil „sehr gut“. Wohingegen sie mit eher befriedigenden Leistungen aus der Konditionsanalyse hervorging.

Wie kann ich die Kosten beim Gasverbrauch sparen?

Mit den jährlich steigenden Gaspreisen wird vermehrt die Frage in den Raum geworfen, wie sich Kosten einsparen lassen ohne die Heizgewohnheiten ändern zu müssen. Infolgedessen gilt es sich Unterstützung durch hilfreiche Ratschläge zu holen, damit am Ende nicht vor Schreck auf die Summe des zu zahlenden Gasverbrauchs geschaut werden muss:

Einsatz von Thermostat-Ventilen: mit Einsatz der Ventile lassen sich die Temperaturen automatisch regulieren sodass eingestellt werden kann, dass die Temperatur zur Nachtzeit, an Wochenenden oder Werktagen eine bestimmte Gradzahl beträgt.

Stoßlüften: ein bis zweimal das Fenster weit öffnen und lüften, anstatt gekippte Fenster.

Dämmung: Decken und Wände sollten über eine ausreichende Dämmung verfügen, damit keine warme Luft entkommen kann und die Heizungskosten in die Höhe schießt.

Wechsel: wer keine weiteren Investitionen oder Umbauten tätigen will um Kosten zu sparen, der sollte im Internet immer auf der Hut nach neuen Tarifangeboten sein. Dabei können vor allem Online Vergleichsrechner eine gute Hilfe sein den passenden Gasversorger zu finden, der nicht so hohe Verbrauchspreise fordert.

Was ist bei einem Wechsel zu beachten?

Möchte man die erhöhten Preise des jetzigen Gasversorgers nicht mehr tragen und hat sich zu einem Wechsel des Anbieters entschlossen sind einige Kriterien zu beachten:

günstiger Anbieter: der häufigste Grund warum Konsumenten sich dazu entschließen einen Wechsel durchzuführen, liegt vermehrt in der preislichen Anpassungspolitik ihrer jetzigen Versorger. Dementsprechend beginnt die Suche mit dem Fokus „wer ist am günstigsten?“.

Tarifwahl: die Tarife bestehen aus Grundpreis und dem Gaspreis, der die Kosten des entstandenen Verbrauchs widerspiegelt. Wird Gas hin und wieder genutzt, sollte man einen Tarif wählen, der einen niedrigen Grundpreis und einen höheren Gaspreis aufweist. Wird das Gas hingegen in mehrfacher Weise genutzt, ist eine Zusammenstellung des Tarifs aus höherem Grundbetrag und geringem Gaspreis die bessere Alternative.

Gaspreis in Zukunft: der zukünftige Gasanbieter sollte eine moderate Preisentwicklung aufzeigen, die nach der Phase der Niedrigpreise nicht mit drastischen Erhöhungen ins Haus fällt.

Vertragslaufzeit: empfehlenswert sind Verträge mit kurzen Laufzeiten, die den Konsumenten nicht zu sehr an den Gasanbieter binden, ideal ist eine monatliche Kündigungsfrist.

Zahlungsmodalitäten: Gasabrechnungen werden auf verschiedenste Weise in Rechnung gestellt, zum einen monatlich aber auch zweimonatige oder quartalsweise Zahlungsvereinbarungen sind möglich. Dabei soll darauf geachtet werden, welche die persönliche Präferenz ist.

Wechselprämie: Der Wechsel zu einem neuen Gasversorger gibt dem Verbraucher die Möglichkeit eine Wechselprämie zu ergattern, wenn dieser dem Gasversorger mindestens 12 Monate die Treue wahren kann.

Versorgungspflicht: der Endverbraucher kann gewiss sein, nie den Zugang zu Gas verlieren zu können, da der Anbieter dazu verpflichtet ist, ihm das Gas zur Verfügung zu stellen.

Fazit

Wer für sein großzügiges Heizverhalten weiter tief ins Portemonnaie greifen möchte, der hält seinem jetzigen Gasversorger die Treue. Jedoch zeigt die Auswertung der verschiedenen Anbieter, dass ein Wechsel Sinn macht um Kosten zu sparen und seine Gewohnheiten nicht zu sehr ändern zu müssen. Hierbei kann ein Vergleich sehr gut bei der Suche nach einem passenden Anbieter helfen. Jedoch kann sich der günstigste Anbieter nie finden, da dadurch immer Abstriche in den Leistungen gemacht werden. Nichtsdestotrotz kann selbst ein Wechsel nicht viel dazu beitragen die Kosten zu senken, wenn man übermäßig viel Energie verbraucht. Deswegen ist es wichtig, das eigene Verbrauchsverhalten zu ändern und energiebewusster zu leben.

Quellen und weitere Infos: