Maria Capobianco
Artikel von
Aktualisiert: 18.07.2017

Tierkrankenversicherung Test

Haustiere sind aus dem Leben eines Menschen nicht mehr wegzudenken. Fast jeder Haushalt besitzt ein Haustier, sei es Hund, Katze, Kaninchen oder Hamster. Neben den gesamten Lebenshaltungskosten gehört es auch dazu seinen tierischen Partner infolge einer Krankheit mit der passenden Tierkrankenversicherung auszustatten. Hierbei zeigt der Tierkrankenversicherung Test, welche Anbieter einen umfassenden Versicherungsschutz für den Vierbeiner bereithalten.

Tierkrankenversicherung – Ökotest hat getestet – Juli 2014 (Stand: Dezember 2015)

Das Versicherungskonzept der Tierkrankenversicherung wurde letztmalig von dem Testinstitut Ökotest hinsichtlich ihrer Leistungsstärke unter die Lupe genommen. Hierzu schauten sie sich 52 Tarife von sechs Anbietern an und untersuchten genauer, wie es um den Krankenschutz von Hunden und Katzen bestellt ist. Mithilfe einer Tierärztin wurde ein Fall aus der täglichen Tierarztpraxis nachgestellt, welches von folgender Ausgangssituation ausging:

Ausgangssituation

Ein Hund und eine Katze sind zwei Jahre lang gesund. Sie suchen den Tierarzt ausschließlich zu Vorsorgeuntersuchungen auf. Darüber hinaus sind die Tiere sterilisiert. Zu Beginn des dritten Jahres erkranken die Vierbeiner, sodass komplizierte Heilbehandlungen erfolgen: sie müssen aufwendig ambulant behandelt und zweimal unter Narkose operiert werden.

Krankheiten führen zum Ausschluss der Versicherungsleistung

Die Analyse der unterschiedlichen Tierversicherungen bestätigen, dass insbesondere das Kleingedruckte der Versicherungsverträge einige Einschränkungen bereithält. Ausschlüsse, Wartezeiten, Selbstbeteiligungen und unterschiedliche Leistungen sind nur einige Hürden, die den Versicherungsabschluss erschweren. Darüber hinaus wird nur gesunden Tieren der Versicherungsschutz gewährt. Werden erst im Nachhinein angeborene Erkrankungen festgestellt, kann der Besitzer keinerlei Versicherungsleistungen erwirken. Zudem sind einige Krankheiten vorübergehend bzw. gar nicht erst Bestandteil der Tierkrankenversicherung. Zum Beispiel schließt die Allianz zwölf Krankheitsbilder für die Dauer von zwei Jahren vom Versicherungsschutz aus.

Erhöhung der Versicherungsleistungen – nur unter bestimmten Voraussetzungen

Ferner deckt der Test auf, dass Versicherungsnehmer im schlechtesten Fall zur Kasse gebeten werden. Denn die Tierversicherungen erlauben nur unter bestimmten Voraussetzungen einen Anstieg ihrer Leistungen. Somit wird Kunden der Versicherungsgesellschaft Fressnapf ein Anstieg der Versicherungsleistung von 500 Euro für den Hund und 250 Euro der Katze nur gewährt, wenn ein Jahr lang keine Leistungen in Anspruch genommen worden sind. Erhalten Versicherungsnehmer bei Fressnapf noch stolze Leistungssummen im Krankheitsfall, müssen sich Versicherte bei der Uelzener mit dem einfachen Satz der GOT zufriedengeben.

Hohe Kosten sind zu befürchten

Neben der mageren Versicherungsleistung offenbart die Auswertung, dass der Abschluss einer Tierkrankenversicherung nicht günstig für den Versicherungsnehmer ausfällt. In dem Zusammenhang berechnet die Agila für die Versicherung eines Schäferhundes einen jährlichen Beitrag in Höhe von 935 Euro. Ein ähnliches Szenario zeichnet sich ab, wenn es um die Absicherung einer Freigängerkatze geht. In dem Fall kommt bei der Agila in drei Jahren ein Versicherungsaufwand von 1.200 Euro zustande. Dagegen verbuchen Versicherungsnehmer der Uelzener innerhalb von drei Jahren einen Kostenfaktor von 1.100 Euro – mit geringeren Versicherungsleistungen.

Operationsschutz als günstige Alternative

Wie auch in vorherigen Tests stellt sich der Operationsschutz als kostengünstigste Option zur Absicherung des Tiers heraus. Einen ganzheitlichen Schutz erhalten kleine Hunde bei der Agila im OP-Kostenschutz Exklusiv bereits ab einem jährlichen Versicherungsbeitrag von 230 Euro. Hingegen sind Katzen beim Petplan OP-Kostenschutz zu einem jährlichen Beitrag von 140 Euro rundum abgesichert.

Bei Fragen zur Tierkrankenversicherung, nehmen sie Kontakt mit unseren unabhängigen Versicherungsmaklern auf. Wir unterstützen sie gerne bei der Suche nach der passenden Versicherung. Telefonisch unter 030 – 922 77 527 oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de.

Tierkrankenversicherung bei Finanztest

Tierkrankenversicherung TestIm Gegensatz dazu betrachtete Finanztest (Ausgabe: 02/2011) die unterschiedlichen Tierkrankenversicherungen  unter dem Aspekt des Versicherungsschutzes betrachtet. Dahingehend wurden 12 Tarife für die Versicherung von Hunden und Katzen von fünf Versicherungsunternehmen unter die Lupe genommen, von denen fünf OP Kostenversicherungen sind. Der Fokus wurde dabei speziell auf zwei Einflussgrößen gelegt:

Jahresbeitrag: Der Versicherungsbeitrag hängt im Wesentlichen vom Alter und der Rasse des Tieres ab, jedoch können auch die Größe, das Gewicht sowie die Art der Tierhaltung den Beitrag maßgeblich erhöhen.

Versicherbarkeit: Nicht jedes Versicherungsunternehmen ist bereit den Vierbeiner zu versichern. Häufig haben diese mit Hindernissen hinsichtlich der Rasse oder dem Alter zu kämpfen, sodass es meist zu keinem Versicherungsabschluss kommt. Ist das zu versichernde Tier von jeglichen Beschränkungen befreit, muss sowohl ein Impfbuch vorhanden sein, welches die Schutzimpfung bestimmter Erkrankungen dokumentiert als auch Tätowierungen oder ein Mikrochip nach EU Normen sichtbar sein.

Nicht jede Versicherung bietet einen Rundum Schutz

Die Auswertungen der verschiedenen Tierversicherungen haben gezeigt, dass längst nicht alle die wichtigen Versicherungsleistungen einer Tierkrankenversicherung abdecken. Häufig wird nur ein Teil abgedeckt, der je nach Versicherungsunternehmen variiert. Legt man mit Abschluss einer Tierkrankenversicherung großen Wert auf ambulante- und stationäre Behandlungen sowie Operationen können diese bei folgenden Versicherungen abgeschlossen werden:

  • Agila Krankenvollschutz inkl. OP-Schutz
  • Allianz Optimal
  • Helvetia PetCare Basis
  • Uelzener Katzen-Vollschutz

Versicherungsschutz von Anfang an

Vor allem die Agila kommt ihrem Versicherungsversprechen nahe. Denn sie versichert nicht nur jede Rasse, sondern sichert das Tier ab dem zweiten Lebensmonat bis hin zu 9 Jahren ab. Versicherungsnehmer haben die Möglichkeit Vorsorgemaßnahmen zu der Versicherungspolice hinzu zu buchen. Auch wenn Operationen im Versicherungsschutz enthalten sind, müssen Besitzer ab dem fünften Lebensjahr, Selbstbehalte von 20 Prozent leisten. Darüber hinaus stehen sie für einen unbegrenzten Umfang der zu versichernden Leistungen. Jedoch sind die Versicherungsbeiträge im oberen Preissegment angesiedelt sodass sich bei dem Hund Jahresbeiträge von 383 bis 563 Euro und bei der Katze 215 bis 347 Euro ergeben.

Erkennbare Leistungsunterschiede

Tierkrankenversicherungen TestÄhnliche Leistungscharakteristiken lassen sich auch bei der Uelzener feststellen, die sich lediglich darin unterscheidet, dass sie ihre Beiträge bei Haltung mehrerer Tiere deutlich günstiger ausfallen, sodass diese 325 Euro im Jahr betragen. Demgegenüber bilden die Allianz und Helvetia das Schlusslicht der Krankenvollversicherungen. Diese versichern längst nicht jede Rasse, zudem limitieren sie ihren Versicherungsschutz auf 2.000 Euro bis 4.000 Euro pro Jahr.

Selbstbeteiligungen so weit das Auge reicht

Auch hinsichtlich der zu versichernden Jahre sind diese nur bereit sieben Jahre Versicherungsschutz zu bieten. Soll die Versicherung nach Ablauf weiter bestehen bleiben, sind bei der Helvetia mit 30 Prozent Selbstbeteiligung zu rechnen. Schaut man auf die zu versichernden Leistungen sind Besitzer, bei beiden Anbietern, von vorneherein dazu aufgefordert, bei Heilbehandlungen mit 20 Prozent in Eigenleistung zu treten. Bei der Versicherung der Katzen bewegen sich diese im Bereich von 156 bis 180 Euro. Geht es um den Versicherungsschutz von Hunden, ist diese mit 324 bis 504 Euro etwas günstiger als bei der Agila.

Umfassender Schutz nicht für jeden

Wer bei dem Schutz seines Haustiers keine Abstriche machen will, kann sich für den Tarif Helvetia PetCare Komfort entscheiden. Sie deckt zwar alle zu versichernden Bereiche wie Heilbehandlungen, Vorsorgemaßnahmen, Kastrationen sowie Operationen ab, nimmt jedoch nicht jede Rasse in ihre Versicherung auf. Im Hinblick auf die Versicherbarkeit beschränkt diese sich auf einen Versicherungszeitraum von sieben Jahren. Mit 447 Euro bei dem Hund und 223 Euro bei der Katze ist sie auch einer der teuersten Tierkrankenversicherungen.

Option zum Abschluss einer OP Krankenversicherung

Richtet man das Augenmerk auf die OP Krankenversicherungen können, diese bei folgenden Versicherungen abgeschlossen werden:

  • Agila OP-Schutz
  • Allianz Basis
  • Helvetia PetCare Operationskosten
  • Uelzener OP-Schutz

Auch hier hat die Agila positiv auffallen können. Denn sie versichert nicht nur jede Rasse sondern fordert auch keine weiteren Voraussetzungen, die einer Versicherbarkeit von vier Jahren im Wege stehen. Soll die Versicherung über den Zeitraum weiter Bestand haben, müssen 20 Prozent an Selbstbehalt gezahlt werden. Ihre Versicherung ist ab einem Jahresbeitrag von 191 für den Hund und 119 Euro für die Katze zu erwerben. Die anderen drei OP Krankenversicherungen sind zwar deutlich günstiger vom preislichen Aspekt gesehen, jedoch hinsichtlich ihrer Versicherbarkeit deutlich unter den Anforderungen, die an ein Versicherungsangebot gestellt sind. Sie versichern nicht jede Rasse und müssen sich bei der versicherten Leistung mit 20 Prozent selbst an den Kosten beteiligen.

Testsieger

Sowohl im Bereich der Krankenvollversicherungen als auch bei den OP Krankenversicherungen hat die Agila mit sehr guten Bewertungen hervorgehen können. Denn sie zeichnet sich nicht nur durch einen ausreichenden Schutz aus, sondern bietet dem Versicherungsnehmer auch die Möglichkeit, Leistungen modular zum bestehenden Versicherungsschutz hinzuzufügen. Auch wenn diese bei Überschreitung des Versicherungsrahmens mit 20 Prozent  in Eigenleistung treten müssen, kompensiert sich das durch den unbegrenzten Schutz den sie dadurch genießen. Dahingehend rechtfertigen sie ihre erhöhten Preise mit einem ausreichenden Krankheitsschutz für den Vierbeiner.

Fallstricke der Tierkrankenversicherung

Damit der Abschluss einer Tierkrankenversicherung zur gänzlichen Zufriedenheitausfällt,  sollten im Vorfeld sämtliche Hürden bzw. Fallstricke in Augenschein genommen werden, damit ein böses Erwachen nach Unterzeichnung des Versicherungsvertrags vermieden wird:

Feste Beitragssteigerungen: wie in der privaten Krankenversicherung muss auch bei der Tierkrankenversicherung mit Beitragssteigerungen gerechnet werden. Im Falle der Tierkrankenversicherungen arbeiten Versicherer mit einer festgelegten Erhöhung der Versicherungsbeiträge. Vor diesem Hintegrund kommt es bei einigen Versicherungen vor, dass sie ihre Beiträge ab dem dritten oder siebten Versicherungsjahr erhöhen.

Kündigung im Schadensfall: wird bei den Vierbeinern eine Krankheit festgestellt, können Versicherer vom Versicherungsvertrag zurücktreten – bereits nach dem ersten Schaden.

Gefährliche Schadenssteuerung: je nach Versicherer sind Versicherungsnehmer dazu verpflichtet, Behandlungen mit einem Kostenaufwand von über 750 Euro, vorher anzuzeigen. Darüber hinaus haben Versicherer das Recht, den Krankheitsfall in die Obhut eines anderen Arztes zu geben, falls die fachliche Qualifikation des ausgewählten Arztes fragwürdig erscheint.

Was macht eine gute Tierkrankenversicherung aus?

Beabsichtigt man das eigene Tier im Hinblick auf Krankenschutz ausreichend versichern zu wollen, sollten folgende Leistungen in Relation zu dem gezahlten Versicherungsbeitrag stehen:

Ambulante und stationäre Heilbehandlungen: diese werden nicht nur bei Operationen bis zu einem Kostenfaktor von mindestens 1.000 Euro gedeckt.

Vorsorgemaßnahmen: Aufwendungen, die für Impfungen anfallen werden bis zu einer Summe von 100 Euro erstattet.

Kastrationen: Kastrationen jeglicher Art, nicht nur aus medizinischer Sicht, sind bis 50 Euro versichert.

Operationen: Kosten von Operationen sind bei Hunden bis zu einer Summe von mindestens 1.000 Euro sowie bei Katzen bis zu 500 Euro abgesichert.

Vorübergehender Auslandsaufenthalt: Hält man sich bis zu einer Dauer von sechs Monaten im Ausland auf, werden entstandene Tierarztrechnungen erstattet.

Tierkrankenversicherung Test

Empfehlungen bei Abschluss einer Tierkrankenversicherung

Die Entscheidung ob es letztlich zu einem Abschluss der Tierkrankenversicherung kommt, hängt von der Überlegung des Besitzers und seiner Bereitschaft für die Zahlung von steigenden Versicherungsbeiträgen ab. Möchte der Versicherungsnehmer trotz allem eine Versicherung abschließen, kann er dies mit der OP Kostenversicherung tun oder durch überlegte Sparmaßnahmen für bevorstehende Behandlungen vorsorgen. Bei Abschluss einer Krankenvollversicherung sind die Preise deutlich teurer, weshalb es sich lohnt mehrere Angebote einzuholen und diese mit einem Vergleichsrechner unter die Lupe zu nehmen, nach dem sich der passende Versicherer für den gewünschten Versicherungsschutz finden lässt.

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Fazit

Geht es um das Wohl des Haustieres ist jedem anzuraten eine Tierkrankenversicherung abzuschließen. Dabei sollte man genau abwägen, welche Leistungen in den Versicherungsschutz fließen sollen, da nicht alle Versicherer jede Leistung abdecken. Darüber hinaus sind ebenfalls auf die Fallstricke wie Selbstbeteiligungen nach der vereinbarten Versicherungsdauer zu achten, um keine allzu hohen Belastungen auferlegt zu bekommen. Die Nutzung eines Vergleichsrechners kann sehr hilfreich bei der Entscheidung für einen Versicherer sein, der die Wünsche und Bedürfnisse des interessierten Versicherungsnehmers berücksichtigt.

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