Maria Capobianco
Artikel von
Aktualisiert: 04.07.2019

Tierkrankenversicherung Test

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Test der Schadens- und Leistungsregulierung von Tierkrankenversicherern können u. a. Agila, Gothaer und Uelzener überzeugen (Service Value, 2019).
  • Zu den fairsten Anbietern von Tierkrankenversicherungen gehören Allianz und Uelzener (Service Value, 2018).
  • Anbieter von Tierkrankenversicherungen unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern auch im Leistungsumfang. So bieten einige Versicherer Rabatte bei mehreren Tieren an. Dagegen schließen andere Versicherer Tiere mit bestimmten Vorerkrankungen teilweise vom Versicherungsschutz aus.
  • Die Kosten einer Tierkrankenversicherung hängen u. a. von Alter, Vorerkrankungen sowie ggf. Rasse und Art der Haltung ab. Die Kosten können je nach Tier und Anbieter sehr hoch ausfallen. Ein Schäferhund kann bei der Agila mit bis zu 935 Euro im Jahr rundum versichert werden.
  • Trotz hohen Kosten gilt die Agila als sehr guter Tierkrankenversicherer mit einem leistungsstarken Versicherungsschutz.
  • Eine OP-Versicherung ist eine günstige Alternative zur Tierkrankenversicherung. Die Beiträge sind niedriger und der Versicherungsschutz deckt kostenintensive Operationen ab.

Tierkrankenversicherungen im Test 2019: die beste Leistungs- und Schadensregulierung

Das Testinstitut Service Value führte Anfang 2019 eine große Studie durch, in der insgesamt 615 Versicherungsunternehmen hinsichtlich ihrer Leistungs- und Schadensregulierung überprüft worden sind. In der Sparte Tierkrankenversicherung wurden 11 Unternehmen getestet. Für die Auswertung wurden über 58.000 Kundenmeinungen herangezogen (Quelle).

Testsieger 2019

Folgende Anbieter von Tierkrankenversicherungen erzielten gute oder sehr gute Ergebnisse:

  • Agila
  • Gothaer
  • Uelzener
  • Zurich
  • Ergo
  • Petplan

Tierkrankenversicherer im Fairness-Test 2018

Knapp tausend Versicherungskunden beteiligten sich an der von ServiceValue durchgeführten Online-Umfrage im August 2018. Zwölf Anbieter wurden in sechs Kategorien bewertet.

Fairness von Tierkrankenversicherern – Teilkategorien

  • Tarifleistung
  • Kundenberatung
  • Kundenservice
  • Kundenkommunikation
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Leistungsabwicklung

Anbieter, die überdurchschnittliche Ergebnisse erzielten, erhielten die Bewertung „gut“. Alle Anbieter von Tierkrankenversicherungen, die wiederum über dem Durchschnitt der „guten“ lagen, wurden mit dem Qualitätsurteil „sehr gut“ ausgezeichnet.

Testsieger der Umfrage aus dem Jahr 2018 ist die Agila Tierversicherung. Sie ist die einzige Versicherung, die in allen Teilkategorien sehr gute Ergebnisse erzielte.

Weitere Versicherer, die überdurchschnittlich fair agieren und daher mit „sehr gut“ bewertet wurden, sind:

  • Allianz
  • Uelzener

Insgesamt liegen 7 von 12 Versicherungsunternehmen über dem Branchendurchschnitt (Quelle).

Krankheiten führen zum Ausschluss der Versicherungsleistung

Die Analyse der unterschiedlichen Tierversicherungen bestätigt, dass insbesondere das Kleingedruckte der Versicherungsverträge einige Einschränkungen bereithält. Ausschlüsse, Wartezeiten, Selbstbeteiligungen und unterschiedliche Leistungen sind nur einige Hürden, die den Versicherungsabschluss erschweren. Darüber hinaus wird nur gesunden Tieren der Versicherungsschutz gewährt. Werden erst im Nachhinein angeborene Erkrankungen festgestellt, kann der Besitzer keinerlei Versicherungsleistungen erwirken. Zudem sind einige Krankheiten vorübergehend bzw. gar nicht erst Bestandteil der Tierkrankenversicherung. Die Allianz schließt z. B. zwölf Krankheitsbilder für die Dauer von zwei Jahren vom Versicherungsschutz aus.

Anbieter mit unterschiedlichem Leistungsumfang

Anbieter von Tierkrankenversicherungen unterscheiden sich nicht nur in den Kosten, sondern auch im angebotenen Leistungsumfang. Dieser variiert je nach Versicherungsunternehmen stark.

Legt man bei Abschluss einer Tierkrankenversicherung großen Wert auf ambulante- und stationäre Behandlungen sowie Operationen, empfehlen sich folgende Versicherungsgesellschaften:

  • Agila
  • Allianz
  • Helvetia
  • Uelzener

Agila: Versicherungsschutz im Rundum-Sorglos-Paket

Die Agila kommt ihrem Versicherungsversprechen nahe, einen vollumfassenden Versicherungsschutz für das Tier zu bieten. Denn sie versichert nicht nur jede Rasse, sondern sichert das Tier bereits ab dem zweiten Lebensmonat bis hin zu 9 Jahren ab. Weiterhin haben Tierhalter die Möglichkeit, den Leistungsumfang um Vorsorgemaßnahmen zu ergänzen. Auch was weitere Leistungen betrifft, bietet die Agila einen sehr großen Umfang an möglichen Leistungsergänzungen.

Jedoch verlangt die Gesellschaft ab dem 5. Lebensjahr des Tiers einen Selbstbehalt von 20 Prozent pro Versicherungsfall. Der umfassende Versicherungsschutz der Agila zeigt sich auch in den Versicherungsbeiträgen. Diese sind mit 380 bis 550 Euro für einen Hund sowie 215 bis 340 Euro für eine Katze im oberen Preissegment angesiedelt.

Erkennbare Leistungsunterschiede bei Helvetia, Allianz und Uelzener

Die Uelzener Versicherung bietet ähnlich der Agila ebenfalls einen umfassenden Leistungskatalog. Zusätzlich bietet die Uelzener einen Rabatt auf den Versicherungsbeitrag, wenn mehrere Hunde versichert werden. Im Schnitt sinken die Kosten pro Hund auf rund 325 Euro im Jahr.

Im Gegensatz zu den Spezialversicherern Agila und Uelzener fällt der Tierkrankenschutz der Allianz und der Helvetia ernüchternd aus: Diese Gesellschaften versichern längst nicht jede Rasse. Zudem ist die Summe an Kosten, die der Versicherer pro Jahr rückerstattet, begrenzt. Die Allianz bietet dabei je nach Tarif ein Jahreslimit von 3.000 Euro bis 10.000 Euro, die Helvetia setzt eine Jahreshöchstleistung von lediglich 2.500 Euro im Basis-Tarif.

Helvetia: Rundum-Schutz jedoch mit Einschränkungen

Wer einen umfassenden Schutz für sein Tier haben möchte, kann sich für den Tarif “PetCare Komfort” der Helvetia entscheiden. Dieser Tarif deckt zwar alle zu versichernden Bereiche wie Heilbehandlungen, Vorsorgemaßnahmen, Kastrationen sowie Operationen ab, nimmt jedoch nicht jede Rasse in ihre Versicherung auf. Im Hinblick auf die Versicherbarkeit beschränkt diese sich auf einen Versicherungszeitraum von sieben Jahren. Mit etwa 450 Euro für einen Hund und 230 Euro für eine Katze ist die Helvetia auch einer der teuersten Tierkrankenversicherungen.

Die Tierkrankenversicherung für Pferde

Neben Hund und Katze kann auch ein Pferd krankenversichert werden. Eine Pferdekrankenversicherung übernimmt jegliche Kosten für Tierarztbesuche, Operationen und Unfälle. Hinsichtlich der hohen Behandlungskosten für Pferde, macht eine Tierkrankenversicherung durchaus Sinn. Pferdehalter können bei der Uelzener Versicherung eine Krankenvollversicherung für ihr Pferd abschließen. Diese ist jedoch dementsprechend sehr preisintensiv. Eine gesonderte Pferde-OP-Versicherung ist bei vielen Anbietern auch separat abschließbar.

Anbieter von Pferdekrankenversicherungen:

  • GHV
  • Uelzener
  • Allianz (Pferde-OP-Versicherung)

Optimal ergänzt wird der Versicherungsschutz durch eine Pferdehaftpflichtversicherung.

Bei Fragen zur Tierkrankenversicherung, nehmen sie Kontakt mit unseren unabhängigen Versicherungsmaklern auf. Wir unterstützen sie gerne bei der Suche nach der passenden Versicherung. Telefonisch unter 030 – 120 82 82 8 oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de.

Hohe Kosten für Hund und Pferd

Der Abschluss einer Tierkrankenversicherung kann u. U. sehr teuer für einen Tierhalter werden. Insbesondere der Krankenschutz für Pferde und Hunde ist vergleichsweise kostenintensiv. In dem Zusammenhang berechnet die Agila für die Versicherung eines Schäferhundes einen jährlichen Beitrag in Höhe von 935 Euro. Dagegen verbuchen Versicherungsnehmer der Allianz einen Kostenfaktor von 800 Euro – mit geringeren Versicherungsleistungen.

Ein ähnliches Szenario zeichnet sich ab, wenn es um die Absicherung eines Reitpferdes im Premium-Tarif der Uelzener geht. In dem Fall kommt ein Versicherungsaufwand von nahezu 2.000 Euro im Jahr zustande.

Wovon die Kosten einer Tierkrankenversicherung abhängen

Der Versicherungsbeitrag hängt im Wesentlichen vom Alter und der Rasse des Tieres ab, ähnlich wie die Tierhalterhaftpflichtversicherung. Wird die Versicherung für einen Hund abgeschlossen, ist außerdem die Hunderasse ein wichtiger Kostenfaktor. Bei Katzen ist die Art der Haltung ein entscheidender Kostenpunkt. Auch Größe und Gewicht können bei einigen Versicherern die Beitragshöhe beeinflussen.

Nicht jedes Versicherungsunternehmen ist bereit, jeden Vierbeiner zu versichern. Häufig haben einige Hundehalter mit Hindernissen hinsichtlich der Rasse oder dem Alter zu kämpfen, sodass es meist zu keinem Versicherungsabschluss kommt. Halter von sog. Rassehunden sollten demnach genauestens in die Versicherungsbedingungen schauen.

Ist das zu versichernde Tier von jeglichen Beschränkungen befreit, muss sowohl ein Impfbuch vorhanden sein, welches die Schutzimpfung bestimmter Erkrankungen dokumentiert als auch Tätowierungen oder ein Mikrochip nach EU Normen sichtbar sein.

Selbstbeteiligung: gut oder schlecht?

Nahezu jeder Versicherer stellt die Wahl, ob und in welcher Höhe eine Selbstbeteiligung vereinbart werden soll. Je höher man die Selbstbeteiligung wählt, desto niedriger wird der Versicherungsbeitrag. Die Selbstbeteiligung ist bei jedem Versicherungsfall vom Tierhalter selbst zu zahlen. Die restlichen Behandlungskosten übernimmt der Versicherer.

Die Helvetia staffelt die Selbstbeteiligung beispielsweise nach Alter des Tieres bei Versicherungsbeginn. So zahlen Tierhalter einen Zuschlag von 8 Prozent für ihr Tier, welches bei Eintritt in die Versicherung 4 Jahre alt ist – für ein 8 Jahre altes Tier sind es bereits 50 Prozent.

Was macht eine gute Tierkrankenversicherung aus?

Wer auf der Suche nach einem guten Anbieter einer Tierkrankenversicherung ist, sollte auf folgende Leistungen achten:

  • Ambulante und stationäre Heilbehandlungen: Diese sollten im Idealfall nicht nur bei Operationen bis zu einem Kostenfaktor von mindestens 1.000 Euro gedeckt.
  • Vorsorgemaßnahmen: Aufwendungen, die für Impfungen anfallen, werden im besten Fall bis zu einer Summe von 100 Euro erstattet.
  • Kastrationen: Kastrationen jeglicher Art, nicht nur aus medizinischer Sicht, sollten bis 50 Euro versichert sein.
  • Operationen: Kosten von Operationen sollten bei Hunden bis zu einer Summe von mindestens 1.000 Euro sowie bei Katzen bis zu 500 Euro abgesichert werden.
  • Vorübergehender Auslandsaufenthalt: Hält man sich bis zu einer Dauer von sechs Monaten im Ausland auf, sollten entstandene Tierarztrechnungen ebenfalls erstattet werden.

Agila als guter Tierkrankenversicherer

Sowohl in unabhängigen Verbraucherstudien als auch in beispielhaften Kostenberechnungen und Leistungsaufstellungen konnte die Agila überzeugen. Die Gesellschaft bietet als Spezialversicherer einen soliden Rundum-Schutz für Hunde und Katzen an. Sie bietet dem Versicherungsnehmer auch die Möglichkeit, Leistungen modular zum bestehenden Versicherungsschutz hinzuzufügen. Auch wenn diese bei Überschreitung des Versicherungsrahmens mit 20 Prozent in Eigenleistung treten müssen, kompensiert sich das durch den unbegrenzten Schutz den sie dadurch genießen. Dahingehend rechtfertigen sie ihre erhöhten Preise mit einem ausreichenden Krankheitsschutz für den Vierbeiner.

Auch die Hundehaftpflichtversicherung der Agila weist ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis vor.

Fallstricke der Tierkrankenversicherung

Damit der Abschluss einer Tierkrankenversicherung zur gänzlichen Zufriedenheit ausfällt, sollten im Vorfeld sämtliche Hürden bzw. Fallstricke in Augenschein genommen werden, so wird ein böses Erwachen nach Unterzeichnung des Versicherungsvertrags vermieden:

  • Feste Beitragssteigerungen: Wie in der privaten Krankenversicherung müssen Tierhalter auch bei der Tierkrankenversicherung mit Beitragssteigerungen rechnen. Anbieter von Tierkrankenversicherungen arbeiten dazu mit festgelegten Erhöhungen der Versicherungsbeiträge: Die Beiträge steigen ab dem 3. oder ab dem 7. Versicherungsjahr.
  • Kündigung im Schadensfall: Wird bei den Vierbeinern eine Krankheit festgestellt, können Versicherer vom Versicherungsvertrag zurücktreten – bereits nach dem ersten Schaden.
  • Gefährliche Schadenssteuerung: Je nach Versicherer sind Versicherungsnehmer dazu verpflichtet, Behandlungen mit einem Kostenaufwand von über 750 Euro vorher anzuzeigen. Darüber hinaus haben Versicherer das Recht, den Krankheitsfall in die Obhut eines anderen Arztes zu geben, falls die fachliche Qualifikation des ausgewählten Arztes fragwürdig erscheint.

Empfehlungen bei Abschluss einer Tierkrankenversicherung

Der Versicherungsschutz hat seinen Preis und eine Krankenvollversicherung kostet im Schnitt mehrere hundert Euro im Jahr. Wer sein Tier krankenversichern möchte, sollte dies möglichst frühzeitig tun. Denn für junge Tiere sind die Beiträge deutlich günstiger. Auch ist es ratsam, das Tier chippen zu lassen, da dies u. U. die Versicherungsbeiträge senkt. Auch die Frage, welche Gebührensätze abgedeckt sind, ist ein entscheidender Kostenfaktor. Tierärzte können nach dem ein-, zwei- oder dreifachen Gebührensatz abrechnen.

Die Entscheidung ob es letztlich zu einem Abschluss der Tierkrankenversicherung kommt, hängt von der Überlegung des Besitzers und seiner Bereitschaft für die Zahlung von steigenden Versicherungsbeiträgen ab. Möchte der Versicherungsnehmer trotz allem eine Versicherung abschließen, kann er dies mit der OP-Versicherung tun oder durch überlegte Sparmaßnahmen für bevorstehende Behandlungen vorsorgen.

In jedem Fall lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen und diese miteinander zu vergleichen. Nutzen Sie dazu gerne das obenstehende Formular und fordern Sie direkt einen individuellen Tarifvergleich an!

OP-Versicherung als günstige Alternative

Da sich eine Krankenvollversicherung für ein Tier als sehr teuer herausstellen kann, ist die OP-Versicherung eine empfehlenswerte und vor allem günstige Alternative. Schließlich sind es vor allem hohe Kosten für eine Operation, die Tierhalter herausfordern.

Eine Tier-OP-Versicherung deckt die Kosten für nötige Operationen ab, die mit einem chirurgischen Eingriff verbunden sind. Heilbehandlungen und Impfungen sind nur im Krankenvollschutz enthalten.

Anbieter von Tier-OP-Versicherungen

Eine Tier-OP-Versicherung kann bei folgenden Versicherungen abgeschlossen werden:

  • Agila
  • Allianz
  • Helvetia
  • Uelzener

Auch hier hat die Agila positiv auffallen können, denn sie versichert nahezu jede Rasse. Die Vertragsdauer beträgt zunächst vier Jahre. Soll die Versicherung über den Zeitraum weiter bestehen bleiben, müssen 20 Prozent an Selbstbehalt pro Versicherungsfall (also pro Operation) gezahlt werden. Eine Hunde-OP-Versicherung gibt es ab einem Jahresbeitrag von 191 Euro. Eine Katze kann ab 119 Euro versichert werden.

Die OP-Krankenversicherungen der Allianz, der Helvetia und der Uelzener sind zwar deutlich günstiger, jedoch von den Voraussetzungen eines Versicherungsschutzes eingeschränkter. Die Gesellschaften versichern u. U. nicht jede Rasse und können von Beginn an eine Selbstbeteiligung von 20 Prozent vom Tierhalter verlangen.

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