Maria Capobianco
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Veröffentlicht: 23.02.2016
Aktualisiert: 23.02.2016

Panik über den Wolken: Tipps gegen die Flugangst

Eigentlich soll es die schönste Zeit des Jahres werden. Jedoch gestaltet sich bereits die Anreise zum Urlaubsort für den ein oder anderen zum Hindernis, wenn man plötzlich von der Flugangst übermannt wird. Umso wichtiger ist es, sich einiger Ratschläge zu behelfen, um der Angst gekonnt entgegenzutreten. Vor diesem Hintergrund erklären wir zunächst, was es mit der Flugangst auf sich hat. Im Anschluss daran, geben wir einige Tipps zur Bekämpfung der Aviophobie.

Angst vor dem Fliegen ist weit verbreitet

Flugangst - Flugangst ist weit verbreitet

Flugangst – im Fachjargon auch unter der Bezeichnung Aviophobie bekannt – beschreibt die angsteinflößenden Zustände vor dem Fliegen im Flugzeug. In Deutschland leiden 15 Prozent unter Flugangst. Darüber hinaus verspüren weitere 20 Prozent Unwohlsein an Bord eines Flugzeugs. Wie sich die Flugangst äußert, hängt von der Stärke der Aviophobie ab. Experten zufolge, treten die Symptome bereits Wochen und Tage vor dem Abflug in Erscheinung. Zu den häufigsten Symptomen zählen Schlaflosigkeit, Albträume und allgemeines Stressempfinden. Durch die Flugangst wird der Körper in einen Erregungszustand versetzt, sodass es vermehrt zu Krankheitsanzeichen wie Schweißausbrüche, Übelkeit, Herzrasen, Schwindel, Kopfschmerzen sowie Magen- und Darmbeschwerden kommt.

Vorbereitet der Angst ins Auge blicken

Flugangst - vorbereitet der Angst ins Auge blicken

Die Reise ohne Flug anzutreten, halten Experten für die falsche Methode, sich der Flugangst zu stellen. Stellt man sich hingegen seinen Ängsten, lernt der Körper, dass die Anreise doch nicht so schlimm war, wie zunächst angenommen. Jedoch sollte die Konfrontation mit der Angst nicht ganz unvorbereitet erfolgen. In dem Fall ist es ratsam, sich bequeme Kleidung anzuziehen und mit der Lieblingsmusik im Gepäck, rechtzeitig am Abflugterminal zu erscheinen. Wer beim Check In nach dem präferierten Sitzplatz gefragt wird, sollte sich für die Sitzplätze über den Tragflächen entscheiden. Dort spürt man die Bewegungen des Flugzeugs am geringsten. Im Gegensatz dazu vermitteln Sitzplätze am Gang das Gefühl, nicht eingesperrt zu sein.

Wissen vermittelt dem Fluggast ein Gefühl der Entspannung

Das beste Allheilmittel gegen die Angst, ist das Wissen. Die Gewissheit darüber, wie die Sicherheit von Flugreisen und Routine an Bord gewährleistet ist, vermittelt dem Passagier ein Entspannungsgefühl. Weiterhin führen Flugexperten an, dass der Genuss von Alkohol und Medikamenten die Angst nicht verschwinden lässt. Diese Genussmittel führen lediglich zu einer zeitweiligen Betäubung der Flugangst, die im weiteren Verlauf größer werden kann.

Unterschiedliche Therapien zur Behandlung der Flugangst

Für die Behandlung der Flugangst kommen unterschiedliche Therapieformen (Private Krankenversicherung im Test) infrage. Bei den meisten Therapien geht es oftmals darum, dass die Angst von vorneherein ausgeblendet und aktiv bewältigt wird. Hierzu werden den Betroffenen Entspannungsmethoden und Bewältigungsstrategien präsentiert. Die wohl effektivste Therapieform stellt die Konfrontationstherapie in einem Flugsimulator dar. Wird der Flug im Simulator nur oft genug durchgeführt, lernt der Angstgeplagte seine Angst zu bewältigen und begegnet dem bevorstehenden Flug sehr viel entspannter.

Flugseminare bereiten den Gast auf das Abheben vor

Außerdem haben zahlreiche Fluggesellschaften sogenannte Flugseminare im Angebot, die den Teilnehmern Wissen zum technischen Hintergrund des Fliegens und Angstmechanismen vermitteln. Am Ende des Seminars besteht auch die Möglichkeit, einen begleiteten Flug mit einem Therapeuten durchzuführen.

Tipps gegen die Flugangst

Neben der Gewissheit, mit welcher Technik ein Flugzeug versehen, kann die Flugangst auch mit einigen Tipps im Zaum gehalten werden:

Entspannung vor dem Flug

Je entspannter und größer die Vorfreude auf den bevorstehenden Urlaub (Schnäppchenportale im Test) ist, desto weniger Gedanken macht man sich um die Flugangst. Daher ist es sinnvoll, wenn man sich vor dem Flug mit Aktivitäten, wie Sport (Joggen vs. Walken) und einem Abendessen mit Freunden ablenkt.

Essen vor dem Flug

Vor dem Flug ist die Zunahme einer leichten Mahlzeit durchaus zu empfehlen. Dadurch wird der Körper mit der Verdauung beschäftigt, sodass keine Zeit zur Entwicklung von Flugangst bleibt.

Das Flugpersonal informieren

Bei zahlreichen Fluggästen nimmt die Aviophobie ab, wenn sie das zuständige Flugpersonal darüber in Kenntnis gesetzt haben. Immerhin sind Flugbegleiter darin geschult, mit Angstzuständen ihrer Fluggäste umzugehen. Dahingehend geben sie sich besonders Mühe, ihnen den Flug zu erleichtern.

Kontrolliert atmen

In dem Zusammenhang ist es wichtig, sich zurückzulehnen und kontrolliert ein- und auszuatmen. Hierbei sollte die ganze Konzentration auf die eigene Atmung gerichtet werden. Dies hat den Vorteil, dass die Umgebung ausgeblendet wird.

Entspannungsübungen vor Abflug

Flugangst - Entspannungsübungen vor dem Abflug

Bei der Anwendung der Entspannungsübungen ist es von entscheidender Bedeutung, dass man gerade sitzt und beide Beine den Boden berühren. Diese Haltung wirkt sich beruhigend auf den Körper aus. Dabei können im Vorfeld einige Meditations-Apps aufs Smartphone oder Tablet geladen werden, die nur noch mit dem Knopfdruck auf Start ausgeführt werden.

Ablenkung ist das A und O

Unabhängig davon, ob es ein gutes Buch, ein spannender Film, die Lieblingsmusik oder doch das Gespräch mit dem Sitznachbarn ist – wichtig ist es, sich abzulenken.

Gummiband sorgt für Ablenkung

Auch wenn dieser Tipp zunächst Schmunzeln auslösen dürfte, kann er zur Bewältigung der Flugangst beitragen: ein Gummiband. Das Gummiband sollte während der gesamten Flugdauer am Handgelenk getragen werden. Bekommt man es mit der Flugangst zu tun, sollte am Gummiband gezogen werden und es zurückschnappen lassen. Damit wird die Aufmerksamkeit weniger auf die Flugangst gelenkt.

Medikamente zur Beruhigung

Flugangst - Medikamente zur Beruhigung

Scheint kein Tipp seine gänzliche Wirkung zu entfalten, kann im schlimmsten Fall auch zu Medikamenten (Gesetzliche Krankenversicherung im Test) gegriffen werden. Hierbei empfiehlt sich die Verabreichung beruhigender Präparate, wie etwa Baldriantropfen.

Flugangst als Grund für einen Reiserücktritt

Bei plötzlich eintretender Flugangst spielen Urlauber häufig mit dem Gedanken, von der gebuchten Flugreise zurücktreten zu wollen. Entsprechend einem Urteil des Landgericht München können Urlauber den Reiserücktritt bei entsprechendem Nachweis über den Versicherungsabschluss erwirken. Der Reiserückritt kann auch nur dann wirksam durchgesetzt werden, wenn die Flugangst durch einen Facharzt attestiert wurde. In diesem Fall muss das Attest von einem Facharzt für Angststörungen, dem Psychiater, ausgestellt werden. Wird die Bescheinigung hingegen von einem Internisten ausgestellt, müssen Versicherer diese nicht akzeptieren. Somit wird dem Antrag auf Reiserücktritt nicht stattgegeben.

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Fazit

Hat man es vor dem Abflug mit der Angst zu tun, ist es wichtig, dass man sich so gut es geht ablenkt. Hierbei genügt schon ein entspanntes Gespräch mit dem Sitznachbarn. Aber auch die Gewissheit, mit welcher Technik das Flugzeug ausgestattet ist, vermittelt dem Fluggast ein Sicherheitsgefühl, sodass er sich entspannt zurücklehnen kann. Wer eine überaus große Angst verspürt, kann auch durch die Teilnahme an Flugseminaren seine Flugangst bekämpfen. Durch den begleiteten Flug mit einem Therapeuten und das vermittelte Wissen, sieht man dem Flug sehr viel entspannter entgegen als zuvor.