Steuer-Apps Steuersoftware Test und Vergleich
Mueni
Artikel von
Veröffentlicht: 26.05.2020
Aktualisiert: 26.05.2020

Steuer-Apps und Steuersoftware im Test und Vergleich

Die Einkommenssteuererklärung ist zwar für viele Berufsstände freiwillig, sie dennoch anzulegen und an das zuständige Finanzamt zu übermitteln, ist unbedingt angeraten. Im Schnitt dürfen 90 Prozent aller einkommenssteuerpflichtigen Personen eine Rückzahlung erwarten, nicht selten sogar im vierstelligen Bereich. Die „Eintrittshürde“ für solch eine Einkommenssteuererklärung wurde mittlerweile deutlich herabgesetzt: Dank praktischer Softwarelösungen, in die sich Laien schnell einfinden können. Zudem verzichten Finanzämter bei elektronisch übermittelten Steuererklärungen mittlerweile auf den Papiernachweis.

Steuererklärung: Viele Wege führen zum Finanzamt

Bekanntlich führen „alle Wege nach Rom“, aber viele davon auch zum Finanzamt. Es ist noch nicht so lange her, da war die Steuererklärung für Laien ein Mysterium. Es erwarten einen nicht nur eine Vielzahl an Seiten, auch das da verwendete „Beamtendeutsch“ war dem Vorhaben, die Steuererklärung selbst zu machen, nicht unbedingt zuträglich.

Heute genießen vor allem Privatpersonen eine große Auswahl, auf welchem Wege die Steuererklärung angefertigt und abgegeben wird. Sie lassen sich in diese vier Bereiche unterteilen:

  • Beauftragung eines Steuerbüros bzw. Steuerberaters
  • Erledigung über das ELSTER-Formular
  • Nutzung einer Steuer-App am PC
  • Nutzung einer Steuer-App am Smartphone oder Tablet

Steuer-Apps vs. klassische Steuererklärung

In diesem Artikel widmen wir uns den Steuer-Apps, weshalb Option 1 und 2 hier nur kurz dargelegt werden sollen. Das ELSTER-Formular ist das offizielle Programm der Finanzämter, über die ELSTER-Schnittstelle ist eine elektronische Übermittlung an das jeweils zuständige regionale Finanzamt möglich.

Die Steuerprodukte, die die Steuererklärung direkt übermitteln, nutzen ebenfalls die ELSTER-Schnittstelle. Was sie hingegen anders machen, ist die Eingabemaske selbst. Sie verschaffen ELSTER also eine für Laien verständliche Benutzeroberfläche, bieten viele weitere Extras und Funktionen an. Dadurch profitieren diese Steuersoftwares von den identischen Vorteilen, die auch eine Steuererklärung im ELSTER-Formular direkt bietet:

  • Eine Übernahme der Daten aus dem Vorjahr
  • Eine Vorab-Steuerberechnung als erste Orientierung
  • Die Anzeige der Daten aus dem aktuellen Steuerbescheid, zum Vergleich mit übermittelten Daten
  • Möglichkeit der Nutzung der „vorausgefüllten Steuererklärung“ (dazu später mehr)
  • Plausibilitätsprüfung vor der Abgabe, um spätere Rückfragen und Missverständnisse zu vermeiden

Steuerbüro bzw. Steuerberater oftmals mit Mehrkosten verbunden

Bei Steuerberatern geben Sie die Arbeit in fremde Hände, was natürlich zu Kosten führt, die vom Umfang und Einkommen abhängig sind. Die Beauftragung des Fachmanns ist heutzutage, vor allem für Arbeitnehmer, kaum mehr attraktiv. Bereits seit mehreren Jahren sind die Kosten, die dabei entstehen, nicht mehr „absetzbar“. Das Honorar, was er in Rechnung stellt, lässt sich also nicht zeitgleich in der Einkommenssteuererklärung erfassen. Stattdessen müssen Sie die Kosten komplett aus eigener Tasche zahlen.

Pflichtveranlagung: Wer muss überhaupt eine Steuererklärung abgeben?

Eine Pflichtveranlagung bedeutet, dass die Steuererklärung nicht freiwillig ist. Sie muss fristgerecht bis zum festgelegten Zeitpunkt übermittelt werden. Im Interesse dieser Pflichtveranlagten ist das meist sowieso, um über das Jahr entstandene Werbungskosten und andere Positionen steuerlich geltend zu machen – und so Teile der vorab gezahlten Einkommens- und Lohnsteuerbeträge zurückzufordern.

Diese Personen müssen eine Steuererklärung abgeben

  • Gewerbetreibende, Selbständige und Freiberufler
  • Arbeitnehmer mit zusätzlichen Einkünften von mehr als 410 Euro im Jahr
  • Ehe- und Lebenspartner in Steuerklasse V, VI oder IV mit Faktor
  • Wenn beim Finanzamt ein Freibetrag vermerkt ist, beispielsweise für Kinderbetreuung oder Pendler
  • Alle, die mehrere Arbeitgeber haben
  • Bei Erhalt von steuerfreien Entgeltersatzleistungen von mehr als 410 Euro pro Jahr

Freiwillige Abgabe lohnt sich ebenfalls

Alle, die nicht pflichtveranlagt sind, sollten auf die Steuererklärung aber nicht verzichten. Damit Sie bei Anfertigung der Steuererklärung nicht die Übersicht verlieren, unterstützen Sie heutzutage praktische Apps – die sogar auf mobilen Endgeräten wie dem Smartphone oder Tablet funktionieren.

Fristen: Bis wann muss ich die Steuererklärung abgeben?

  • Wenn Sie zur Abgabe verpflichtet sind und diese selbst erstellen: Abgabe bis 31. Juli
  • Wenn Sie zur Abgabe verpflichtet sind und einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragen: Abgabe bis 28./29. Februar des übernächsten Jahres
  • Wenn Sie die Steuererklärung freiwillig abgeben: Abgabe bis 31. Dezember. Freiwillige können die Steuererklärung rückwirkend für bis zu 4 Jahre einreichen.

Steuersoftware für den PC im Test und Vergleich

Im vorherigen Abschnitt haben wir bereits aufgezeigt, dass sich die Steuererklärung heute wahlweise am PC oder Smartphone erledigen lässt. Für viele Nutzer wird der Gang zum Schreibtisch und an den eigenen Computer, nach wie vor die bequemste Option sein. Die Handhabung am PC hat, insbesondere wenn man sich durch Formulare „wühlen“ und alle Angaben mit höchster Sorgfalt machen muss, einfach noch zu viele Vorteile.

In diesem Abschnitt erfahren Sie deshalb, welche Möglichkeiten Sie am PC zur Verfügung haben. Ebenso zeigen wir Ihnen bei dem jeweiligen Programm auf, wie dieses in unterschiedlichen Tests von Verbrauchermagazinen abschneidet. Vorweg sei gesagt: Dem Finanzamt ist es egal, wie Sie Ihre Steuererklärung erledigen. Von offizieller Seite gibt es daher keinerlei Vorgaben. Haben Sie vielleicht schon einmal eine Software ausprobiert und waren mit dieser nicht vollends zufrieden, könnten Sie sich durchaus eine andere Steuer-App anschauen.

1. WISO Steuer:Sparbuch

Die von buhl herausgegebene Steuer-Software ist ein super Allrounder, der sich seit Jahren als Marktführer platziert hat. Wie auch andere Steuer-Softwares wird das „WISO Steuer:Sparbuch“ jährlich neu herausgegeben. Als umfassende Lösung eignet sich die Software für Angestellte ebenso wie für Rentner, Beamte, Selbständige oder solche, die ihr Einkommen ausschließlich aus Kapitalerträgen beziehen. Da jegliche Einkunftsarten unterstützt werden, bestehen keine Einschränkungen hinsichtlich der Nutzung.

Die jeweils notwendigen Formulare sind direkt enthalten, zum Beispiel:

  • Basis-Formular für die Einkommenssteuererklärung des jeweiligen Jahres
  • Umsatzsteuervoranmeldung
  • Einnahmenüberschussrechnungen für Neben- und Kleingewerbe
  • Lohnsteuerermäßigungen
  • Gewerbesteuererklärungen

Die „steuer:Automatik“ für einen noch einfacheren Umgang

Eine auch von der Fachpresse gelobte Funktion ist die sogenannte „WISO steuer:Automatik“. Hinter dem Begriff verbergen sich eine Reihe von Funktionen, die Ihnen Eingaben bequem abnehmen:

  • Mit dem „Import“ könnten Sie beispielsweise aus der Vorjahresversion Steuereingaben übernehmen, alternativ aus dem ELSTER-Formular und einigen wenigen ausgewählten Konkurrenz-Programmen.
  • Mit „Abruf“ können Sie Daten übernehmen, die bereits beim Finanzamt hinterlegt sind.
  • Mit „Banking“ analysiert das Programm Ihr Bankkonto und verbucht relevante Positionen automatisch.
  • Mit „Versand“ wird die Steuererklärung elektronisch an das zuständige Finanzamt übermittelt.

Die „steuer:Automatik“ erleichtert vor allem Laien den Umgang mit ihrer Steuererklärung, insbesondere wenn sie diese zum ersten Mal selbst anfertigen. Wer nicht alle Funktionen nutzen möchte, kann sie einfach abwählen. So besteht zum Beispiel die Möglichkeit, lediglich den „Import“ und den „Versand“ zu nutzen, auf weitere „Automatik-Features“ aber zu verzichten. In der Lizenz, die mit dem Kaufpreis erworben wird, sind alle enthalten und nach Belieben kostenfrei nutzbar. Zusätzlich bindet buhl noch Videos ein. In diesen finden Sie praktische Erklärungen zu einzelnen Positionen oder Teilen des Formulars.

WISO Steuer: Sparbuch im Test

In Testberichten der Fachpresse wird WISO Steuer:Sparbuch regelmäßig zum Testsieger gekürt. So beispielsweise bei der WirtschaftsWoche (03/2018) oder Focus Money Online (Nr. 8/2020). Im aktuellen Test der ComputerBild (03/2020) erhielt die Software zumindest den zweiten Platz – der Spitzenplatz wird vom „abgespeckten“ kleinen Bruder belegt.

Facts zum WISO steuer:Sparbuch

  • Preis: 29,95 Euro bzw. 39,95 für die Mac-Version
  • Datenimport möglich
  • Musterbriefe enthalten
  • ELSTER-Schnittstelle wird genutzt
  • Funktioniert ab Windows 7 oder Mac OS X 10.12
  • Für jeden Berufsstand und jedes Einkommen (Art und Höhe) geeignet
  • Bearbeitung sowohl am PC als auch im Browser oder via App auf Tablet oder Smartphone möglich

Die „Vorlagepflicht“ ist nun eine „Vorhaltepflicht“

Wenn Sie sich entscheiden, eine Steuererklärung mit solch einem Programm elektronisch abzugeben, müssen Sie die Belege hierzu üblicherweise nicht übermitteln – zumindest nicht, bis explizit danach gefragt wird. Die „Vorlagepflicht“ ist also abgeschafft, stattdessen gibt es nun die „Vorhaltepflicht“. Das bedeutet, dass Sie die Nachweise auf Nachfrage hin übermitteln müssen. Die Fristen hierfür variieren: Spendenbescheinigungen beispielsweise für ein Jahr, Handwerkerrechnungen bis zu zwei Jahre, Belege zu vermieteten Immobilien für zehn Jahre. Sorgen Sie also dafür, dass Sie alle Belege, die in Verbindung mit der Steuererklärung stehen, sicher und schnell auffindbar verstauen.

2. Tax

Der „kleine“ Bruder des Vorgängers, der hinsichtlich seiner Leistungen etwas „abgespeckt“ wurde. Für Selbständige, Freiberufler und Gewerbetreibende ist „Tax“ nicht geeignet, dafür aber für Arbeitnehmer, Pensionäre und Rentner. Gehören Sie in die letztgenannte Gruppe, könnten Sie sich mit der Anschaffung von „Tax“ nicht nur etwas Geld sparen, sondern sich zugleich die Eingabe Ihrer Daten erleichtern.

Wie funktioniert Tax?

„Tax“ funktioniert ähnlich wie ein Interview. Das Programm stellt Ihnen in Dialogform unterschiedliche Fragen, die dank ihrer einfachen Formulierung sogar für Laien anstandslos verständlich sind. Das hat den Vorteil, dass Sie gar nicht selbst wissen müssen, wo eine bestimmte Ausgabe oder ein Einkommen nun genau im Formular landet. Stattdessen befragt Sie die Software und fügt Ihre Eingaben dann automatisch an die richtige Stelle ein. Neben dem „Dialog-Modus“, erhalten Sie natürlich auch weiterführende Erklärungen, die in einer kleinen Box am rechten Bildschirmrand festgehalten sind. Intuitiv bedienbare und verständliche Symbole sorgen dafür, dass Sie einzelne ausgewählte Positionen auch nach dem „Interview“ schnell nachtragen können.

Ideal für einfache Fälle

Die WISO Software eignet sich deshalb auch dann uneingeschränkt, wenn Sie mit Ihrer Steuererklärung gar nicht so viel Zeit verbringen möchten oder generell relativ einfache Einkommensverhältnisse vorliegen – Sie also beispielsweise nur einen festen Arbeitgeber (statt mehreren) ohne Nebeneinkünfte oder Kapitalerträge haben. Möchten Sie lediglich einige Ihrer Ausgaben absetzen, spielt die Reduzierung auf das Wesentliche ihre Stärken aus. Eine Übermittlung findet natürlich elektronisch statt, erneut über das ELSTER-Formular.

Tax im Test

Im Magazin ComputerBild (03/2020) erhielt „Tax“ die Auszeichnung zum Testsieger. Auch sonst belegt es in vielen Tests Spitzenpositionen.

Facts zu Tax

  • Kosten: 12,95 Euro pro Jahr
  • Automatische Übernahme aus dem Vorjahr, zum Beispiel von ELSTER oder einer anderen WISO-Software
  • Enthält viele Formulare, darunter die wichtigen Anlagen Vorsorge, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, AV, N, Kind und Unterhalt (vollständige Auflistung beim Anbieter)
  • Speziell auf Arbeitnehmer und die damit verbundene „einfache“ Steuererklärung zugeschnitten
  • Praktischer Dialog- und Interviewmodus

3. SteuerSparErklärung

Herausgegeben von „Akademische Arbeitsgemeinschaft“, orientiert sich das Programm am Umfang des leistungsstarken WISO-Konkurrenten. Dabei gehen die Verantwortlichen aber einen etwas anderen Weg, denn SteuerSparErklärung verzichten nahezu vollständig auf multimediale Unterstützung. Videos, Animationen und Co. sind also nicht in großer Zahl zu erwarten, stattdessen aber eine leistungsstarke, aufgeräumte Oberfläche. Geeignet ist SteuerSparErklärung sowohl für Azubis und Studenten als auch Arbeitnehmer und Selbständige.

SteuerSparErklärung im Test

In Tests, beispielsweise in der WirtschaftsWoche (03/2018) oder bei ComputerBild (03/2020), wird die strukturierte Abhandlung aller Fälle gelobt. Während „einfache Steuerfälle“ wie Arbeitnehmer vom Interview-Modus und einem zügigen Durchlauf profitieren, können sich Selbständige, Gewerbetreibende und Freiberufler auf eine detaillierte, aber immer noch einfache Abhandlung ihrer Kosten und Einkünfte freuen. Des Weiteren wurde die Software im ComputerBild-Test vor allem deshalb gelobt, weil kein einziger getesteter Fall fehlerhaft berechnet wurde.

Facts zu SteuerSparErklärung

  • Kosten: 29,95 Euro, 24,95 Euro im Abo
  • Übernahme aus Elster, Vorjahresversionen und wenigen Konkurrenzprodukten
  • Nüchterner, nicht verspielter und zeitsparender Aufbau
  • Sehr komplexe Informationen bei besonderen Steuerfällen
  • Ab Windows 8 oder Mac OS X 10.12

4. Taxman

Aus dem Hause Lexware, richtet sich Taxman primär an Arbeitnehmer und Beamte sowie an Freiberufler, Gewerbetreibende und Selbständige mit kleineren Abstrichen. Taxman hebt sich von anderen Programmen insbesondere durch den sehr einfachen Aufbau seiner Formulare ab. Was für alle, die schon ein klein wenig Erfahrung mit ihrer Steuer haben, zum Vorteil wird, könnte für absolute Laien ein kleiner Nachteil sein. Mitunter werden bei einigen komplexen Anliegen nicht alle Fragen sofort aus dem Weg geräumt, weil die Erklärung dazu sehr knapp gehalten ist. Das hängt aber von der persönlichen Präferenz und dem Erfahrungsstand ab.

So funktioniert Taxman

Die mittlerweile zum Standard zählenden Funktionen, beispielsweise das Einstiegs-Interview, gibt es natürlich auch da. Des Weiteren arbeitet das Programm mit einer intelligenten Druckfunktion, mit der sich beispielsweise ausfüllbare Vordrucke oder sogar Blanko-Formulare direkt in den eigenen vier Wänden drucken lassen. Einen integrierten Steuerprüfer gibt es ebenso, der auf offensichtliche oder vermeintliche Fehler in Echtzeit hinweist. Die elektronische Übersendung findet über die ELSTER-Schnittstelle statt.

Außerdem gibt es bei Taxman einen Belegmanager. Alle Belege, die digital in diesen integriert werden, speichert er ab und sortiert sie entsprechend. So können Sie Belege später schnell wiederfinden.

Taxman im Test

Die WirtschaftsWoche (03/2018) lobt Taxman für die sehr übersichtliche Darstellung, kritisiert jedoch, dass Vorjahresdaten aus anderen Programmen nicht importiert werden können. Focus Money Online (Nr. 8/2020) vergibt Taxman den 4. Platz und hebt besonders den ausführlichen Steuerratgeber in Buchform hervor.

Facts zu Taxman

  • Standard-Variante kostet 29,90 Euro
  • Weitere Varianten: Rentner 34,90 Euro, Selbständige 34,90 Euro, Vermieter 39,90 Euro
  • Je nach Variante sind zusätzliche, für die Berufs- und Einkommensgruppe relevante Anlagen und Hilfestellungen enthalten
  • Vorjahresdaten dürfen nur von Taxman übernommen werden
  • ab Windows 8.1, keine Mac-Unterstützung

5. SmartSteuer

Dieses „Programm“ ist eigentlich keines: Stattdessen findet die Steuererklärung komplett im Browser statt, ohne Installation einer Software. Die Sicherheit dessen wird durch das TÜV-Zertifikat bestätigt. SmartSteuer wirbt damit, dass ihre Kunden im Schnitt nicht mehr als 60 Minuten benötigen und 87% eine Schulnote 1 oder 2 vergeben. Einen TrustedShops-Käuferschutz gibt es ebenso.

Interessierte können vorab auswählen, welchen Berufsstand sie halten. Arbeitnehmer erhalten dann entsprechende Formulare angezeigt, Selbständige beispielsweise noch solche zur Umsatzsteuer- und Gewerbesteuererklärung.

SmartSteuer im Test

Die WirtschaftsWoche (03/2018) bewertet die Steuersoftware im Browser als gut verständlich. Jedoch bemängeln die Experten auch hier, dass Importe von Vorjahresangaben aus anderen Programmen nicht möglich ist.

Facts zu SmartSteuer

  • Bezahlt wird erst bei Abgabe und Übermittlung an das Finanzamt
  • Dann 34,99 Euro, was 5 Abgaben beinhaltet
  • Die komplette Steuererklärung findet im Browser statt, es ist keine Software zu installieren
  • Vorjahresdaten lassen sich nur von SmartSteuer selbst übernehmen

6. Lohnsteuer Kompakt

Ein weiteres browser-basiertes Angebot, für das keine separate Software heruntergeladen werden muss. Bei „Lohnsteuer Kompakt“ handelt es sich um die inhabergeführte Forium mit Sitz in Berlin, keinen großen Anbieter der Branche. Sinn und Zweck des Projektes war ursprünglich auch, die Onlinesteuererklärung generell voranzutreiben und Steuerpflichtigen eine Alternative zum Steuerberater zu bieten.

Starke Ähnlichkeit zu ELSTER

Auffällig bei „Lohnsteuer Kompakt“ ist der Umstand, dass sich der browser-basierte Dienst bei vielen Erklärungen sehr zurücknimmt oder sie gar nicht anbietet. Außerdem weist der Dienst eine starke Ähnlichkeit zu den ELSTER-Formularen auf, was vor allem Laien kaum weiterhilft. Letztlich wird die „klassische“ ELSTER-Handhabung etwas optimiert, hinsichtlich der Funktionen und Hilfestellungen ist „Lohnsteuer Kompakt“ aber nicht wirklich mit den bisher genannten Programmen vergleichbar. Während bei diesen klar die Hilfe im Vordergrund steht, sorgt sich „Lohnsteuer Kompakt“ eher um eine einfache Verbesserung der ELSTER-Formulare. Getreu des Namens, ist der Dienst außerdem nicht wirklich für Freiberufler, Beamte oder Selbständige/Gewerbetreibende, sondern nur für Arbeitnehmer geeignet.

Facts zu Lohnsteuer Kompakt

  • Kosten: 29,95 Euro für 1 Steuererklärung
  • Rabatte, wenn mehrere Steuererklärungen abgegeben werden
  • Komplette Abhandlung im Browser, Zahlung erst bei Abgabe
  • Geld-zurück-Garantie

7. QuickSteuer

Eine weitere Software aus dem Hause Lexware, die sich als „einfacher“ und kleiner Bruder von „Taxman“ versteht. Angeboten wird „Quicksteuer“ in zwei Varianten: Der günstigen Standard-Option und einer Deluxe-Option. Letztere ermöglicht auch Selbständigen und Gewerbetreibenden die Steuererklärung, die erste Option richtet sich lediglich an Arbeitnehmer. Beide Optionen verwenden die ELSTER-Schnittstelle für eine einfache, elektronische Datenübermittlung.

Auffällig: Auf der Internetseite funktioniert zum aktuellen Zeitpunkt (Mai 2020) die Unterseite „Alle Funktionen“ nicht, weshalb diese hier nur eingeschränkt aufgeführt werden. Generell wirkt QuickSteuer im Vergleich zur Konkurrenz etwas angestaubt und geht eher in die „Discounter“-Richtung.

Facts zu QuickSteuer

  • Kosten: 14,99 Euro für Arbeitnehmer, 29,99 Euro für Selbständige und Freiberufler
  • Deluxe-Option enthält außerdem mehr als 1.000 legale Steuertipps von KONZ und einen EÜR-Rechner
  • Inklusive Steuerprüfer, dynamischen Ausfüllhilfen sowie einem Belegmanager
  • Datenübernahme aus der Vorgängerversion möglich

Das ELSTER-Formular

Zum Abschluss der Möglichkeiten am Rechner soll der „Klassiker“ nicht fehlen. ELSTER ist die hauseigene Software der Finanzverwaltung und brachte die elektronische Steuererklärung überhaupt erst ins Rollen. Die vielen verschiedenen Programme, die eben eine Erwähnung erhielten, basieren nicht nur auf ELSTER, sondern nutzen auch deren Schnittstelle zur Datenübermittlung. So landet die Steuererklärung direkt beim zuständigen Finanzamt.

Die Software ist schnell installiert, funktioniert aber nur in Kombination mit Windows-Betriebssystemen. ELSTER hat Stärken und Schwächen, nicht grundlos existieren viele Alternativen. Ziel der bisher genannten Programme ist es vor allem, die Steuererklärung verständlich und leicht zu ermöglichen, was eben bei ELSTER für Laien nicht zwangsläufig der Fall ist. Wer beispielsweise nicht selbst weiß, wo er eine Abschreibung in welcher Höhe einträgt, wird bei ELSTER dazu keine Hilfe finden. Tipps gibt es gar nicht.

ELSTER ist dafür komplett kostenfrei. Zweifelsohne lohnt sich die Nutzung von ELSTER aber nur, wenn entsprechendes Hintergrundwissen bereits existiert. Alle anderen werden zweifelsfrei früher oder später überfordert sein. Insgesamt ist ELSTER so vor allem eines: Eine Alternative für alle, die ihre Steuererklärung nicht mehr klassisch in Papierform erledigen und abgeben möchten. Eine ernstzunehmende Hilfestellung ist das Formular hingegen nicht.

Steuer-Apps für Smartphone und Tablet im Test & Vergleich

Wer nicht am heimischen Computer und Schreibtisch tätig werden möchte, kann stattdessen eine App für das Tablet oder Smartphone verwenden. Vorweg: Die Handhabung ist zweifelsfrei umständlicher, denn allein die fehlende Tastatur- und Maussteuerung macht die Sache etwas hakelig, ebenso das viel kleinere Display. Für eine umfassende Steuererklärung mit vielen Anlagen, zum Beispiel erforderlich bei Freiberuflern, Gewerbetreibenden und Selbständigen, sind die Apps daher nicht geeignet. Viel mehr versuchen sie sich als bequeme und schnelle Alternative für Arbeitnehmer und deren „einfache“ Steuererklärungen zu positionieren.

Viele Software-Lösungen haben einen App-Support

Nachfolgend werden lediglich die Lösungen erwähnt, die exklusiv für mobile Systeme verfügbar sind. Zahlreiche der eben genannten Lösungen für den PC bieten aber auch eigene Apps an. Das WiSO steuer:Sparbuch gibt es für iOS-Systeme beispielsweise mit identischem Umfang als „WISO steuer: App“. Diese Überschneidungen werden an dieser Stelle nur in besonderen Fällen aufgeführt, zumal bei einigen Lösungen auch schon ein alternativer App-Zugriff enthalten ist.

1. Taxfix

Taxfix entstammt den Händen eines Berliner Start-Ups. Die Besonderheit: Nicht nur lässt sich Taxfix an iOS- und Android-Geräten verwenden, auch arbeitet die App mit KI (künstlicher Intelligenz). Steuerpflichtige erwartet zuerst ein Dialog-Modus, anschließend können relevante Belege abfotografiert und automatisch eingelesen werden – hier kommt die künstliche Intelligenz ins Spiel. Die fertige Steuererklärung wird automatisch an das zuständige Finanzamt übertragen.

Taxfix im Test

Beim Test des Magazin Business Insider (12/2019) und auch der WirtschaftsWoche (03/2018 funktioniert die automatische Erkennung von Dokumenten durch KI nicht unbedingt verlässlich. Es ist also angeraten, die Steuererklärung manuell zu prüfen. Die WirtschaftsWoche bewertet Taxfix als „ausbaufähig“ .

Facts zu Taxfix

  • Kosten: 34,99 Euro, wenn die Erstattung mindestens 50 Euro beträgt, sonst kostenfrei
  • Ausschließlich für „einfache“ Steuererklärungen von Arbeitnehmern geeignet
  • Dialog-Führung und Beleg-Fotografien sollen Formulare ersetzen

2. SmartSteuer xpress

Die App SmartSteuer xpress benutzt als Grundlage die weiter oben erwähnte SmartSteuer-Software. Kompatibel ist die App sowohl mit Android als auch mit iOS. Die App weist ebenso wie vergleichbare Steuer-Apps nur rudimentäre Funktionen auf und eignet sich nicht für Selbständige, Beamte oder Pensionäre. Für Studenten, Azubis und Angestellte soll hingegen eine einfache, schnelle Steuererklärung ermöglicht werden.

SmartSteuer xpress im Test

In Tests, zum Beispiel vom Magazin Business Insider (12/2019), wird negativ angemerkt, dass bei fehlerhaften Angaben alle Eingaben neu erfolgen müssen.

Facts zu SmartSteuer xpress

  • Kosten: 24,99 Euro, sofern eine Übermittlung an das Finanzamt erfolgt
  • Inklusive Tipps und Erläuterungen
  • Abspeckte Funktionalität gegenüber der SmartSteuer PC-Version

3. Steuerbot

Ein weiteres Start-Up, das sich für Android- und iOS-Geräte eignet, ist Steuerbot. Zugleich wird eine Steuererklärung über den Web-Browser ermöglicht. Steuerbot zielt auf Angestellte ohne komplexe Steuererklärungen ab, für Selbständige mit Umsatzsteuerpflicht ist die App nicht geeignet. Die Besonderheit: Steuerbot erledigt die Steuererklärung über ein Gespräch beziehungsweise Chat-Fenster. Da stellt der „Steuerbot“ Fragen, die Steuerpflichtige dann ebenfalls im Chat beantworten. Wer seine Steuererklärung so erledigen möchte, muss auch Emojis abkönnen – die von dem Bot nicht spärlich genutzt werden.

Steuerbot ist kostenfrei

Eine weitere Besonderheit: Steuerbot eignet sich zwar nur für simple Steuererklärungen, ist dafür aber ohne Einschränkungen kostenfrei. Die Haufe Gruppe, das Unternehmen hinter der App, vertreibt auch kostenpflichtige Lösungen wie beispielsweise das weiter oben erwähnte Programm „Taxman“, welche die kostenfreien Lösungen nach eigener Aussage gegenfinanzieren.

Steuerbot im Test

Das Magazin Business Insider (12/2019) kürt die kostenfreie Applikation zu ihrem Preis-Leistungs-Sieger. Das Magazin Chip (12/2018) bewertet Steuerbot mit „gut“ .

4. ilovetax

Eine weitere abgespeckte Lösung, die diesmal von den Verantwortlichen der WISO-Steuersoftwares stammt ist ilovetax. Innerhalb einer verspielten Oberfläche lassen sich rudimentäre, einfache Steuererklärungen von Angestellten und Azubis sowie Studenten ohne Nebeneinkünfte erledigen.

ilovetax nur für einfache Fälle

Sobald es zu komplex wird, verweist die ilovetax-App auf ihren „großen Bruder“ WISO:steuer. Daten werden dann automatisch übertragen. Die App kostet 14,99 Euro, sofern die Daten tatsächlich abgeschickt werden. Für „WISO:steuer“, falls die App überfordert ist, fallen die weiter oben genannten Preise an. Ein Zusatzschritt ist für ilovetax jedoch auch bei einfachen Fällen nötig: Die gedruckte Erklärung muss unterschrieben abgesendet werden.

5. Steuerkäpt’n

Die App ist die mobile Alternative zu „SteuerSparErklärung“ von „Akademische Arbeitsgemeinschaft“. Steuerkäpt’n eignet sich ebenfalls nur für vereinfachte Steuererklärungen. „Vereinfacht“ wird dann wörtlich genommen: Nicht einmal alle Werbungskosten lassen sich eintragen, Einnahmen aus der Vermietung oder Nebenjobs können gar nicht erfasst werden. So eignet sich die App eigentlich nur für Steuerpflichtige, deren Steuererklärung sowieso in rund zehn Minuten erledigt ist. Dafür ist die App komplett kostenfrei.

Fazit: Steuererklärung einfach gemacht

Egal ob freiwillig oder verpflichtend: Eine Steuererklärung einzureichen, lohnt sich für jeden – ob Selbständiger, Angestellter, Student oder Rentner. Mittlerweile muss dafür nicht immer direkt ein teurer Steuerberater engagiert werden. Auch wer sich nicht tiefergehend mit Steuern und der Steuererklärung auskennt, kommt dank Softwares und Apps fürs Smartphone zum Ziel. Teilweise unheimlich intuitiv, praktisch orientiert oder als Chat bzw. Interview-Abfrage gestaltet, vereinfachen diese Anwendungen die Erstellung und Absendung der eigenen Steuererklärung.

Bei vielen der Steuer-Apps fürs Smartphone kann man auch erstmal alles durchspielen, bevor man tatsächlich etwas absendet und bezahlt. So sehen Sie vorab, wie viel an Steuern Sie tatsächlich rückerstattet bekommen würden. Bei den Softwares für den PC müssen Sie allerdings „in Vorleistung“ gehen. Und wer genug Hintergrundwissen in Sachen Steuern und Steuererklärung hat, kann die klassische Variante der ELSTER-Formulare nutzen.