Psychisch angeschlagen – Chance auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung
Maria Capobianco
Artikel von
Veröffentlicht: 04.11.2015
Aktualisiert: 04.11.2015

Psychisch angeschlagen – Chance auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung

Angst dem Leistungsdruck nicht mehr gewachsen zu sein und den Erwartungen des Vorgesetzten nicht zu entsprechen? Beide Verhaltensweisen sind bereits Anzeichen dafür, dass eine psychische Erkrankung vorliegt. Während US-amerikanische Arbeitnehmer offen mit diesem Thema umgehen, müssen sich Patienten hierzulande mit Diskriminierungen auseinandersetzen. Insbesondere, wenn es um den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung geht. Im Zuge dessen reflektieren wir zunächst die Zunahme psychischer Erkrankungen in Deutschland. Anschließend klären wir darüber auf, ob die Eigenfinanzierung einer psychischen Therapie den Weg in die Berufsunfähigkeitsversicherung ebnet. Zu guter Letzt präsentieren wir einige Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Zunahme psychischer Krankheiten

Berufsunfähigkeitsversicherung - Zunahme psychischer Erkrankungen

Innerhalb Deutschlands ist ein Großteil der ausgestellten Krankschreibungen auf psychische Erkrankungen zurückzuführen – Tendenz steigend. Gemäß einigen Hochrechnungen sind nahezu 1,9 Millionen aller Bundesbürger von psychischen Krankheiten betroffen. Vor diesem Hintergrund gehören psychische Erkrankungen zu den zweithäufigsten Gründen für ein längeres Fernbleiben vom Arbeitsplatz. Dabei bilden psychische Erkrankungen, wie zum Beispiel Depressionen und Anpassungsstörungen, häufige Diagnosen für ein seelisches Krankheitsbild. Allen voran Anpassungsstörungen, dessen Ausfalltage sich in den vergangenen 15 Jahren verdreifacht haben. Allein im Jahr 2014 waren 42 Tage auf 100 Versicherte zurückzuführen. Mit 112 Tagen je 100 Versicherte gehören Depressionen dennoch zu den psychischen Krankheiten mit den längsten Ausfallzeiten.

Der Gesundheitszustand der Antragssteller wird genauestens untersucht

Berufsunfähigkeitsversicherung - Gesundheitszustand wird untersucht

Wer mit einer psychischen Erkrankung trotzdem den Wunsch hegt, eine Berufsunfähigkeitsversicherung (Berufsunfähigkeitsversicherung im Test) abschließen zu wollen, muss sich auf eine vorherige Gesundheitsprüfung gefasst machen. Eben diese Gesundheitsprüfung sorgt dafür, dass zahlreichen Patienten der Zugang zur Berufsunfähigkeitsversicherung verwehrt wird. Ist der Patient mit einer chronischen Erkrankung gekennzeichnet, untersuchen die Versicherer den Tatbestand genauer und machen auch nicht Halt davor, behandelnde Ärzte auszufragen. Immerhin muss der Patient (Gesetzliche Krankenversicherung im Test) sämtliche psychische Krankheitsbilder aus den vergangenen fünf bis zehn Jahren in seinem Antrag dokumentieren.

 

Der jetzige Gesundheitszustand des Antragstellers ist entscheidend

Im Rahmen der Gesundheitsprüfung wird das Risiko durchleuchtet, dass dem Versicherungsnehmer mit dem Versicherungsabschluss genommen wird. Hierbei kommt es den Prüfern weniger darauf an, wie viele Sitzungen bis zur Genesung des psychisch Erkrankten abgehalten werden mussten. Stattdessen konzentriert man die Antragsprüfung lediglich auf die aktuelle gesundheitliche Verfassung des Antragsstellers und die prognostizierte Entwicklung des Krankheitsbildes.

Psychische Therapie selbst bezahlen

Berufsunfähigkeitsversicherung - Therapie selbst zahlen

Dahingehend wird sich ein Großteil der Betroffenen wohl die Frage stellen, ob es nicht sinnvoller ist, die Kosten der psychischen Therapie aus eigener Tasche zu zahlen. Immerhin würde der Versicherer dadurch nicht von den Erkrankungen erfahren. Jedoch raten Experten von diesem Vorhaben ab. Denn aus juristischer Sicht (Rechtsschutzversicherung im Test) stellt selbst das Verschweigen von Tatsachen in der Antragsstellung, eine Lüge dar. Wird im Nachhinein klar, dass die Kosten einer Behandlung selbst gezahlt wurden oder eine Behandlung im Ausland (Auslandskrankenversicherung im Test) durchgeführt wurde, kann dies bereits zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.

Bei Leistungsausschluss oder Inklusion eines Risikozuschlags wird der Versicherungsschutz gewährt

Manche Versicherer gewähren den Versicherungsschutz, wenn die Klausel des Leistungsausschlusses einer psychischen Erkrankung (Krankenzusatzversicherung im Test)  im Versicherungsvertrag integriert wird. In dem Zusammenhang hat der Versicherte keinen Anspruch, wenn er aufgrund seelischer Leiden berufsunfähig wird. Jedoch stellt diese Klausel häufig eine Hürde für Versicherer dar. Denn bei jedem auftretendem Krankheitsbild müssten sie als Versicherer genauestens prüfen, ob die Ursache auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen ist. Somit wird ihnen eine saubere Trennung der Ursachen für die Berufsunfähigkeit auferlegt. Neben dem Ausschluss psychischer Erkrankungen kann auch ein Risikozuschlag zum Versicherungsgegenstand gemacht werden. Dieser hat gewöhnlich eine Erhöhung des Versicherungsbeitrags zur Folge.

Mit einer Risikovoranfrage die Chance auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung erhöhen

Wer sich dem Risiko (Risikolebensversicherung im Test) einer unmittelbaren Ablehnung durch den Versicherer entledigen möchte, dem bietet sich die Möglichkeit einer Risikovoranfrage. Mit Stellung einer Risikovoranfrage wird die Versicherbarkeit des Antragstellers ermittelt, ohne dass seine persönlichen Daten bekannt werden. Dadurch müssen Absagen genauso wie Annahmen unter schweren Voraussetzungen bei weiteren Anträgen nicht genannt werden. Der Vorteil dieser Risikovoranfrage liegt darin, dass die Möglichkeit einer Versicherungsgewähr ansteigt, da bereits abgelehnte Antragsteller in der Regel, bei keiner weiteren Versicherung Unterschlupf finden.

Welche Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es?

Alternativ zur Berufsunfähigkeitsversicherung kann auch eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden. Diese sieht sich in der Leistungspflicht, sobald der Versicherte in keinem Job (Betriebliche Altersvorsorge im Test) befähigt ist, zu arbeiten. Zahlreiche Berufsfelder sehen die Erwerbsunfähigkeitsversicherung als die einzige Möglichkeit für einen privaten Invaliditätsschutz an. Im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung, ist diese Art der Arbeitskraftabsicherung deutlich günstiger und man erhält sie häufig auch ohne Einschränkungen. Im Hinblick auf die Leistungsgewähr, zahlt die Erwerbsunfähigkeitsversicherung lediglich die versicherte Monatsrente (Altersvorsorge im Test) bei Feststellung. Jedoch wird diese Rente (Private Rentenversicherung im Test) nur dann gewährt, wenn sich der worst case einpendelt. Somit bietet sie einen geringeren Versicherungsschutz als die Berufsunfähigkeitsversicherung.

Dread Disease Versicherung sichert die Grundfunktionen des Körpers ab

Ebenso möglich ist die Absicherung der eigenen Arbeitskraft durch den Abschluss einer Dread Disease Versicherung (Dread Disease Versicherung im Test). Dabei konzentriert sie sich weniger auf die Erwerbsfähigkeit und mehr auf die einzelnen Grundfunktionen des Körpers. Neben der Versicherung der fünf Sine: Sehen, Bewegen, Fühlen, Schmecken und Hören wird auch eine Pflegezusatzversicherung (Pflegeversicherung im Test) vertraglich vereinbart. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, eine Unfallrente (Unfallversicherung im Test) oder Einmalzahlung bei Erkrankung eines Organs in den Versicherungsvertrag zu integrieren. Anders als bei den vorherigen Versicherungsarten wird der Versicherungsschutz der Dread Disease Versicherung bereits bei Vorlage eines ärztlichen Attests (Private Krankenversicherung im Test) aktiv. Des Weiteren hat der Versicherungsnehmer Anspruch auf Auszahlung der gesamten Versicherungssumme. Somit eignet sich die Dread Disease Versicherung zur Begleichung notwendiger Rehabilitationsmaßnahmen.

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Fazit

Bei dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung kombiniert mit einer vorhandenen psychischen Erkrankung, sollte man als Betroffene nicht verzweifeln und nicht jegliche Hoffnung zur Absicherung der eigenen Arbeitskraft aufgeben. Um nicht unbedingt aufs Abstellgleis der Versicherer zu geraten, ist es sinnvoll eine Risikovoranfrage zu stellen. Diese prüft auf anonyme Weise, ob eine Versicherbarkeit überhaupt gegeben ist. Wer dennoch vom Versicherungsschutz ausgeschlossen wird, kann mit Alternativen, wie der Erwerbsunfähigkeitsversicherung und Dread Disease Versicherung, für eine Absicherung der menschlichen Arbeitskraft sorgen.