Tag der Rückengesundheit - welche Gesundheitsleistungen Versicherte erwarten können
Maria Capobianco
Artikel von
Veröffentlicht: 15.03.2016
Aktualisiert: 15.03.2016

Tag der Rückengesundheit – welche Gesundheitsleistungen Versicherte erwarten können

Eine krumme Sitzhaltung und mangelnde Bewegung ist häufig schuld daran, dass wir vermehrt mit Rückenproblemen zu kämpfen haben. Klagen wir dem behandelnden Arzt unser Leid, werden uns häufig zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten angeboten. Doch längst nicht Therapie wird auch tatsächlich von der Krankenversicherung übernommen. Umso wichtiger ist es, sich im Vorfeld über den Umfang der Gesundheitsleistungen zu informieren.

Rückenschmerzen sind ein Volksleiden

Tag der Rückengesundheit - Rückenschmerzen ist ein Volksleiden

Laut dem Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse sind Rückenbeschwerden der Grund dafür, dass es jährlich bis zu 40 Millionen Feltagen kommt. Demzufolge ist jeder zehnte Fehltag auf Rückenschmerzen zurückzuführen. Die Ursachen dieses Krankheitsbilds liegen nicht nur in einem Grund behaftet, sondern werden durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst. In dem Zusammenhang sind es häufig Einflüsse, wie Bewegungsmangel, einseitige Belastung und Stress, die Rückenbeschwerden hervorrufen. Insbesondere Arbeitnehmer der Ver- und Entsorgungsindustrie, Altenpflege und Tiefbaubranchen klagen häufig über Rückenschmerzen. Andere Berufsgruppen wie etwa Berufskraftfahrer und Bürokaufleute erleiden aufgrund ihrer einseitigen bzw. mangelnden Bewegung Rückenprobleme.

Von A wie Akupunktur bis O wie Operation

Das Thema “Rückenschmerzen” ist schon lange kein Einzelfall mehr, sodass mittlerweile aus einer Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten gewählt werden kann. Diese erstrecken sich von der Akupunktur bis hin zur Operation. Welche der unterschiedlichen Behandlungsmethoden am Sinnvollsten erscheint, liegt im Ermessen des behandelnden Arztes.

Erstattung erfolgt gemäß des Wirtschaftlichkeitsprinzips

Tag der Rückengesundheit - Wirtschaftlichkeitsprinzip

Grundsätzlich erstattet die Krankenversicherung nahezu jede medizinische Leistung zur Linderung der Rückenbeschwerden. Dies betrifft sowohl die gesetzliche Krankenversicherung (Gesetzliche Krankenversicherung im Test), als auch die private Krankenversicherung (Private Krankenversicherung im Test). Innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung werden sämtliche Kosten für Medikamente, ärztliche Behandlungen und sogenannte Heilmittel erstattet. Welche Leistung einem tatsächlich zusteht, hängt von der Bedürftigkeit der Behandlung ab, ob sie notwendig, ausreichend oder als zweckmäßig gesehen wird. Ferner müssen die angebotenen Behandlungsmaßnahmen auch dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit entsprechen. Somit müssen die Krankenkassen darauf achten, das sie nicht zu kostspielige Maßnahmen erstatten. Neben den eigentlichen Gesundheitsleistungen übernimmt die Krankenversicherung auch Akupunkturbehandlungen. Diese werden dem Versicherten nur dann ermöglicht, wenn er über Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule klagt. Darüber hinaus finanziert die gesetzliche Krankenversicherung sämtliche Maßnahmen, die im Zusammenhang mit der Vorbeugung etwaiger Krankheitsbilder stehen, zum Beispiel Zuschüsse zum Besuch der Rückenschule.

Heilmittel der alternative Heilmedizin müssen selbst gezahlt werden

Patienten, die vollstes Vertrauen in alternative Heilmethoden (Krankenzusatzversicherung im Test) setzen, können ihre Rückenschmerzen auch mithilfe der Homöopathie lindern lassen. Hierzu gehören in der Regel die homöopathische Erst- und Folgeanamnese sowie Auswahl homöopathischer Heilmittel. Jedoch müssen sie die Kosten der verordneten Arzneimittel aus eigener Tasche zahlen.

Umfang der Gesundheitsleistungen vom Tarif der privaten Krankenversicherung abhängig

Genauso wie die gesetzliche Krankenversicherung, übernimmt auch die Private Krankenversicherung sämtliche Kosten zur medikamentösen Behandlung der Rückenbeschwerden und eventuellen Operationen. Die Leistungsbereitschaft der privaten Krankenversicherung erstreckt sich ebenfalls auf frei verkäufliche Medikamente. Je nach Krankenversicherungstarif haben Versicherte auch die Möglichkeit, alternative Heilmethoden in Anspruch zu nehmen.

Kurteilnahme zur Vorbeugung von Rückenproblemen

Tag der Rückengesundheit - Vorbeugung von Rückenproblemen

Damit Rückenbeschwerden gar nicht erst auftreten, werden Versicherten Maßnahmen zur Vorbeugung angeboten. Einer dieser ist die Inanspruchnahme einer Kur. Zur Vorbeugung, Rehabilitation oder Verminderung der Rückenbeschwerden erhalten gesetzlich Versicherte eine Kurempfehlung von ihrem behandelnden Arzt verordnet. Sie wird als Ergänzung zur ambulanten medizinischen Behandlung gesehen, sodass dem leidenden Patienten ein straffes Therapieprogramm mit unterschiedlichem Kultur- und Freizeitangebot auferlegt wird. In dem Zusammenhang können unterschiedliche Anwendungen wie Rückenschule, Massagen oder manuelle Therapien zum Tragen kommen.

Stationäre Patienten zahlen für ihre Unterkunft

In der Regel obliegt der gesetzlichen Krankenversicherung die Kostenübernahme der Rehabilitationskur. Jedoch werden diese erst bei einem positiven Bescheid übernommen. Welchen Anteil an Selbstbeteiligung dem Patienten tatsächlich in Rechnung gestellt wird, hängt in erster Linie von der Art der Kur ab. In dem Fall haben stationäre Kurpatienten häufig einen Eigenanteil von zehn Euro pro Tag zu leisten, während die restlichen Kosten von der Rentenversicherung (Private Rentenversicherung im Test) bzw. Krankenkasse übernommen werden.

Finanzielle Unterstützung für ambulante Kurpatienten

Ganz anders gestaltet sich der Eigenanteil bei Patienten, die sich in ambulanter Kurtherapie befinden. Hierbei wird ihnen ein täglicher Zuschuss zur Finanzierung von Unterbringung, Verpflegung, Fahrtkosten und Kurtaxe in Höhe von 13 Euro ausgezahlt. Ferner stattet die Krankenkasse 90 Prozent der verordneten Heilmittel. Im Gegensatz dazu müssen sie einen Eigenanteil von zehn Prozent leisten.

Krankenkasse unterstützt Gesundheit im Urlaub

Des Weiteren wird auch das Motto “Im Urlaub etwas für die Gesundheit tun” von der Krankenversicherung unterstützt. Nehmen Patienten an Gesundheitsangeboten im Urlaub teil, können sie auf die Auszahlung eines Krankenkassenzuschusses vertrauen. Damit sie den Zuschuss in Anspruch nehmen können, müssen sie den Nachweis eines präventiven Urlaubs erbringen.

Definition: Präventionsurlaub

Als Präventionsurlaub werden jene Reisen (Auslandskrankenversicherung im Test) gesehen, die der Gesundheitsförderung zugutekommen. Dahingehend lassen sich innerhalb der Reiseangebote, Kurse mit gezielten Maßnahmen zur Verbesserung bzw. Erhaltung der Lebensqualität wiederfinden. Ferner sollte ein Präventionsurlaub dazu da sein, dass die Reiseteilnehmer Entspannungstechniken erlernen, über gesunde Ernährung aufgeklärt und zur Ausübung einer körperlichen Tätigkeit bewegt werden. Dabei muss die Möglichkeit gegeben sein, dass die vermittelten Inhalte und Techniken auch in den eigenen vier Wänden umgesetzt werden können.

Voraussetzungen des Präventionsurlaubs

Damit der Urlaub auch als Präventionsurlaub anerkannt wird müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • spezielle Therapeuten zur Durchführung der Kurse
  • erstattungsfähig sind Präventionskurse zum Thema Ernährung, Bewegung, Sucht und Stress
  • Nachweis über Teilnahme an Kursen

Krankenkasse beteiligt sich nur an den Kosten der Präventionskurse

Eine Vielzahl der Krankenkassen beteiligt sich an den Kosten ausgewählter Kosten. Hierbei liegen die Grenzen der Erstattungen zwischen 80 und 100 Prozent. Jedoch werden je nach Krankenkasse nicht mehr als 75 bis 100 Euro pro Kurs erstattet. Während die Krankenkasse sich an den Kosten der in Anspruch genommenen Präventionskurse beteiligt, müssen sämtliche Kosten für Unterkunft und Verpflegung aus eigener Tasche bezahlt werden.

Das könnte Sie auch interessieren:

Fazit

Das Thema Rückenschmerzen nehmen die Krankenversicherung sehr ernst und übernehmen oftmals sämtliche medizinische Leistungen zur Linderung der Beschwerden. Wird die Schmerzlinderung mithilfe einer Kur oder der Teilnahme an Präventionskurse in Angriff genommen, müssen sich Patienten auf die Entrichtung von Eigenleistungen einstellen, wie zum Beispiel, die Zahlung von Tagessätzen oder Beteiligung an Kurskosten.

Fanden sie diesen Artikel hilfreich?