Coronakrise helfen
Mueni
Artikel von
Veröffentlicht: 11.05.2020
Aktualisiert: 12.05.2020

13 Möglichkeiten, wie Sie in der Coronakrise helfen können

Einschränkungen des öffentlichen Lebens, Maskenpflicht und geschlossene Läden: Neben gesundheitlichen Risiken bringt die Coronakrise auch für die Wirtschaft gravierende Veränderungen. Viele Unternehmen meldeten Kurzarbeit an. Geschäfte und Restaurants müssen schließen und Events können nicht stattfinden. Ein soziales Miteinander bedeutet dann auch, diese Menschen zu unterstützen – zumal an ihre Betriebe wichtige Arbeitsplätze und Existenzen gekoppelt sind. Viele solcher Einzelhändler und Dienstleister haben bereits reagiert und die Grundlage geschaffen, damit treue Kunden sie auch während einer Geschäftsschließung unterstützen können.

Warum Hilfe vor allem für kleine und mittelständische Betriebe wichtig ist

Mit der Coronakrise kam eine bis dato nicht dagewesene, anspruchsvolle Herausforderung auf Selbständige und Unternehmen zu. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde das öffentliche Leben in Deutschland (und auf der Welt) nicht mehr so heruntergefahren wie in Zeiten der aktuellen Pandemie. Viele Händler und Dienstleister sind auf kontinuierliche Umsätze angewiesen, haben Rechnungen zu begleichen und Mitarbeiter zu bezahlen.

Bund und Länder versuchen zwar, der wirtschaftlichen Schräglage gegenzusteuern, beispielsweise durch unbürokratische Soforthilfen, günstige Kredite und die Möglichkeit der Stundung einzelner fortlaufender Zahlungen. Doch ohne aktive Betriebstätigkeit und damit ohne regelmäßige Umsätze leiden Betriebe dennoch stärker denn je. Die gestellten Soforthilfen sind oftmals nicht ausreichend, um den Geschäftsbetrieb im Alleingang finanziell zu stützen. Das zwingt Selbständige zu Kreativität, um ihren geschätzten Kunden weiterhin den erwarteten Service zu bieten, aber auch um sich selbst „über Wasser“ zu halten.

Wie kann ich konkret helfen? Das sind Ihre Möglichkeiten in der Coronakrise

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und denken Sie an Ihre liebsten Dienstleister oder kleine Geschäfte, in denen Sie gerne einkaufen, sich gut beraten fühlen und die einladende Atmosphäre schätzen. Millionen- oder gar Milliardenrücklagen gibt es hier nicht, ebenso keine bis ins letzte Detail geplante Infrastruktur, die aufgrund der eigenen Stellung und Finanzstärke jederzeit angepasst werden kann. Die kleinen Unternehmen sind auf Sie und Ihre Hilfe angewiesen.

Nachfolgend bekommen Sie verschiedene Beispiele aufgezeigt, wie jede einzelne Person in der Coronakrise ihren Teil leisten kann, um solchen kleinen und mittelständischen Unternehmen, Existenzgründern oder Freiberuflern eine (wirtschaftliche) Hilfe zu sein. Das lohnt sich, denn die Pandemie wird nicht ewig unser aller Leben bestimmen. Wir sollten nun dabei mithelfen, dass Betriebe, Dienstleister und auch die damit verbundenen Arbeitsplätze nach wie vor noch existieren.

1. Gutscheine – ein Klassiker, der sich auch in Krisenzeiten bewährt

Die einfachste Möglichkeit zu helfen besteht darin, bei den existenzbedrohten Betrieben und Dienstleistern in Vorleistung zu gehen. Nichts anderes ist im Endeffekt der Kauf von einem Gutschein. Sie zahlen vorab, der Betrieb oder Dienstleister kommt der Leistung dann später nach, wenn er nach der Pandemie wieder wie gewohnt den geschäftlichen Alltag aufnimmt. Gutscheine haben sich in allen Branchen gleichermaßen bewährt, ganz egal ob:

  • in Restaurants und Bars,
  • beim Friseur, in der Fußpflege oder Kosmetik,
  • bei Bekleidungsgeschäften
  • oder bei Freizeit- und Eventveranstaltern.

Eine große Stärke der Gutscheine ist ebenfalls, dass sich diese so wunderbar flexibel an den Mann oder die Frau bringen lassen. Die einfachste Möglichkeit ist, dass das Unternehmen einen Gutschein anbietet, den Sie dann in der gewünschten Höhe kaufen. In Zeiten der Pandemie, wo diese Betriebe nicht öffnen und damit ihrem regulären Geschäft nicht nachkommen können, spülen die Gutscheine wichtige Umsätze in die Kassen, die beispielsweise zur Deckung folgender Kosten dienen:

  • Miete bzw. Pacht
  • Laufende Kosten wie Strom und Wasser
  • Fortlaufende Zahlung der Gehälter und Löhne
  • Gegebenenfalls Warenersatz, beispielsweise wenn Restaurants neue Lebensmittel einkaufen müssen

Erkundigen Sie sich doch einmal bei Ihrem Lieblingsladen, ob Sie von diesem Gutscheine erwerben können. Für Sie bedeutet das keinerlei Verlust, denn mit dem Gutschein können Sie später einen Einkauf tätigen oder eine Dienstleistung beanspruchen, die Sie sowieso genutzt hätten.

Gutschein statt Geld zurück

Haben Sie eine Reise gebucht oder Karten für ein Konzert erworben, welches nun ausfällt? Indem Sie einen Gutschein annehmen, statt Ihr Geld zurückzuverlangen, helfen Sie dem Betrieb ungemein. Diesem Problem sehen sich beispielsweise Reisebüros oder Eventveranstalter ausgesetzt. Der gebuchte Termin wurde bereits bezahlt, kann nun aber nicht stattfinden. Statt das Geld zurückzufordern, welches bei diesen Unternehmen aktuell besonders knapp ist, könnten Sie sich einen Gutschein ausstellen lassen. So geraten diese Dienstleister nicht in eine noch schwerwiegendere Schieflage.

2. Geld spenden

Spendenaktionen und -fonds überschneiden sich oftmals mit dem Angebot von Gutscheinen. Große Initiativen wie „PayNowEatLater“ unterstützen Gastronomen, indem sie online Gutscheine für diese vermitteln. Zum 3. Mai wurden bereits Gutscheine im Wert von mehr als 900.000 Euro verkauft – einen Anteil nimmt sich PayNowEatLater nicht heraus – das Geld gelangt also ohne Umwege und Abzüge an die betroffenen Gastronomen.

Auch gibt es ganz konkret viele verschiedene Adressen, bei denen Sie ohne direkte Gegenleistung spenden können. So beispielsweise die Aktion „Deutschland Hilft“ . Spenden werden hier genutzt, um Hygieneartikel, medizinische Behandlungen und die Grundversorgung sicherzustellen – vor allem für sozial schwächer gestellte Familien.

Weitere Möglichkeiten und Hilfsorganisationen, die eigene Corona-Spenden-Fonds unterhalten, sind zum Beispiel:

Möchten Sie sich ein eigenes Projekt heraussuchen, ist das ebenfalls ganz einfach. Auf Deutschlands größter Spendenplattform „BetterPlace“ finden Sie eine umfangreiche Zusammenstellung von Spendenprojekten, die Sie dort einsehen können. Die Möglichkeiten, für wen und zu welchem Zweck Sie da spenden können, sind ausgesprochen vielseitig. Sie reichen von:

  • Finanzierung medizinischer Soforthilfe
  • Auslands- und Flüchtlingshilfe in Zeiten von Corona
  • Unterstützung der Berliner Club- und Kulturszene
  • Futtermittel-Spenden für Tiere
  • Unterstützung für Obdachlose
  • Finanzielle Unterstützung für Musiker oder andere Freiberufler

Auf der Seite können Sie die Kategorie auf „Nothilfe Coronavirus“ belassen und dann wahlweise alle Spendenfonds durchstöbern oder mit der Suche gezielt nach verschiedenen Kriterien und Bezeichnungen recherchieren. Möchten Sie, dass Ihre Spenden regional in der Umgebung genutzt werden, können Sie mit dem Menü „Ort“ Ihre eigene Stadt oder Region auswählen. Da erfahren Sie bei den jeweiligen Projekten auch gleich, wie viel bereits gespendet wurde, wer die Spenden verwaltet und wie viel Geld noch bis zum ausgehobenen Ziel fehlt.

3. Regional online einkaufen – die Alternative zum Ladenbesuch

Eine weitere Alternative zu den eingangs erwähnten Gutscheinen ist das Online Shoppen bei regionalen Händlern. Da viele Händler mittlerweile einen eigenen Online-Shop unterhalten, können Sie bei diesen direkt online bestellen. Oftmals machen Umsätze aus dem Onlinehandel bei stationären Händlern nur einen kleinen Teil aus, dieser könnte in Zeiten der Covid-19-Pandemie aber umso wichtiger werden. Sehen Sie es den kleinen Händlern nach, dass sie hinsichtlich ihrer Lieferzeiten nicht mit Amazon und Co. konkurrieren können. Zwar müssen Sie gegebenenfalls einen oder zwei Tag(e) länger auf Ihre Lieferung warten, dafür kommt der Umsatz bei den Händlern an, die davon überleben müssen.

Mitunter müssen Sie bei einer Online-Bestellung aber gar nicht länger warten. Viele regionale Händler, die aktuell ihr Ladengeschäft nicht öffnen können, liefern Pakete einfach von Hand aus. Das ist natürlich von Händler zu Händler unterschiedlich, beschert Ihnen mitunter aber eine „persönliche“ Lieferung (natürlich unter Einhaltung des Mindestabstands und hygienischer Maßnahmen) am selben oder nächsten Tag.

Vorbestellungen

Ein nahezu identisches Prinzip wie das der Gutscheine ist das Vorbestellen. Wissen Sie bereits, dass Sie etwas kaufen möchten, der Händler liefert aber nicht und darf auch nicht öffnen, können Sie die Artikel einfach vorbestellen. So gehen Sie finanziell in Vorleistung und können Ihre Produkte einfach beim nächsten regulären Besuch mitnehmen – beispielsweise empfehlenswert in der Kosmetik oder bei Friseurprodukten.

4. Gastronomen gezielt unterstützen

Ihr Lieblingsrestaurant hat geschlossen? Das bedeutet oftmals nicht, dass im Restaurant selbst alles stillsteht! Zwar dürfen Deutschlands Gastronomen keine Kunden mehr an die eigenen Tische bringen, sehr wohl aber Essen ausliefern oder an der Tür herausgeben. Als Folge haben sich viele Restaurants und Bars dazu entschieden einen „Take-Away-Service“ anzubieten. Das Prinzip ist ganz einfach: Sie bestellen Ihr Lieblingsessen online oder telefonisch, danach lassen Sie es sich wahlweise liefern (sofern der Gastronom das anbietet) oder Sie holen es einfach an der Tür des Restaurants ab.

Damit haben Gastronomen auch in Coronazeiten die Möglichkeit, die eigenen Gäste zu bewirten – wenn auch nur an der Haustür. Sie hingegen unterstützen damit den Betrieb Ihres Lieblingsrestaurants und können es sich mit dem abgeholten Essen auf der heimischen Couch bequem machen. Das ist nicht nur bequem für Sie, sondern unterstützt auch direkt die besonders betroffenen Gastronomen, die aktuell keine Gäste im eigenen Haus bewirten dürfen. Auch einige Bars bieten ihre Drinks und Cocktails auf diese Weise an. Suchen Sie einfach mal im Internet nach „Essen to go“ + Ihr Wohnort. Sie werden Webseiten finden, die alle Restaurants und Lokale zusammengefasst haben, wo Sie Essen zum Mitnehmen oder zum Liefern bestellen können.

Gastronomen geben gern zurück!

Selbst akut betroffen, hindert das viele Gastronomen nicht daran, ihr eigenes Können für die Allgemeinheit einzusetzen. Unter der Aktion „#kochenfürhelden“ haben sich Gastronomen zusammengetan, um die Menschen zu unterstützen, die aktuell Höchstleistungen vollbringen: Medizinische Fachangestellte, Ärzte, Pflegepersonal und alle anderen, die aktuell Überstunde um Überstunde schieben. Mit Take-Aways oder Essenslieferungen bei Ihren Lieblingsrestaurants unterstützen Sie auch indirekt solche Aktionen – und leisten direkt doppelt Gutes!

5. Künstler und Kreative mit symbolischen Gutscheinen und Streaming unterstützen

Nicht jeder Musiker verkauft Millionen von Platten und lebt in üppigen Villen. Im Gegenteil: Viele Musiker, ob sie nun klassisch im Theater auftreten oder am Abend in einer Bar für Unterhaltung sorgen, haben so gut wie keine Rücklagen. Als Freiberufler können diese Kreativen nicht in Kurzarbeit gehen, eine Bühne für ihre Kunst erhalten sie indes ebenfalls nicht – und damit auch keinerlei Geld.

Natürlich wären die Kreativen eben nicht jene, wenn sie sich nicht etwas hätten einfallen lassen. Viele Musiker, vor allem beispielsweise DJs, die normalerweise in gut gefüllten Diskotheken auflegen, veranstalten mittlerweile Wohnzimmerkonzerte – Musiker aus anderen Genres aber natürlich ebenso. Das Prinzip ist auch hier ganz einfach: Sie bleiben zu Hause, die Musiker ebenso, der Auftritt wird stattdessen über eine Streaming-Plattform übertragen. So bringen Sie Ihre Lieblingsmusik in die eigenen vier Wände, während des Auftritts spielen Werbeeinnahmen Geld in die Kassen der Musiker. Oftmals können Sie kleinere Beiträge direkt über die Streaming-Plattform spenden, zum Beispiel wenn das Wohnzimmerkonzert über Twitch.tv gestreamt wird.

Überprüfen Sie einfach, welche Streaming-Plattform genutzt wird und was es da für Möglichkeiten gibt. Denkbar sind:

  • Donations, also direkte Spenden, wo Sie den gewünschten Betrag online an den Musiker übermitteln
  • Subscriptions, also Abonnements, wo Sie monatlich für den gewünschten Zeitraum automatisch einen kleinen Betrag (meist 5 Euro) an den Musiker übermitteln
  • Werbeeinnahmen, indem Sie die Werbung nicht mit einem Ad-Blocker aussperren, sondern eine Ausnahme für diese Webseite einrichten

Des Weiteren gibt es natürlich auch in der Kreativszene Organisationen, die Spenden gebündelt entgegennehmen. Das ist zum Beispiel die Aktion „Keiner kommt, aber alle machen mit“ , ausgerichtet vom Verein „MenschHHamburg“. Der Verein selbst möchte eine Alternative zu den eben genannten Streamingangeboten aufbauen, da selbige meist nicht für den Lebensunterhalt reichen. Stattdessen können Sie bei der Aktion 33 Euro spenden – und erhalten im Gegenzug ein gutes Gewissen und vielleicht einen Podcast oder etwas Unterhaltung.

Online-Spielplan fürs Theater

Theater-, Ballett- und Opernaufführungen sowie Lesungen und Kunst kann auch von Zuhause erlebt werden. Viele Theater- und Konzerthäuser haben ihr Angebot ins Internet verlagert. Aufführungen und Shows können online gestreamt werden, teilweise live, teilweise auch bis zu ein bis zwei Tage später. Kunstausstellungen können Sie via Live-Führung oder 360°-Rundgang erleben. Wahlweise kann danach gespendet werden. Schauen Sie einfach mal auf der Webseite Ihres liebsten Theaters, Opernhauses oder Kunstzentrums nach einem Online-Spielplan.

6. Rechenpower bereitstellen und passiv helfen – ganz bequem mit dem heimischen PC!

Eine weitere interessante Möglichkeit, vor allem für solche, die einen starken Computer in den eigenen vier Wänden stehen haben, ist die Bereitstellung von Rechenpower. Mit dem Projekt „Folding at home“ teilen Sie Ihren Computer mit unzähligen anderen rund um den Globus. Das Ziel? Möglichst viel Rechenpower bereitstellen, also quasi einen globalen Supercomputer zu bilden. Diese Rechenpower wird genutzt, um bei der Erforschung des Coronavirus komplizierte Rechnungen und Modelle zu erstellen.

„Folding at home“ selbst ist nicht neu. Das Projekt und die Idee, Rechenpower aus privaten Haushalten zu bündeln, existiert schon seit mehr als zwei Jahrzehnten und leistete in der Vergangenheit beispielsweise einen Beitrag in der Forschung gegen Krebs, Parkinson oder Alzheimer. Aktuell beteiligt sich das Projekt an der Erforschung des Covid-19-Virus. Ihr Vorteil? Ungenutzte Rechenpower fließt in einen guten Zweck, ohne dass Sie selbst etwas aktiv dafür unternehmen müssen, außer einige wenige Euro Stromkosten mehr zu zahlen.

Mit Vodafone-App im Schlaf helfen

Auch der Mobilfunkkonzern Vodafone hat ein ähnliches Projekt entwickelt. Über die Vodafone DreamLab-App wird Rechenpower Ihres Smartphones der Corona-Forschung gespendet, die Sie nicht nutzen – etwa beim Schlafen. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Imperial College London entwickelt. Um Ihren Beitrag zu leisten, müssen Sie vor dem Schlafengehen Ihr Handy ans Ladegerät schließen und die entsprechende Einstellung in der App vornehmen. Alles an Akku, was über die 100 % Ihres Smartphones geht, fließt direkt an das Forschungslabor. Es werden dabei keine personenbezogenen Daten erfasst.

7. In der Nachbarschaft aushelfen

Wenn Sie weniger Geld, dafür aber Zeit über haben, können Sie ebenso helfen. Die Möglichkeiten in der aktiven Nachbarschaftshilfe sind groß. So könnten Sie beispielsweise für ältere Menschen in Ihrem Haus oder in der Nachbarschaft einen Einkauf erledigen. Das schützt die Gesundheit von Senioren ebenso, wie die regionalen Geschäfte von dem Umsatz profitieren. Haben Sie beispielsweise ein Fahrzeug, ein älterer Mensch in Ihrem Haus aber nicht, ist das sogar vom Aufwand her keine nennenswerte Hürde.

Zudem können Sie regional bei der Essensausgabe helfen. Obdachlose und sozial sehr schwach gestellte Menschen sind akut von der Pandemie betroffen. Mit weniger Menschen, die ihrem gewöhnlichen Alltag nachgehen, wird weniger gespendet, auch zusehends weniger Pfandflaschen, eine fast schon fest kalkulierbare „Einkommensquelle“ von Obdachlosen und Armen, finden sich in der Umgebung zur Mitnahme. Essensausgaben hingegen sind auf ehrenamtlich tätige Helfer angewiesen.

8. Telefonieren und helfen: Haben Sie ein offenes Ohr in schweren Zeiten!

Dies ist eine weitere einfache Möglichkeit, die Ihnen vielleicht sogar selbst eine Stütze ist. Der Verein „Silbernetz“ vermittelt Telefongespräche an Menschen jenseits der 60 Lebensjahre. Diesen droht während der Covid-19-Krise nicht nur ein erhebliches gesundheitliches Risiko, sondern auch eine enorme psychische und mentale Belastung, bedingt durch eine mögliche Vereinsamung.

Interessierte müssen mindestens 18 Jahre alt sein und werden vom Verein zuvor zwei Tage geschult. Danach können Sie sich ganz komfortabel am Telefon mit älteren Menschen unterhalten, ein offenes Ohr für deren Probleme und Sorgen haben und so vielleicht einen kleinen mentalen Beistand mit großem Effekt leisten. Vielleicht finden Sie sogar einen geschätzten Freund, mit dem Sie selbst nach der Krise noch in Kontakt bleiben.

9. Expertise zur Verfügung stellen

Wenn Sie Ihren eigenen Beruf aktuell zwar nicht wie gewohnt ausüben, aber dennoch Ihre Expertise zur freien Verfügung stellen möchten, können Sie mit dem Projekt „2gather.jetzt“ Hilfe leisten. Dort werden wichtige Adressen und Infos für Selbständige zusammengetragen. Fachleute, zum Beispiel Steuerberater, können ihr eigenes Fachwissen anbieten und so vor allem „einfachen“ Freiberuflern und „kleinen“ Selbständigen unter die Arme greifen. Das Netzwerk, was unter anderem von der städtischen Kreativgesellschaft Hamburg unterstützt wird, dient damit vorrangig zum Informationsaustausch. Gerade das kann aber viel wert sein, wenn Selbständigen und Freiberuflern ihr gewohnter Ansprechpartner fehlt, gerade nicht erreichbar ist oder die Umsatzeinbußen keine Fachberatung auf Honorarbasis mehr ermöglichen.

Medizinische Fachkräfte werden immer gesucht

Nur examinierten Fachkräften aus dem medizinischen Sektor vorbehalten, aber vielleicht für solche interessant, die aktuell nicht arbeiten: Über das Projekt „Pflegereserve“ wird tatkräftige Unterstützung mit examinierter Expertise gesucht, um kurzfristig in Pflegeeinrichtungen oder Kliniken einzuspringen.

10. Aushelfen in der Landwirtschaft

Eine besondere Herausforderung ist die Pandemie für die Landwirtschaft, denn sie wird maßgeblich durch Saisonarbeiter gestützt, die bei Bedarf kommen und danach wieder gehen – vorwiegend aus dem Ausland. Aufgrund der Einreiseverbote gestaltet sich die Organisation von genügend Saisonarbeitern aber als ausgesprochen schwierig. Zwar hat der Gesetzgeber bereits Ausnahmeregelungen geschaffen, da die Ernte gänzlich ohne Saisonarbeiter überhaupt nicht eingefahren werden kann, dennoch fehlt noch viel Arbeitskraft.

Aktuellen Angaben nach werden mehr als 200.000 Erntehelfer benötigt – und das dringend, bevor die Ernte auf dem Feld zu Grunde geht. Deshalb hat sich die Landwirtschaft organisiert und bietet tatkräftigen Helfern die Möglichkeit, sich kurzfristig und temporär als Erntehelfer zu engagieren. Viele solcher Vereine und Projekte sind regional organisiert, deshalb sollten Sie Informationen dahingehend vor allem direkt in Ihrer Region suchen. Einige bundesweit tätige Projekte sind beispielsweise:

Die Plattformen bieten Landwirten und potentiellen Helfern gleichermaßen ein Netzwerk. Ziel ist, beide Seiten schnell und unbürokratisch miteinander in Kontakt zu bringen. Das Projekt stieß anfänglich auf Skepsis. Unvergessen ist bei vielen Landwirten das von der damaligen Regierung vor 15 Jahren verabschiedete Vorhaben, Langzeitarbeitslose auf dem Feld einzusetzen – mit dem vorwiegend schlechte Erfahrungen gesammelt wurden. Aus diesem Grund engagieren sich die drei genannten Projekte und führen mit Bauern einen offenen Dialog.

Vorteilhaft: Freiwillige Erntehelfer gehen nicht leer aus, sondern werden von den Landwirten für ihre Arbeit sogar entlohnt. Die Bezahlung auf dem Feld kann stark schwanken, normalerweise beträgt sie etwa 9 bis 11 Euro die Stunde. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Nebentätigkeit mit dem Bezug von Kurzarbeitergeld kombinierbar ist, auch eine Besteuerung entfällt, sofern der eigentlich sonst bezogene Nettolohn, außerhalb der Kurzarbeit, nicht überschritten wird. Mit einer Tätigkeit als freiwilliger Erntehelfer können sich also auch Menschen selbst helfen, bei denen der Lohn aus der Kurzarbeit nicht oder nur sehr schlecht zur Deckung der eigenen Kosten reicht.

11. Blut spenden – in der Krise wichtiger denn je

Keine wirtschaftliche, aber gesundheitliche Unterstützung ist mit dem Spenden von Blut verbunden. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) weist eindringlich darauf hin, dass Blutspenden in der Coronakrise signifikant rückläufig sind – mehr noch, als sowieso schon seit Jahren. Aus diesem Grund sind Blutspenden in der Krise besonders wichtig, um Engpässe in der gesundheitlichen Intensivversorgung zu vermeiden. Spenden darf jeder, der zwischen 18 und 65 Jahre alt ist. Selbstverständlich wird unter strengen hygienischen Voraussetzungen gearbeitet.

Wichtig: Sie müssen sich sicher sein, nicht mit dem Coronavirus infiziert worden zu sein bzw. keinen Kontakt zu einer nachweislich positiv getesteten Person gehabt zu haben. Über die genauen Bedingungen informiert das DRK.

Mehr Informationen zur Blutspende finden Sie auf der extra dafür eingerichteten Webseite vom DRK oder alternativ bei einer regionalen DRK-Niederlassung in Ihrer Nähe.

12. Informieren Sie sich in Ihrer Umgebung!

Viele Hilfsprojekte und Vereine sind regional tätig. Diese allesamt hier aufzulisten würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Sie können sich aber selbst informieren, wer in Ihrer Nähe Hilfsleistungen benötigt oder anbietet. Speziell für Händler hat der „Bundesverband E-Commerce und Versandhandel“ die Basis für zielführende Hilfen gelegt. So beispielsweise das Projekt „Händler helfen Händler“ , welches vor allem, getreu des Namens, für den Austausch zwischen Händlern geeignet ist.

Außerdem finden Sie auf dieser Seite eine Übersicht, welche bundesweiten E-Commerce-Initiativen existieren. Möchten Sie speziell in der Region helfen, finden Sie eine Unterteilung nach Bundesland. Privatleute können über diese Adressen vor allem herausfinden, wie sie regionale Dienstleister und Händler aktiv unterstützen – ganz einfach mit dem Kauf von Produkten beziehungsweise einer Bestellung.

13. Masken kaufen und Spende leisten

In Zeiten der Maskenpflicht sind vor allem Behelfsmasken aus Baumwolle oder anderen Stoffen ein ständiger Begleiter – in geschlossenen Räumen wie dem Supermarkt oder den öffentlichen Verkehrsmitteln sogar ganz konkret Pflicht. Masken stellen mittlerweile viele Händler und Dienstleister her. Hier haben Sie zwei Möglichkeiten, beim Maskenkauf etwas Unterstützung zu leisten:

Option A: Lokale Schneider unterstützen

Änderungs- und Maßschneider bieten nahezu immer eigens genähte Masken an. Da auch diese unter dem Wegfall vieler Aufträge zu leiden haben, können Sie sie mit dem Kauf einer Maske aktiv unterstützen. Ausreichend Masken benötigen Sie sowieso – und das wohl auch noch eine etwas längere Zeit.

Option B: Online bestellen und Spenden
Händler, die online Masken anbieten, gehen oft einen anderen Weg. Die Masken sind teurer, dafür wird von vielen Händlern eine Maske zu jeder gekauften gespendet. Bestellen Sie also drei Masken, gehen weitere drei an Hilfsbedürftige. Informieren Sie sich bei dem jeweiligen Händler, ob er solche Spenden zu jedem Kauf anbietet und entscheiden Sie sich aktiv für diese.

Fazit: Jeder kann helfen – mit Zeit, Geld, gutem Willen und Hilfsbereitschaft

Niemand muss vermögend oder reich sein, um anderen Menschen in der Coronakrise zu helfen. In diesem Artikel finden Sie viele Möglichkeiten, wie Sie direkt mit Geld (Spenden, Gutscheine, Take-Aways und Co.), mit Zeit (Nachbarschaftshilfe, Blutspenden oder ehrenamtliche Tätigkeit) oder einfach nur gutem Willen Unterstützung leisten. Wenn Sie Ihre Lieblingsdienstleister und -händler unterstützen möchten, ist denen vor allem mit Umsatz geholfen. Niemand dieser Selbständigen möchte Geld von Ihnen geschenkt bekommen! Deren Ziel ist es, ihren Geschäftsbetrieb zumindest ansatzweise, wenn auch in veränderter Form, fortzuführen. Indem Sie Gutscheine kaufen, Vorbestellungen leisten oder sich Ihr Essen an der Tür abholen, ist solchen Betrieben viel geholfen.

Wenn bei Ihnen mitunter selbst aufgrund von Kurzarbeit wenig Geld zur Verfügung steht, können Sie Ihre Zeit nutzen. Ehrenamtliche Tätigkeiten, Blutspenden oder einfach den Senioren im eigenen Haus einen Einkauf abnehmen – all das hilft viel, in einer Zeit, wo der gesellschaftliche Zusammenhalt, Absicherung von Arbeitsplätzen und ein verändertes, wenn auch keinesfalls weniger rücksichtsvolles Miteinander, umso wichtiger sind.