Marc Bebenroth
Artikel von
Veröffentlicht: 31.05.2017
Aktualisiert: 02.06.2017

Hilfe für chronisch Kranke: mHealth-App als persönlicher Therapieplaner

Dass vor allem chronisch kranke Menschen in großer Zahl nicht ihre Medikamente nehmen oder auf andere Weise ihre Therapie ins Leere laufen lassen, ist ein bekanntes und globales Problem. Die WHO mahnte bereits vor über 15 Jahren zum Handeln. Zum Wohle der Gesundheit aller Patienten und zum Wohle der Gesundheitssysteme ist jede Hilfe willkommen, die zu stärkerer Therapietreue führt.

Handy-App: Gesundheitsassistent MyTherapy

Hilfe für chronisch Kranke: mHealth-App als persönlicher TherapieplanerMenschen mit chronischen Symptomen müssen regelmäßig Medikamente nehmen. Wer sich dabei nur auf sein Gedächtnis verlässt, kann leicht die Einnahme von Tabletten oder das Setzen von Spritzen vergessen. Klassischerweise stellen sich Betroffene deswegen einen Alarm in ihrer Uhr oder in ihrem Handy (Handyversicherung Test) ein. Im Vergleich dazu sind die Funktionen einer App für das Smartphone wesentlich zahlreicher. Der tägliche Begleiter wird damit zum persönlichen Gesundheitsassistenten.

Mit MyTherapy betreibt und entwickelt das Startup-Unternehmen smartpatient GmbH so eine App. Die Firma mit Sitz in München verfolgt den Anspruch, Unterstützung bei Therapiemaßnahmen zu geben und gleichzeitig höchsten Standards in Sachen Datenschutz und Privatsphäre zu genügen. Dieser digitale Therapieplaner erinnert an die Einnahme von Medikamenten und verwaltet den gesamten Fortlauf der Therapie.

WHO Studie zur Therapietreue: Aufruf zum Handeln

Dass Patienten mit chronischen Erkrankungen häufig ihre Medikamente nicht nehmen oder ihre Therapie schleifen lassen, ist ein ernsthaftes Problem. Das stellte die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) vor knapp 15 Jahren offiziell fest. Die WHO-Studie aus dem Jahr 2003 befasste sich mit der Vernachlässigung von Langzeit-Therapien.

Dazu lautete die wichtigste Kernaussage des Reports: Durchschnittlich 50 Prozent der Patienten mit chronischer Erkrankung halten nicht die von einem Arzt angeordnete Therapie ein. Diese Zahl gilt übrigens für die sogenannten entwickelten Länder. Die WHO musste 2003 einräumen, dass viele Patienten unleugbare Schwierigkeiten mit den empfohlenen Behandlungen haben. (s. WHO 2003, S. XIII)

Geballte Informationen für Patienten und behandelnde Ärzte

Den Patienten, die eine Behandlung nicht grundsätzlich ablehnen, fehlt es häufig genug an ausreichender Motivation. Die könnten spielerisch gestaltete Smartphone-Apps liefern. Der Trend dazu ging von den USA aus und ist nun auch bei uns angekommen. Das Beispiel von MyTherapy zeigt, dass dem Benutzer – neben der bloßen Erinnerung daran, Medikamente einzunehmen – mit noch weiteren Funktionen unter die Arme gegriffen werden kann.

Die App kann mit dem Barcode auf der Tablettenverpackung, mit Übungsintervallen und Messwerten gefüttert werden. Die ständige Überprüfbarkeit soll die Patienten dazu anhalten, keinen Tag die nötigen Therapieschritte auszulassen. Aus dem Logbuch der App lässt sich monatlich ein Therapiebericht erstellen. Benutzer, die ihre App mit einem Konto beim Entwickler registrieren, können sich ihren Plan ausdrucken lassen. So liegen beim nächsten Arztbesuch die Informationen zum Therapieverlauf gesammelt vor.

Strukturierte Behandlungsprogramme der GKV für Millionen Chroniker

Im System der gesetzlichen Krankenversicherung (Gesetzliche Krankenversicherung Test) legt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Leitlinien für Chronikerpläne fest. Anhand derer erstellen die Krankenkassen einheitliche, strukturierte Behandlungsprogramme für Patienten mit chronischen Erkrankungen.

„Diabetes, Asthma, Atemwegserkrankungen oder Herzerkrankungen – dies alles sind chronische Krankheiten, an denen ungefähr 20 Prozent der Bürger in Deutschland leiden. Um diese Patienten langfristig sinnvoll behandeln zu können, können die Krankenkassen ‘Disease-Management-Programme’ [DMP], besonders strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch Kranke, anbieten.“Krankenkassen.de

Laut AOK waren Ende 2015 7,7 Millionen Patienten in solchen Programmen eingeschrieben. Gegenüber den Zahlen für 2014 spricht die AOK von einem Anstieg um 3,2 Prozent. In beinahe acht Jahren habe sich die Teilnehmerzahl um 1,6 Millionen Menschen mit chronischen Erkrankungen erhöht. (Meldung der AOK vom 30.01.2017)

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Therapietreue ist wichtiger Gesundheitsfaktor

Patienten dazu zu bringen, sich stärker an ihren Therapieplan zu halten, kann nicht nur deren Leben retten. Auch aus ökonomischer Sicht haben die Krankenkassen ein Interesse daran, dass Chroniker nicht noch schwerer erkranken. Schließlich ist eine weitere Kernaussage des WHO Reports, dass effektivere Maßnahmen zur Steigerung der Therapietreue mitunter einen größeren Einfluss auf die Gesundheit haben können als bessere Behandlungsmethoden.

TÜV-Zertifikat für Datenschutz der MyTherapy-App

Die Entwickler der MyTherapy-App konnten für das Jahr 2017 das Prüfsiegel des TÜV Saarland erhalten. Damit wurde der Anwendung eine sichere Datenübertragung, besondere Berücksichtigung des Datenschutzes und eine gute Bedienbarkeit bescheinigt.

Das Jahres-Zertifikat des TÜV Saarland ist bis 01.01.2018 gültig und kann hier direkt abgefragt werden.

Fazit

Das Problem von Therapieabbrüchen durch den Patienten besteht bis heute fort. Alle Methoden und Technologien, welche das Einhalten von Therapieplänen befördern, helfen den Betroffenen und dem Gesundheitssystem.

Gerade älteren Menschen, die sich auf ein Smartphone einlassen, kann der Umgang mit diversen Therapiemaßnahmen und Tablettenzeiten erleichtert werden. Daneben zählt vor allem auch ein solides Vertrauen in den Rat von Arzt und Apotheker. Letztlich aber müssen Patienten jeden Alters am Ball bleiben und ihren Teil der Behandlung beisteuern.

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