Fahrrad-Diebstahl: so günstig kann das Fahrrad abgesichert werden
Maria Capobianco
Artikel von
Veröffentlicht: 29.07.2016
Aktualisiert: 25.08.2016

Fahrrad-Diebstahl: so günstig kann das Fahrrad abgesichert werden

Allgegenwärtig wird Fahrradklau in ganz großem Stil betrieben. Vermutet man das Fahrrad mithilfe des Schlosses sicher geschützt, dürfte am nächsten Morgen jeder überrascht sein, wie trickreich Fahrraddiebe den Drahtesel entwendet haben. Damit dem geliebten Fahrrad nicht dasselbe Schicksal wiederfährt, sollte eine frühe Absicherung getroffen werden – am besten über den Abschluss einer Fahrradversicherung.

Fahrräder lösen großes Begehren aus

Fahrradversicherung: Fahrräder lösen großes Begehren aus

In den Augen sämtlicher Diebe gehört das Fahrrad zu den größten Errungenschaften, die sie derzeit machen können. Kein anderer Gegenstand scheint eine solche Begierde in ihnen auszulösen wie das Fahrrad. Solange das Fahrrad nicht in einem nicht öffentlichen Raum untergebracht ist, bleibt man vor etwaigen Kavaliersdelikten nicht verschont. Allein in Berlin kam es im Jahre 2015 zu 32.244 angezeigten Fahrraddiebstählen. Zum selben Zeitpunkt reduzierte sich die Aufklärungsquote auf 3,9 Prozent.

Kein eindeutiges Täterprofil erstellbar

Den Berliner Kriminalbeamten zufolge kann im Rahmen des Fahrraddiebstahls kein eindeutiges Täterprofil festgelegt werden. Nach Angaben der Ermittler sind rund die Hälfte aller Delikte auf die diebische Tätigkeit von Gelegenheitsdieben, Versicherungsbetrügern und Spontantätern zurückzuführen. 25 Prozent der Diebstähle gehen auf das Konto von Drogenabhängigen, die sich ihre Drogensucht mit dem Verkauf finanzieren. Weitere 25 Prozent der angezeigten Fälle führen auf das raffinierte Vorhaben professioneller Banden zurück. Insbesondere ins Visier organisierter Banden geraten teure Räder.

Der umfassende Versicherungsschutz hat seinen Preis

Eben diese Vorkommnisse zeigen, dass eine ganzheitliche Absicherung des Fahrrads unabdingbar ist. Umso häufiger ziehen Radler die Option in Erwägung, ihren Drahtesel über eine Fahrradversicherung (Fahrradversicherung im Test) abzusichern. Jedoch gestaltet sich ihr Versicherungsabschluss alles andere als günstig. Der Grund für die hohen Versicherungsprämien liegt vor allem in dem hohen Diebstahlrisiko begründet.

Getsurance hat Fahrradversicherungen getestet

Aufgrund ihrer steigenden Bedeutung hat das Versicherungsportal Getsurance einen genauen Blick hinter die unterschiedlichen Fahrradversicherungen geworfen. Die Grundlage des Tests bildete das Preis-Leistungs-Verhältnis der verschiedenen Versicherungspolicen. Dabei deckt die Auswertung auf, dass es unter den Anbietern enorme Preisunterschiede gibt. Somit fallen die Versicherungsbeiträge für ein Fahrrad im Wert von 300 Euro recht unterschiedlich aus. Während sich Anbieter wie Krist und Ammerländer von einer Versicherbarkeit freisprechen, sind umso differenzierte Preise bei den anderen Versicherungen zu beobachten. Am günstigsten kommen Radfahrer weg, wenn sie sich für Schutzklick entscheiden. Dort kostet die jährliche Versicherungsprämie 32,95 Euro.

Differenzen schlagen sich im Preis nieder

Fahrradversicherung: Unterschiede im Preis

Etwas teurer wird es bei Enra, die den Versicherungsschutz zu einem jährlichen Beitrag in Höhe von 103,72 Euro gewährt. Im Gegensatz dazu kostet die Versicherung beim Anbieter Wertgarantie einen jährlichen Beitrag von 72,00 Euro. Den teuersten Versicherungsschutz schließen Kunden beim Versicherer Assona, der seinen Versicherungsschutz zu einem stattlichen Preis von jährlich 118,80 Euro anbietet. Nicht anders sieht es auch bei der Absicherung eines Fahrrads im Wert von 1500 Euro aus. Hierfür verlangt Enra einen jährlichen Beitrag von 325,38 Euro. Hingegen fordern die anderen Anbieter jährliche Versicherungsbeiträge, die sich zwischen 140,84 Euro und 197,95 Euro einpendeln.

Unterschiede auch bei der Versicherungssumme

Nicht nur die Preise sind sehr unterschiedlich beziffert, sondern auch die maximal gewährte Versicherungssumme. In den Genuss der höchsten Versicherungssumme kommen Radfahrer, wenn sie sich für den Anbieter Krist entscheiden. Dort erwartet sie eine maximale Versicherungssumme von bis zu 7.500 Euro. Im Gegensatz dazu gewähren die Anbieter Ammerländer und Schutzklick jeweils 5.000 Euro, während Enra mit einer Summe von bis zu 4.000 Euro um sich wirbt. Die geringste Versicherungssumme erhält man beim Anbieter Wertgarantie, der eine Versicherungssumme von 3.500 Euro zugrundelegt.

Leistungsumfang von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich

Richtet man das Augenmerk auf den Leistungsumfang der Fahrradversicherungen, lassen sich ebenso Unterschiede erkennen. Grundsätzlich versichern sämtliche Policen die Fahrräder gegen Ereignisse wie Diebstahl, Teildiebstahl, Unfallschaden, Sturzschaden und Vandalismus. Der Anbieter Schutzklick schließt sogar den Leistungsfall Verschleiß ein, wobei im Gegenzug eine Police mit Wartezeit auf den Versicherungskunden wartet. Den Aspekt Verschleiß schließen die Anbieter Enra und Wertgarantie nicht in ihren Policen ein. Anstelle des Verschleißes kümmern sie sich um die Versicherbarkeit von Materialfehlern, Konstruktions- und Produktionsfehlern. Hingegen halten die anderen Anbieter keinen Versicherungsschutz für Material-, Konstruktions- und Produktionsfehler bereit. Schutzklick und Assona gehen sogar soweit, dass sie Policen mit Wartezeit und Selbstbeteiligung anbieten.

Fahrradversicherung von Wertgarantie ist sehr empfehlenswert

Personen, die ein Fahrrad im Wert von 1500 Euro bei Wertgarantie versichern, zahlen einen jährlichen Versicherungsbeitrag von 180 Euro. Sie versichert das Fahrrad nicht nur gegen Diebstahl. Vielmehr werden auch Schäden durch Unfälle, Stürze und Vandalismus abgedeckt. Darüber hinaus sieht Wertgarantie sich ebenfalls in der Leistungspflicht, wenn Materialfehler auftreten. Jedoch wird nur einem einzigen Fahrrad pro Versicherungsnehmer dieser umfassende Versicherungsschutz verliehen. Hierbei beeindruckt insbesondere der zu zahlende Versicherungsbeitrag, der eine monatliche Belastung von lediglich 15 Euro darstellt.

Welche Pflichten bestehen bei Vertragsabschluss und welche Folgen können Verletzungen dieser Pflichten sein?

Fahrradversicherung: Fahrrad muss abgeschlossen sein

Mit dem Abschluss einer Fahrradversicherung verpflichtet sich der Versicherungsnehmer dazu, sein Fahrrad bei Benutzung stets anzuschließen. Beim Anschluss des Fahrrads dulden Versicherer kein Rahmenschloss. Vielmehr muss das Fahrrad mit einem separaten Schloss abgeschlossen werden. Mit dem Versicherungsabschluss setzen einige Versicherer die Anschaffung eines bestimmten Fahrradschlosses voraus, wie zum Beispiel von ABUS. Ereignet sich ein Diebstahl, ist der Versicherungsnehmer zur Schadensmeldung verpflichtet.

Ist das Fahrrad auch im Urlaub (Ausland) versichert?

Bei anstehenden Urlaubsreisen mit dem Fahrrad bestehen zwei Möglichkeiten das Rad abzusichern. Zum einen kann eine Reiseversicherung abgeschlossen werden, zum anderen aber auch eine spezielle Fahrradversicherung. Radfahrer, die sich für den Abschluss einer Reiseversicherung entscheiden, erhalten häufig einen eingeschränkten Versicherungsschutz. Dieser umfasst in der Regel Versicherungsleistungen wie Reisegepäckversicherung, Krankenversicherung (Gesetzliche Krankenversicherung im Test), Reiserücktrittsversicherung und Unfallversicherung (Unfallversicherung im Test). Im Rahmen der Reiseversicherung wird das Fahrrad als Gepäckstück betrachtet und gegen sämtliche Vorkommnisse wie Diebstahl, Verlust, Beschädigung oder Zerstörung abgesichert. Eingeschränkt bedeutet in ihrem Fall, dass das Fahrrad nur auf dem Weg vom Eigenheim zum Urlaubsort und auf dem Rückweg versichert ist. Einen weitaus umfassenderen Schutz erhalten Fahrradfahrer mit dem Abschluss einer Fahrradversicherung. Neben einem rund-um die-Uhr Schutz im Inland erweitern zahlreiche Versicherer diesen Versicherungsschutz auch auf das Ausland. Damit erhalten Versicherungsnehmer die Kosten eines Diebstahls oder Schaden im Ausland erstattet – und zwar rund um die Uhr.

Wie sieht die Entschädigung im Versicherungsfall aus?

Ereignet sich ein Totalschaden oder Diebstahl, erstattet die Fahrradversicherung den Neuwert. Mit dem Neuwert wird jener Betrag gemeint, der zum Zeitpunkt des Schadens nötig ist, um ein, in der Art und Güte, vergleichbares Fahrrad anzuschaffen. Liegt der Zeitwert unter 50 Prozent des Neuwertes, erstattet die Versicherung lediglich den Zeitwert des Fahrrads. Je nach Versicherung wird in den ersten drei Jahren nach Neukauf, eine Garantie auf Ersatz des Neuwertes ausgesprochen. Fallen kleine Beschädigungen am Fahrrad an, übernimmt die Versicherung die jeweiligen Reparaturkosten.

Gilt der Schutz rund um die Uhr oder nur zu bestimmten Tageszeiten?

Im Gegensatz zur Hausratversicherung (Hausratversicherung im Test) sichert die Fahrradversicherung das zugehörige Fahrrad rund um die Uhr ab. Jedoch gibt es unter den zahlreichen Assekuranzen auch Versicherer, die die sogenannte Nachtzeitklausel zum Vertragsgegenstand machen. Sie besagt, dass der Versicherungsschutz im Zeitraum von 22 Uhr bis sechs Uhr morgens grundsätzlich ausgeschlossen ist.

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Fazit

Wer beim Abstellen seines Fahrrads auf Nummer sichergehen möchte, sollte sich mit dem Abschluss einer Fahrradversicherung auseinandersetzen. Dabei zeigt der Vergleich von Getsurance, dass keine horrenden Versicherungsbeiträge für einen umfassenden Schutz aufgewendet werden müssen. Eine empfehlenswerte Absicherung bietet der Anbieter Wertgarantie mit einem jährlichen Versicherungsbeitrag von 180 Euro.