Autovermietung vs. CarSharing - ein Kostenszenario
Maria Capobianco
Artikel von
Veröffentlicht: 18.06.2015
Aktualisiert: 07.02.2018

Autovermietung vs. Car Sharing – ein Kostenszenario

Der nächste Trip ist bereits geplant und es fehlt nur noch das passende Gefährt, welches dich zum gewünschten Ort befördert? Dabei stellt sich oftmals die Frage, ob Carsharing oder Autovermietung. Infolgedessen zeigen wir zunächst die Unterschiede zwischen Autovermietung und Carsharing auf. Diese Unterschiede erklären wir anhand eines Fallbeispiels und präsentieren die besten Anbieter beider Transportoptionen im Überblick. Im Anschluss erläutern wir, für wen sich das Carsharing tatsächlich lohnt.

Auto vermietung vs. Carsharing

Autovermietung vs. Carsharing - Autovermietung

Autovermietung und Carsharing. Zwei sich ähnelnde Geschäftskonzepte, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Die klassische Autovermietung zeichnet sich dadurch aus, dass mit ihr ein übermäßiger Papierkrieg bewältigt werden muss. Der Mieter des Wagens wird dazu angeleitet, mehrere Formulare auszufüllen und erforderliche Dokumente vorzulegen. Mit Abschluss eines Mietvertrages verpflichtet sich der Mieter dazu, den angemieteten Wagen unversehrt und vollgetankt an die Autovermietung zurückzugeben. Dabei werden ihm lediglich Anmietungszeiten von Tagen, Wochen oder sogar Monaten angeboten.

Mit Carsharing flexibler unterwegs

Im Gegensatz dazu, ist Carsharing in den Verfügungszeiten deutlich flexibler eingestellt. Diese Art der Anmietung ermöglicht es, Autos nur für einige Stunden oder Tage auszuleihen. Darüber hinaus entfällt mit Carsharing die unliebsame Tätigkeit des Ausfüllens von Formularen. Als Carsharer bucht man nach erfolgter Anmeldung das gewünschte Fahrzeug und holt sich die zugehörigen Schlüssel, per Chipkarte aus dem Tresor der jeweiligen Station.

So unterschiedlich strukturiert sie in ihrem Ablauf der Anmietung sind, setzt sich dieser Trend auch bei den entstehenden Kosten fort, wie folgendes Kostenszenario zeigt:

Ausgangssituation

Eine Gruppe von vier Personen beabsichtigt eine Skitour in die Alpen. Dabei hat ihnen Google Maps eine Strecke von 700 km vorhergesagt. Aufgrund der Tatsache, dass sie sich jegliche Skiausrüstung vor Ort ausleihen, sind die vier umso flexibler in der Fahrzeugauswahl. Neben dem eigentlichen Auto möchte die Gruppe von der Option „Zusatzfahrer“ Gebrauch machen.

Daten im Überblick

  • 4 Personen (Start ab Karlsruhe)
  • Auslandsreise mit 800 km
  • Fahrzeugtyp: Kompaktklasse/Mittel (VW Golf, Audi A3, Ford Focus)
  • Vollkasko Versicherung (mit Selbstbeteiligung)
  • Winterreifen
  • mindestens ein Zusatzfahrer

Nach Eingabe sämtlicher Daten hat sich beim Vergleich Autovermietung vs. Carsharing folgendes Kostenszenario herausgestellt:

Kriterien Carsharing (Stadtmobil) Autovermietung (Europcar) Taxi
Fahrzeugtyp Kompaktklasse Mittel ( VW Golf 5) Kompaktklasse/Mittel (Seat Leon)  Kompaktklasse (Mercedes Benz B Klasse)
km-Tarif 126 Euro (800 km) jeder weitere km 0,15 Euro 238 Euro (1200 km) jeder weitere 0,20 km 1,67 pro km
Zeit-Tarif 89 Euro inklusive
Extras keine 28 Euro Zusatzfahrer keine
Versicherung (inkl. Selbstbeteiligung) Vollkasko, Selbstbeteiligung von 200 Euro Vollkasko, Selbstbeteiligung von 850 Euro keine
Gesamtpreis 215 Euro 266 Euro 1.338 Euro

Das Beispiel zeigt, dass Carsharing zu 23 Prozent die kostengünstigste Alternative bei gleichbleibender Leistung ist. Dabei ist zu beachten, dass bei Carsharing eine Grundgebühr von durchschnittlich 3 Euro, sowie eine Kaution in Höhe von 300 Euro zu hinterlegen ist. Diese wirkt sich gleichzeitig auf die Selbstbeteiligung aus, sodass Carsharing bei regelmäßiger Nutzung, als empfehlenswert zu erachten ist.

Carsharing vor allem in Großstädten sehr beliebt

Diese Art der Fortbewegung erfreut sich vor allem in Großstädten einer immer größer werdenden Beliebtheit. Dabei unterscheiden sich die Anbieter nicht nur im Hinblick auf den Preis, sondern auch von Stadt zu Stadt, wie auch ihren Bedingungen. Jene Unterschiede stellt man bereits bei der Entscheidung fest, ob man sich für einen Anbieter mit fester Vermietstation entscheidet oder auf Free Floating Angebote eingeht.

Free Floating – Auto wo man es gerade braucht

Beim Free Floating steht das Auto irgendwo in der Stadt, dessen Steuer je nach Verfügbarkeit übernommen werden kann. Nach der gefahrenen Spritztour kann das Auto innerhalb bestimmter Geschäftsbereiche des Anbieters abgestellt werden. Zudem räumen einige Anbieter ihren Kunden bestimmte Vertragsbedingungen ein. Gibt es unter den Kunden Inhaber einer ÖPNV Jahreskarte oder Bahn Card, werden ihnen Vergünstigungen gewährt.

Große Preisunterschiede in den Städten

Während Berlin mit 3.000 Autos (KFZ-Versicherung im Test) die größte Carsharing Community Deutschlands betreibt, gehört sie dennoch nicht zur günstigsten Stadt eines Carsharers. Im Gegensatz dazu, wird insbesondere in Städten wie Karlsruhe und Düsseldorf ein weitaus preiswerteres Carsharing ermöglicht.

Karlsruhe – so fährt man günstig durch die Gegend

Für bereits 4,30 Euro kann in Karlsruhe ein Auto bei 45 Minuten und 20 Kilometern carshared werden. Demgegenüber wird in Berlin für dieselbe Strecke eine Gebühr von 5,55 Euro fällig.
Wird das Auto monatlich 28 Stunden zu 1.240 Kilometern gefahren, muss in Karlsruhe ein Entgelt von 257 Euro gezahlt werden, während sich der Rechnungsbetrag in Berlin bei 275,98 Euro einpendelt. Bei einer Nutzung von 35 Stunden mit 1.400 Kilometern muss ein Karlsruher einen Betrag von 297,20 Euro bezahlen. Im Gegensatz dazu, kostet die Fahrtdauer in Berlin 318,50 Euro.

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Einige sehr gute Anbieter im Überblick

Hertz

Autovermietung vs. Carsharing - Logo HetzBei der Frage welcher Mietwagen es denn sein soll, stehen dem Verbraucher zahlreiche Anbieter zur Auswahl. Zu den Bekanntesten unter den Anbietern gehört Hertz.

Der 1918 in Chicago gegründete Autovermieter ist Teil der Ford Company und überzeugt mit folgenden Details:

weltweit vertreten mit über 8.500 Stationen
große Auswahl an Fahrzeugen
gute Qualität und Service
Bestpreis Garantie
Keine Storno und Änderungsgebühren
Keine versteckten Extrakosten
24-Stunden-Notfallhotline
Flexible Zahlung: online oder bar vor Ort
Meilen – Bonusprogramm für Vielreisende
Buchung muss innerhalb von sieben Tagen nach Bestätigung storniert werden.

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Europcar

Autovermietung vs. Carsharing - Logo EuropcarEbenso bekannt in der Mietwagenbranche ist der Autovermieter Europcar. Dem Namen entspringt handelt es sich um den europäischen Marktführer unter den Autovermietern, der in 150 verschiedenen Ländern vertreten ist.

Dabei besteht die Flotte aus 1,2 Millionen Fahrzeugen und zeichnet sich durch folgende Einzelheiten aus:

sehr beliebt bei Businesskunden und anspruchsvollen Mietwagennutzern
große Auswahl an praktischen Extras (hochwertige Kindersitze, GPS Navigationsgeräte)
Chaffeur Service
Hotelreservierung

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Avis

Autovermietung vs. Carsharig - Logo Avis Der Autovermieter genießt seinen Firmensitz in der US-Motorenstadt Detroit. Sowohl in Deutschland als auch weltweit hat sie sich zu einer festen Größe der Mietwagenbranche etabliert. Kunden schätzen besonders den hohen Anteil an Premiummarken. Wer einfach mal eine Spritztour in einem nagelneuen Porsche unternehmen möchte, der ist bei Avis an der richtigen Adresse.

Ferner gewinnt dieser Anbieter vor allem durch folgende Kriterien an Attraktivität:

Seriosität und umfangreicher Service
Best Preis Garantie
bei Frühbuchern (Schnäppchenportale im Test) attraktive Vorteile möglich
weltweit vertreten in 165 Ländern mit 5.750 Stationen
spezielles Kundenprogramm (attraktive Rabatte, kostenlose Upgrades)

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Sixt

Autovermietung vs. Carsharing - Logo SixtSixt gehört zu den Newcomern der Branche. Ihrem jungen und frischen Image verdanken sie den zahlreichen Werbekampagnen in Fernsehen und Zeitschriften.

Der Autovermieter scheint nicht nur im Schnäppchensegment zu verlocken, sondern begeistert auch mit zahlreichen Extras wie

Maßgeschneiderte Mobilitätslösungen
Innovation
Angenehme und unkomplizierte Erfüllung der Kundenwünsche
Moderne Flotte zu günstigen Bedingungen
Partnerschaften mit Fluggesellschaften und führenden Hotelketten
Limousinen Service
Überdurchschnittliche Fahrzeugauswahl der Premiummarken
Vielfältige Leasingangebote

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Blablacars

Selbst bezeichnet sich das Carsharingunternehmen als Mitfahrzentrale des digitalen Zeitalters. Hierbei wird sich anhand von persönlichen Profilen ein genaues Bild von dem Reisebegleiter gemacht. Ebenso abgefragt wird die Gesprächsfreudigkeit, ob der Fahrer eine ruhige Fahrt haben möchte oder doch lebhafter mit anregenden Unterhaltungen.

Dabei besticht der Carsharer durch folgende Einzelheiten:

20 Millionen Mitglieder, davon 2 Millionen monatlich mitfahrende Mitglieder
weltweit vertreten in 19 Ländern mit 12 Büros
97 Prozent Kundenzufriedenheit
mehr als 2 Millionen Plätze im Angebot
hohe Qualität
selbst bestimmen mit wem man reist
vorhandener Versicherungsschutz


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Drive Now

Autovermietung vs. Carsharing - Logo Drive Now Innerhalb kürzester Zeit hat sich Drive Now zu einer der größten Carsharing Anbieter entwickelt. Dabei bilden attraktive Mietwagenmodelle den Erfolg des Unternehmens ab. Bei den Mietwagen wird großes Augenmerk auf Modelle des High Class Segments gelegt, wie etwa BMW 1er, BMW X1, MINI Cooper, MINI Clubman, MINI Coupé, MINI Cabrio und BMW ActiveE.

Der Anbieter erscheint im Folgenden attraktiv durch:

Keine Bindung an feste Stationen
Autos überall abholbereit und abstellbar
Hohes Maß an Flexibilität
sehr teuer – drei Stunden Carsharing kosten bereits 23 Euro


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Car2go

Autovermietung vs. Carsharing - Logo Car2goGenauso einfach wie genial befindet sich car2go an den Stellen wo es gerade gebraucht wird und zahlt nur für die minutengenaue Fahrt damit.

Dabei zeichnet sich der Anbieter durch folgende Eigenschaften aus:

50 km inklusive
29 Cent pro Minute bei regulärer Fahrt
19 Cent pro Minute bei Zwischenstopp
14,90 Euro pro Stunde bei regulärer Fahrt
Smartphone wird zur Schaltzentrale per App
Flexible Bewegungsfreiheit
Mit Ecoscore nachhaltiges Fahrvergnügen

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Wann sich Carsharing lohnt?


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Fazit

Beide Fortbewegungsmöglichkeiten offenbaren ihre Vor- und Nachteile. Wer mehr als 1.300 Kilometer monatlich verfährt, kommt sehr viel günstiger davon, wenn er weiterhin mit seinem Privatwagen durch die Gegend fährt. Fährt man hingegen weniger, lohnt sich das Carsharing bei einem stationsgebundenen Anbieter. Weiterhin kann bei angemessenem Angebot ebenso das Free Floating infrage kommen. Bei der Entscheidung nach der passenden Möglichkeit der Fortbewegung ist es wichtig jene auszuwählen, das dem Fahrverhalten entspricht.