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Mario Müller
Artikel von
Veröffentlicht: 08.10.2014
Aktualisiert: 08.10.2014

Gut versichert in den Job – Versicherungen für Berufseinsteiger

Während zahlreiche Schulabgänger sich in den Anfängen ihrer Berufsausbildung oder ihres Studiums befinden, kann ein anderer Teil auf eine spannende und vor allem lehrreiche Ausbildungszeit zurückblicken. Wir haben viel lernen dürfen und sind in sämtliche Bereiche, die das Ausbildungsgebiet umfasste eingewiesen worden. Allerdings bestand diese Zeit nicht nur aus guten Phasen, sondern wir hatten auch mit weniger erfreulichen Situationen wie Rückschlägen infolge Kritiken zu kämpfen. Eben diese Momente gaben uns Unsicherheit, sodass wir den Sinn der gegenwärtigen Bildungsmaßnahme häufig infrage stellten und mehr denn je das Handtuch werfen wollten. Umso größer ist die Freude, wenn wir nach Ablegen der jeweiligen Prüfung merken, dass sich unser Durchhalten und Anstrengungen gelohnt haben und wir zur Belohnung mit der Berufsbezeichnung oder entsprechendem Studientitel ausgezeichnet werden. Halten wird das Dokument in Händen wird uns schnell bewusst, dass die Schulzeit endgültig vorbei ist und wir alles Erlernte in die Praxis umsetzen müssen, um dem Arbeitgeber von unserem praktischen Fähigkeiten und Geschick zu überzeugen. Zudem erhalten wir die Möglichkeit fortan betriebliche Vorgänge mit der Paraphe i.A. „im Auftrag“ oder je nach Position mit ppa. „per prokura“ unterzeichnen zu dürfen, welche uns eine gewisse Handlungsfähigkeit und Macht verleiht. So groß die Freude über den erfolgreichen Einzug ins Berufsleben sein mag, dürfen wir einen Aspekt, der uns damit auferlegt wird nicht außer Acht lassen, der Versicherbarkeit. Mit Beginn einer Erwerbstätigkeit fallen wir nicht mehr in den Versicherungsschutz unserer Eltern, sondern müssen uns um einen eigenständige Absicherung kümmern. Dahingehend rückt die Frage „Welche Versicherungen als Must Have für uns Berufseinsteiger überhaupt relevant sind?“ in den Vordergrund.

Versicherungsschutz eines Berufseinsteigers

Befinden wir uns in einem Beschäftigungsverhältnis und registrieren regelmäßige Gehaltszahlungen könnte unser Leben keinen schöneren Lauf nehmen: Wir arbeiten in dem gewünschten Tätigkeitsfeld, leben in den eigenen vier Wänden und genießen eine finanzielle Unabhängigkeit. Dementsprechend gehen unsere Überlegungen vermehrt dahin mit welchen Anschaffungen wir uns selbst eine Freude machen könnten wie beispielsweise eine neue Inneneinrichtung oder eine Fernreise. Allerdings bleibt unsere gänzliche Zufriedenheit nicht jedem verborgen, sodass uns in den ersten Monaten unseres Angestelltendaseins Anrufe unabhängiger Versicherungsvertreter erreichen, die sich über unseren Versicherungsschutz unterhalten wollen. Im ersten Moment vermuten wir oftmals, dass diese lediglich die große Provision wittern und uns Produkte verkaufen wollen, die uns keinen Nutzen stiften.

Vor diesem Hintergrund geben wir einen Überblick über die Versicherungen, die zum Berufseinstieg abgeschlossen werden müssen:

Private Haftpflichtversicherung

Die private Haftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungspolicen, die bestenfalls vor dem Start ins Berufsleben abgeschlossen werden sollte. Denn es kann sich die Situation zutragen, dass wertvolle Gegenstände zu Bruch gehen oder Unfälle eintreten, die auf unser Verschulden zurückzuführen sind. Ergeben sich aus diesen Ereignissen Folgeschäden für den Geschädigten, werden uns die notwendigen Behandlungsmaßnahmen für den Rest unseres Lebens in Rechnung gestellt. Besitzen wir nicht die entsprechende Versicherung droht uns der finanzielle Ruin. Denn mit dem Beginn eines Arbeitsverhältnisses fallen wir nicht mehr unter den Versicherungsschutz unserer Eltern und müssen uns um eine eigene Absicherung kümmern. Dahingehend ist es umso wichtiger die Privathaftpflicht in sein Versicherungsportfolio aufzunehmen. Beschäftigt man sich mit ihrem Abschluss ist bei der Auswahl der passenden Versicherungspolice darauf zu achten, dass sie eine Versicherungssumme zwischen drei- und fünf Millionen aufweist. Dabei können Privathaftpflichtversicherungen bereits ab einem jährlichen Versicherungsbeitrag von 70,00 Euro akquiriert werden. mehr zu Haftpflichtversicherungen im Test

Interessanter Beitrag auf WISO zu nötigen und unnötigen Versicherungen

Krankenversicherung

Geht es um das Thema Krankenversicherung wird jeder Bundesbürger zu ihrem Versicherungsabschluss verpflichtet. Grundsätzlich ist Berufseinsteigern die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse zu empfehlen. Oftmals verdienen Absolventen oder angehende Sachbearbeiter in den ersten Arbeitsjahren keine immens hohen Summen, die die Wahl zur privaten Krankenversicherung rechtfertigen würde. Demgegenüber ist der Eintritt in die private Krankenversicherung häufig mit einer Entscheidung auf Lebenszeit verbunden, da ein Wechsel zur gesetzlichen Krankenversicherung nur in Ausnahmesituationen gewährt wird.

War man vorher über die private Krankenversicherung der Eltern versichert und hat sich mittlerweile für die gesetzliche Mitgliedschaft entschieden, kann die private Krankenversicherung als Anwartschaft neben der gesetzlichen Versicherung weiterlaufen. Dies hat den Vorteil, dass beim Wechsel in die private Krankenversicherung kein weiterer Gesundheitscheck vorgenommen werden muss. mehr zu privaten Krankenversicherungen im Test

Allerdings kann sich der Eintritt in die private Krankenversicherung in einzelnen Fällen lohnend auswirken:

Angestellte: bei der Entscheidung ob gesetzlich oder privat kommt es in der Regel auf die Höhe des Jahreseinkommens an. Sofern ein Bruttojahresgehalt unter 53.550,00 € verdient wird, ist jeder Angestellte zur Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung aufgerufen. Das gilt ebenso für all diejenigen, die während ihrer Ausbildungszeit in der privaten Kranversicherung versichert waren. Wird ein jährliches Bruttoeinkommen jenseits der Einkommensgrenze verzeichnet, besteht die Möglichkeit zum privaten Krankenversicherungsschutz. Jedoch sollte diese Entscheidung sehr gut überlegt sein, da mit zukünftigem Familienzuwachs für jedes Kind ein zusätzlicher Versicherungsbeitrag anfällt.

Beamte: mit dem Start einer beruflichen Karriere in der mittleren bis gehobenen Beamtenlaufbahn, kann der Abschluss einer privaten Krankenversicherung sehr empfehlenswert sein. Dahingehend profitieren angehende Beamte von der Beihilfe, und erfahren eine Beteiligung an den Krankheitskosten durch den Staat.

Jobsuche: begibt man sich nach der Ausbildung oder dem Studium auf die Suche nach dem passenden Job, kann die gesetzliche Krankenversicherung weiterhin genutzt werden. Bei der Bestimmung des Versicherungsbeitrags gehen die Krankenkassen von einem Monatsgehalt von 921,67 € aus, die zurzeit einen Beitrag von 158,33 € ausmachen. Wer zuvor in der privaten Krankenversicherung versichert war, der hat keinerlei Veränderungen bezüglich der zu zahlenden Versicherungsbeiträge zu befürchten. Meldet man sich nach der Ausbildungszeit als arbeitssuchend, werden die Versicherten mit günstigeren Beiträgen zur Kasse gebeten, während sie für Hartz IV Empfänger kostenlos bleiben.

Bei der Auswahl der passenden Krankenversicherung sind neben dem Versicherungsbeitrag auch die inbegriffenen Leistungen zu berücksichtigen. Je nach Krankenkasse werden Zuschüsse zu Kursen wie Yoga oder Rückenkursen gewährt.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer seinen Alltag getreu dem Motto „Ich arbeite um zu leben“ bestreitet, der sollte sich mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung auseinandersetzen. Denn im Laufe unserer beruflichen Laufbahn kann es durchaus passieren, dass wir aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit außer Gefecht gesetzt werden und der Invalidität zum Opfer fallen. Somit ist es uns nicht mehr möglich in unseren Job zurückzukehren, sodass wir von nun an unseren Lebensalltag mit der entsprechenden Rente bewerkstelligen müssen. Diese beträgt lediglich 33 % des Bruttoeinkommens, sodass eine zusätzliche Absicherung zur Erhaltung des Lebensstandards immer wichtiger wird. Ihre Relevanz wird uns auch aufgrund der Tatsache bewusst, dass wir in den ersten fünf Jahren unserer Erwerbstätigkeit keinen Anspruch auf eine gesetzliche Rente geltend machen können.

Entschließt man sich zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung, ist Policen mit Nachversicherungsgarantie der Vorzug zu geben. Damit lässt sich der Versicherungsschutz problemlos ohne weitere Gesundheitsprüfung erweitern. Dabei ist es zu empfehlen diese Versicherung möglichst früh abzuschließen. In jungen Jahren mit einem genauso geringeren Berufsrisiko können Versicherungsnehmer sich den Vorteil an günstigeren Versicherungsbeiträgen verschaffen. Nichtsdestotrotz sollte vor dem Abschluss der Rat eines unabhängigen Versicherungsberaters konsultiert werden, der in sämtlichen Belangen rund um die Berufsunfähigkeitsversicherung die entsprechenden Informationen bereitstellt. mehr zu Berufsunfähigkeitsversicherungen im Test

Optionaler Versicherungsschutz

Der Abschluss einiger Versicherungen stellt für uns nicht unbedingt eine verpflichtende Maßnahme dar, sondern vielmehr eine Kann-Option.

Allerdings kann ihr Abschluss je nach Versicherungstyp sehr sinnvoll sein:

Unfallversicherung

Gehören wir zu der Berufsgruppe, der aufgrund ihres hohen Berufsrisikos ungern den Zugang zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung ermöglicht wird, können wir uns alternativ mit einer Unfallversicherung absichern. Allerdings sichert diese auch nur Schäden infolge eines Unfalls. Demgegenüber sei ihr Abschluss jedem zu empfehlen, die ein riskantes mit Passion nachgehen. So sicher wir uns bei der Ausübung des Hobbys fühlen kann es vorkommen, dass wir die Kontrolle über unser Tun verlieren und in einem Unfall verwickelt sind. mehr zu Unfallversicherungen im Test

Hausratversicherung

Wie sinnvoll der Abschluss einer Hausratversicherung ist, hängt von dem tatsächlichen Wert des Hausinventars ab. Ist die eigene Wohnung mit teuren Möbeln und Gemälden ausgestattet, kann ihr Besitz sehr sinnvoll sein. Befasst man sich mit ihrem Abschluss ist darauf zu achten, dass die Versicherungssumme den Wert des Inventars entspricht und die Entschädigungsgrenze möglichst hoch ist. mehr zu Hausratversicherungen im Test

Rechtsschutzversicherung

Die Rechtsschutzversicherung gehört nicht zu den wichtigsten Policen und bietet auch keinen ganzheitlichen Versicherungsschutz. Zudem ist ihr Abschluss mit einem immensen Kostenfaktor verbunden, die einen jährlichen Versicherungsbeitrag von 300,00 € bei 150,00 € Selbsterhalt bedeuten. Dabei übernimmt der Versicherer sämtliche Anwalts- und Gerichtskosten, wenn der entsprechende Baustein zum Vertragsgegenstand gemacht wurde. Eine sehr viel günstigere Alternative eines Rechtsschutzes erfahren die Versicherungsnehmer wenn sie Mitglied eines Mietvereins oder einer Gewerkschaft sind. Einzig der Verkehrsrechtsschutz ist seine Investition wert, wenn man als Fußgänger in einem Verkehrsunfall beteiligt ist. mehr zu Rechtsschutzversicherungen im Test

Jetzt schon an die Altersvorsorge denken?

Geht es um das Thema Altersvorsorge verschließen wir allzu oft die Augen davor und sagen uns „Das hat noch Zeit“. Jedoch werden wir von Aussagen wie „Die gesetzliche Rente allein reicht zum Leben nicht aus“ derart beeinflusst, sodass wir vermehrt an unsere Altersvorsorge denken. Begegnet uns das Wort Altersvorsorge kommt uns die weitverbreitete Riester Rente in den Sinn. Im Dialog mit dem Anlagenberater fällt auch vermehrt der Tipp zur Anlage in eine Riester Rente. Doch ist sie wirklich sinnvoll?

Vielerorts raten Experten dazu, sich von der Riesterrente als Altersvorsorge abzuwenden, da in den ersten Jahren des Angestelltendaseins niemand vorhersagen kann, für welche Zwecke das Kapital am Nötigsten gebraucht werde.

Im Gegensatz dazu wird vermehrt dazu geraten, dass Rücklagen für unvorhergesehene Ereignisse gebildet werden. Dahingehend sollten drei Nettogehälter als eiserne Reserve zurückgelegt werden. Erst wenn genügend Reserven angesammelt wurden, sei der Fokus auf die Altersvorsorge zu richten. Gerade in jungen Jahren sei das Vertrauen in Fonds wie beispielsweise Sparpläne mit Indexfonds zu setzen, die gleichzeitig höhere Renditen versprechen.

Wird uns vom Arbeitgeber die Möglichkeit angeboten vermögenswirksame Leistungen in Anspruch zu nehmen, sollten wir diese Chance beim Schopfe packen und uns auf dem Weg zu unserem Anlagenberater begeben. Denn mit den vermögenswirksamen Leistungen erhalten wir von unserem Arbeitgeber einen monatlichen Zuschuss zu Fondssparplänen, Bausparverträgen oder Banksparplänen. Auch wenn man keine eigenen Sparmaßnahmen betreibt, können ihre Zuschüsse gutgeschrieben werden. Dabei haben die Verträge eine Laufzeit von sechs Jahren und werden gemäß Produkt und Höhe des Einkommens mit einem gesetzlichen Zuschuss berücksichtigt. mehr zur Altersvorsorge im Test

Fazit

Starten wir ins Berufsleben müssen wir uns Gedanken über den Abschluss einiger Versicherungen machen. Dabei ist es ratsam, dass wir Versicherungen, wie die Berufsunfähigkeitsversicherung und private Haftpflichtversicherung in unser Versicherungsrepertoire aufnehmen. Somit können wir im Falle eines Unfalls sicher sein, dass wir keine finanziellen Einbußen zu befürchten haben. Gehören wir zu der Personengruppe, die ihr Leben mit einem gewissen Abenteuerrisiko und Adrenalin gestaltet, sollten wir den Abschluss einer Unfallversicherung in Erwägung ziehen, um im eintretenden Fall abgesichert zu sein. Zudem ist es sinnvoll sich bereits in jungen Jahren mit dem Thema Altersvorsorge zu beschäftigen, damit der Eintritt des Rentenalters mit demselben oder einen besseren Lebensstandard bestritten werden kann. Unabhängig von der Kombination unseres Versicherungsschutzes, sollten wir uns eingehend mit ihren Konzepten und Hürden auseinandersetzen. Dabei kann es hilfreich sein, verschiedene Versicherungen bezüglich ihrer Anbieter und Tarife zu vergleichen, damit letzten Endes eine Police ausgewählt wird, die dem eigenen Versicherungsprofil entspricht.