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Mario Müller
Artikel von
Veröffentlicht: 26.08.2014
Aktualisiert: 15.03.2018

Lebensversicherung – Wie sinnvoll ist der Abschluss?

Altersvorsorge. Kaum ein anderes Thema scheint uns derzeit mehr Kopfzerbrechen zu bereiten als der Gedanke an die eigene Altersvorsorge. Beschäftigen wir uns näher mit diesem Thema erkennt eine Vielzahl von uns, dass sie im Rentenalter eine garantierte Altersvorsorge erhalten möchte und mit einer sicherheitsorientierten Anlage liebäugelt. Auch wenn mit der gegenwärtigen Niedrigzinspolitik die Erhöhung der Investitionstätigkeit beabsichtigt wird, so geht sie zu Lasten unserer vorsorglichen Sparabsichten. Vielerorts haben wir es mit sehr niedrigen Zinsen zu tun, sodass ein Ansparen in Form eines Tages- und Festgeldkontos in immer weite Ferne rückt. Betrachten wir den Bereich der privaten Altersvorsorge, erscheinen uns die Möglichkeiten etwas realistischer mit einer sicherheitsorientierten Anlagestrategie die gewünschte Rendite erzielen zu können. Jedoch wollen wir nicht nur eine gewinnbringende Investition tätigen sondern auch eine, welche unserer Familie ebenfalls zugutekommt. Dahingehend schauen wir uns oftmals nach Policen um, die diese Kombination bieten. Eine hierzulande weitverbreitete Versicherungsform mit dieser Kombinationsmöglichkeit ist die Lebensversicherung. Mit ungefähr 95 Millionen abgeschlossenen Lebensversicherungsverträgen lässt sie sich in fast jedem Versicherungsportfolio auffinden. Doch was genau macht diese Police so attraktiv, dass sie in Strömen abgeschlossen wird?

Das Konzept der Lebensversicherung

Der primordiale Aspekt für den Abschluss einer Lebensversicherung liegt in der Sicherheit des Ansparens. Aufgrund der Tatsache, dass sie als Kapitallebensversicherung oder Risikolebensversicherung abgeschlossen werden kann, passt sie sich den Bedürfnissen der individuellen Versicherungsnehmer an.

Kapitallebensversicherung

Optimiert man für den Abschluss einer Kapitallebensversicherung (Kapitallebensversicherung Test) geht man eine Sparvariante ein, die das Eintreten eines Todesfalls absichert und zusätzlichen Schutz für Familie und Alter gewährt. Tritt der Todeszeitpunkt des Versicherungsnehmers vor Ablauf des Vertrages ein, wird den Hinterbliebenen die gesamte Versicherungssumme samt angefallenen Überschussbeteiligungen ausgezahlt. Sofern der Versicherungsnehmer das Laufzeitende seiner Lebensversicherungspolice erlebt, werden ihm die vertraglich vereinbarte Versicherungssumme und sämtliche Zinsen ausgezahlt. Im Gegensatz zu der Versicherungssumme stehen die anteiligen Zinsen unter keiner garantierten Auszahlung.

Risikolebensversicherung

Das Pendant zur Kapitallebensversicherung stellt die Risikolebensversicherung (Risikolebensversicherung Test) dar. Kommt der Hauptverdienende eines Haushaltes unglücklicherweise ums Leben, muss für die hinterlassene Familie angemessen vorgesorgt sein. Man erfährt zwar einen Rentenanspruch durch die gesetzliche Rentenversicherung, jedoch ist sie bei weitem nicht so hoch wie das Einkommen des Verstorbenen. Dabei kommt die Risikolebensversicherung ins Spiel. Sie versichert das Todesfallrisiko des Versicherungsnehmers. Demgegenüber kommt sie auch bei der Finanzierung eines Haus- und Gründungsprojekts vermehrt zur Anwendung. Aufgrund dessen, dass sie nur im Todesfall zur Leistungspflicht herangezogen wird, werden sämtlich getätigte Einzahlungen als anspruchslos deklariert, wenn es nicht zum Eintreten des Todes kommt.

Bewertungsreserven

Da es sich bei der Lebensversicherung um eine Option der Altersvorsorge handelt, erhöht sich der Wert der Police mit jedem Jahr, die sie besteht. Diese Erhöhung bezeichnet man als Bewertungsreserve. Eine Ausschüttung an Bewertungsreserven erfahren wir oftmals in den unterschiedlichen Wirtschaftsmärkten wie Aktien und Immobilien aber auch vermehrt bei Anleihen. Vor allem Besitzer einer älteren Anleihe können sich glücklich schätzen. Ihr Wert hat in den letzten Jahren massiv zugenommen, sodass sie höhere Zinszahlungen realisieren können, die einen Zuwachs von 6 % pro Jahr bedeuten. Dadurch stößt sie bei vielen Anlegern auf Zuspruch und den Wunsch in ihren Besitz zu gelangen. Allerdings muss man dementsprechend auch hohe Summen auf sich nehmen, die fernab des Ausgabenkurses von 100,00 € liegen.

Vorzeitige Kündigung sinnvoll?

Bezieht man die Reservepolitik auf die Lebensversicherung bedeutet das, dass die Versicherungsunternehmen Beteiligungen an ihre Kunden ausschütten. Entschließen sich Versicherungsnehmer dazu, der Lebensversicherung vorzeitig den Rücken kehren zu wollen, wird ihnen ein Anspruch auf die Hälfte der Bewertungsreserven zugesprochen. Jedoch haben Versicherer die Möglichkeit Kürzungen vornehmen zu dürfen wenn sie, durch die Ausschüttung, in arge Bedrängnis kommen Garantieversprechen einzuhalten. Demgegenüber wird der Nutzen der Ausschüttung von vielen Versicherern infrage gestellt. Demnach sind viele der Ansicht, dass sich eine vorzeitige Auszahlung nachteilig auf die folgenden Expatriates der Lebensversicherung auswirken würde.

Neben ihrem sicherheitsbewussten Charakter und einer gewinnausschüttenden Begünstigung ihrer Versicherten, wird ihr ebenfalls als All in One Lösung größte Aufmerksamkeit geschenkt. Wie der Name „Leben“ bereits verrät, verleiht sie dem Versicherungsnehmer gänzlichen Versicherungsschutz.

Dabei mag sie sich größtenteils auf den Eintritt eines Todesfalls beziehen, jedoch offenbart ihr Besitz Zugang zu anderen notwendigen Policen, die sich wie folgt darstellen:

Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung: kommt es zu einer Berufsunfähigkeit wird der Versicherungsnehmer von der Beitragszahlung der Haupt- und Zusatzversicherung befreit. Daneben besteht die Möglichkeit zur Vereinbarung einer Berufsunfähigkeits-Rente. Berufsunfähigkeitsversicherungen hier im Test.

Unfallzusatzversicherung: bei dem Abschluss einer Unfallzusatzversicherung ist der Versicherungsnehmer gegen sämtliche Folgen infolge eines Unfalltodes abgesichert. Unfallversicherungen hier im Test.

Risiko-Zusatzversicherung: entscheidet man sich für eine Risiko-Zusatzversicherung sichert man den Tod in zweierlei Hinsicht ab, sodass im eintretenden Fall nicht nur die Versicherungssumme der Risikolebensversicherung fällig wird, sondern auch die Versicherungssumme der Zusatzversicherung.

Hinterbliebenen-Zusatzversicherung: bei der Hinterbliebenen-Zusatzversicherung handelt es sich um eine Zusatzversicherung, die optional zur Rentenversicherung abgeschlossen werden kann. Demnach erhält die im Vertrag erwähnte Person im Falle des Versichertentodes eine lebenslange Rente.

Ein weiteres Kriterium, weshalb die Lebensversicherung hierzulande an Anhängern gewinnt, besteht in der Aussetzung von Beitragszahlungen. Dabei ist es den Versicherungsnehmern bei finanzieller Illiquidität möglich, Zahlungsverpflichtungen für die Dauer eines Jahres einzustellen.

Ferner wird mit dem Abschluss einer Lebensversicherung, die Feststellung des Gesundheitszustandes in Form einer Gesundheitsprüfung immer sporadischer handgehabt. Pflicht zur Ausfüllung eines Gesundheitsfragebogens besteht zwar immer noch, jedoch muss man nicht mehr beim Arzt vorstellig werden.

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Änderungen in der Lebensversicherung

Garantieverpflichtungen

Aufgrund der gegenwärtigen Niedrigzinspolitik sehen sich zahlreiche Versicherungsunternehmen in der misslichen Lage ihren Garantieverpflichtungen langfristig nicht mehr nachkommen zu können. Gerade diese Situation versetzte die Bundesregierung in Alarmbereitschaft, sodass sie ein modifiziertes Lebensversicherungsreformgesetz ins Leben gerufen hat. Demzufolge müssen sich bestehende Versicherungsnehmer damit anfreunden, dass die Risikobeteiligung von 75 % auf 90 % ansteigen wird. Betrachtet man die Änderungen aus dem Blickfeld eines Versicherungsunternehmens müssen diese zugunsten ihrer Bestandskunden handeln. In diesem Zusammenhang sind vor allem börsennotierte Versicherungsunternehmen oftmals nicht in der Lage, ihre Aktionäre mit den erwarteten Dividenden zu beglücken, da diese für die Garantieleistung der bestehenden Kunden bereitgehalten werden müssen. Ferner dürfte mit der Aussetzung der Dividendenauszahlung jedem Versicherten bewusst sein, dass ihre Beteiligung an den stillen Reserven deutlich abnehmen wird. Denn Gewinnausschüttungen sind nur zu veranlassen, wenn die Garantieversprechen für sämtliche Bestandskunden bestehen bleiben.

Diesbezüglich sollen diese auch gerecht auf die verschiedenen Alt- und Neukunden aufgeteilt werden. Davon betroffen sind vor allem Besitzer festverzinslicher Papiere. Grundsätzlich hatten Kunden beim Ausscheiden aus der Lebensversicherung einen Anspruch auf die Hälfte der Reservesumme. Jedoch werden ihnen diese Aussichten mit der neuen Reform zunichte gemacht. Vielmehr soll die Beteiligung auf den Betrag schrumpfen, der die errechnete Finanzierungslücke übersteigt.

Garantiezins

Entscheiden sich Interessenten der Lebensversicherung für den Versicherungsabschluss, werden ihnen mit der kürzlich beschlossenen Reform einige Steine in den Weg gelegt. Demnach wird der gegenwärtige Garantiezins von 1,75 % ab dem 1. Januar 2015 auf 1,25 % gesenkt.

Empfehlungen bei der Auswahl einer Lebensversicherung

Auch wenn die Lebensversicherung durch die kontinuierlichen Zinsanpassungen sich immer weiter ins Abseits katapultiert sollte ihre Notwendigkeit in keinem Fall unterschätzt werden. Denn je nach Projekt oder Beruf kann sie für den ein oder anderen sehr wichtig sein.

Damit man bei der Suche nach einem passenden Versicherer nicht ins Dunkel tappt, ist es ratsam sich einiger Empfehlungen anzunehmen:

Produkt: besteht Interesse an einer Lebensversicherung sollte man die Bedingungen genauestens unter die Lupe nehmen. Im Falle einer Kapitallebensversicherung wird nur ein Teil zum Ansparen verwendet, während der andere Teil in die Todesfallabsicherung fließt. Allerdings wird nur der anzusparende Teil verzinst. Aus diesem Grund sollte man darauf achten, dass dieser möglichst hoch ausfällt, um eine angemessene Rendite zu erhalten.

Abschlusskosten: kommt es zu einem Versicherungsabschluss wird dem Versicherungsnehmer eine Gebühr in Rechnung gestellt. Diese können je nach Anbieter sehr stark variieren und sind daher einem Vergleich unterzuziehen.

Verwaltungskosten: neben den Abschlusskosten sollte man auch stets die Verwaltungskosten im Blick haben. Fallen diese hoch aus so schmälert sich der Gewinn dementsprechend auch.

Anlagestrategie: wie gewinnbringend eine Lebensversicherung ist hängt oftmals von dem Anlageverhalten des Versicherten ab. Investiert der Versicherungsnehmer sein Kapital in festverzinsliche Anlagen kann er sich auf eine garantierte Rendite verlassen, allerdings fällt diese häufig sehr gering aus. Entscheidet man sich hingegen für das Investment in fondsgebundene Anlagen fällt das Risiko merklich höher aus, jedoch erwirtschaftet man im gleichen Maße auch eine höhere Rendite. Somit ist es zu empfehlen sich Gedanken über die eigene Risikobereitschaft zu machen.

Erfolgsbilanz: um herauszufinden mit welcher wirtschaftlichen Stabilität das Versicherungsunternehmen am Markt vertreten ist, haben Versicherungsnehmer die Möglichkeit Erfolgsbilanzen der vergangenen Jahre einzusehen.

Ablaufleistung: das Versprechen der unterschiedlichen Versicherungen besteht darin, dass sie dem Versicherungsnehmer nach Vertragsablauf eine bestimmte Versicherungssumme auszahlen. Diese zeigt wie hoch der Sparanteil der Lebensversicherung tatsächlich ist. Je höher der Sparanteil ist, desto besser.

Steuern: entscheidet man sich für den Abschluss einer Lebensversicherung ist darauf zu achten, dass die Laufzeit mindestens zwölf Jahre beträgt und die Versicherungssumme nicht vor dem 62. Lebensjahr ausgeschüttet wird. Dadurch wird nur die Hälfte der Summe als steuerpflichtig angesehen, während eine vorzeitige Auszahlung oder geringere Laufzeit zu einer Versteuerung des Gesamtbetrages führen.

Vorausschauend handeln: die meisten Lebensversicherungen werden vor Ablauf des Vertrages gekündigt. Aufgrund dessen sollten nur Prämien vereinbart werden, die auch langfristig gehalten werden können.

Clever Zahlen: schließt man eine Lebensversicherung ab, ist es ratsam jährliche Beitragszahlungen zu vereinbaren. Oftmals erheben Lebensversicherer bei monatlicher Entrichtung einen Zuschlag ab 5 %.

Fazit

Beabsichtigt man mit der Anlage nicht nur das eigene Wohl absichern zu wollen, sondern auch das seiner Familie ist der Versicherungsabschluss einer Lebensversicherung sehr zu empfehlen. Dabei sollte man sich nicht von dem niedrigen Garantiezins abschrecken lassen, da dieser nur in Zeiten der Niedrigzinspolitik zur Anwendung kommt. Infolgedessen ist es ratsam sich eingehend mit den Versicherungsbedingungen der unterschiedlichen auseinanderzusetzen. Oftmals bergen diese Fallstricke, die einen sehr hohen Aufwand mit sich bringen können. Dahingehend ist es zu empfehlen einen Vergleichsrechner zur Hand zu nehmen. Mit nur wenigen persönlichen Angaben filtert er die Anbieter heraus, die dem eigenen Versicherungsprofil entsprechen.

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